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Ökosiegel für Holzprodukte

Wissen

Vögel wie der Buntspecht profitieren von naturnahen Wäldern, Foto von Ulrich Velten, pixelio.de

Mit Holzprodukten kommt jeder täglich in Kontakt. Bett, Stuhl, Ess- oder Schreibtisch, sonstige Möbel, Türen, Zäune – es gibt sehr viele Gegenstände, die aus dem Material hergestellt werden. Aber wisst ihr eigentlich, woher das Holz kommt, welches ihr tagtäglich benutzt? Im schlimmsten Fall kann es illegal gefällt worden sein und aus Raubbau stammen. Das sieht man aber nicht, wohingegen man aber sehen kann, welches Holz nachhaltig und naturnah produziert wurde. Gütesiegel und Zertifikate von verschiedenen Organisationen helfen dabei.

Das bekannteste Holzsiegel ist das FSC-Siegel. FSC steht für Forest Stewardship Council. Die gemeinnützige Organisation wurde 1993 gegründet und entwickelte das erste Zertifikationsprogramm für nachhaltige Forstwirtschaft. Nach FSC-Kriterien sind momentan etwa fünf Prozent des deutschen Waldes zertifiziert.

Deutlich verbreiteter ist dagegen die Zertifizierung durch das PEFC, das „Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes“. Insgesamt zwei Drittel des deutschen Waldbestands, mehr als sieben Millionen Hektar, tragen dieses Zertifikat. Dies liegt daran, dass Vertreter von Holz- und Forstwirtschaft dem PEFC näher stehen und dessen Kriterien nicht so streng sind wie beim FSC. Daher wurde der PEFC auch schon von Umweltorganisationen kritisiert, und die Zeitschrift Ökotest bewertete PEFC im Jahr 2002 deutlich schlechter als FSC.

Von Umweltorganisationen wird dagegen, genau wie das FSC-Siegel, die Zertifizierung von Naturland unterstützt. 1995 startete Naturland zusammen mit Nichtregierungsverbänden wie Robin Wood eine Kampagne für ökologische Waldnutzung. Forstbetrieben ist es auch möglich, sich sowohl mit dem FSC- als auch dem Naturland-Siegel auszeichnen zu lassen.

Zusätzlich gibt es noch eine ganze Reihe anderer Gütesiegel, die teilweise auf bestimmte Bereiche beschränkt sind. Die Ökocontrol Gesellschaft zertifiziert beispielsweise Möbel, Matratzen und Bettwaren, während das natureplus-Siegel auf Produkten aus dem Bausektor zu finden ist. Außerdem gibt es auch den „Blauen Engel“ auf einigen Holzprodukten.

Richtlinien

Forstbetriebe mit Ökosiegeln betreiben keinen Kahlschlag. Außerdem gibt es dort keine Monokulturen, sondern Mischwaldbestände, in denen auch ökologisch wertvolles Totholz verbleibt. Außerdem dürfen Pflanzenschutzmittel nicht oder nur als letztes Mittel gegen Schädlinge eingesetzt werden. Der Einsatz von Gentechnik ist verboten. Der Waldboden wird durch Vorgaben für den Einsatz von Maschinen geschont. Zusätzlich wird auch eine waldverträgliche Wilddichte angestrebt sowie eine naturnahe Verjüngung des Waldes.

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Quellen/Links