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Jan Schulenburg

Inhaltsverzeichnis

Allee anlegen

Alleen schmücken und verschönern die Landschaft, verbinden entfernte Naturräume. Sie sind spezielle Ökosysteme, die den verschiedensten Tieren und Pflanzen Lebensraum bieten.

Auch wir Menschen profitieren von "grünen Tunneln", denn sie filtern "dicke Luft": die Abgas- und Staubwolken des stetig zunehmenden Straßenverkehrs. Sie sind Schattenspender in sommerlicher Hitze und stille Reisebegleiter auf langen Autotouren.

So sind Alleen ein prächtiges Element unserer Kulturlandschaft, eine vollendete Einheit aus Kunst und Natur, Schönheit und Nutzen, Ästhetik und Funktion.

(Klappentext: Die schönsten Alleen in Deutschland, Schulz, blv, 2006)


Hintergrund


Alleenschutz ist heute nötiger und wichtiger denn je, denn Alleen sind gerade in unserer Zeit von sehr hohem ökologischen Wert. Oberstes Gebot ist und bleibt das Erhalten der alten Alleenbestände. Allein durch behutsames Zurückschneiden der Krone könnte das Leben vieler Alleenbäume vermutlich für Jahrzehnte verlängert werden.

Tendenziell werden leider mehr alte Alleenbäume gefällt als nachgepflanzt werden. Und auch wenn sich dieses Verhältnis irgendwann einmal ausgleichen sollte, so ist der ökologische Schaden noch lange nicht behoben. Würde man den Wert einer 100-jährigen Rotbuche gleich nach dem Fällen auszugleichen versuchen, müsste man ganze 2000 junge Rotbuchen anpflanzen. Diese Zahl ergibt sich aus der Sauerstoffproduktion und dem schon etablierten Lebensräume]n, den der alte Baum darstellt.

Nachpflanzungen sind dringend nötig. Aber genau das könnte ein Problem werden. Eine Vielzahl von alten Alleen - meist Obstbaum-, Pappel-, Birken- und Buchenalleen - haben inzwischen ihre Altersgrenze erreicht oder werden sie in 30 - 50 Jahren erreichen. Da alter Baumbestand dieser Arten besonders bedroht ist, kann ihr völliges Verschwinden aus dem Straßenbild nur durch Anlegen neuer verhindert werden.

Zeit


Diese Aktion könnt ihr besonders gut in den wärmeren Monaten durchführen. Am besten ist der Frühling geeignet, da im Hochsommer die Gefahr besteht, dass die jungen Wurzeln bei zu wenig Niederschlag nicht anwachsen und vertrocknen. Nehmt euch ein oder zwei Nachmittage dafür Zeit, je nach dem wie viele Bäume ihr pflanzen wollt.

Material


  • Alleenbäume
  • Spaten
  • Gießkanne mit genügend Wasser
  • Pfähle zum Stabilisieren
  • Feinstrumpfhosen

Aktion


Bevor ihr mit der Pflanzung beginnt, solltet ihr euch über die Auswahl der Baumart Gedanken machen. Berücksichtigt hierbei den Standort des Baumes: Ihr solltet besonderes Augenmerk auf die Wasserversorgung, den Boden-pH-Wert, die Bodenverdichtung sowie die Nährstoffversorgung legen. Gerade bei Alleen ist es gut auf regionaltypische Bäume zurück zu greifen. Damit hilft man dem Erhalt von Traditionen und diese Wahl hatte in der Regel sehr gute Gründe. Manchmal können Indizien, wie Straßennamen und das Stadt- oder Dorfwappen Aufschluss über typische Baumarten geben.

Wichtig ist auch, dass ausreichend Platz für die ausgewachsene Krone vorhanden ist. Bei der Auswahl der Pflanzware gilt grundsätzlich, dass jüngere Bäume] sich rascher an den neuen Standort gewöhnen als ältere Bäume. Stamm und Äste des neuen Baumes sollten unbedingt unverletzt sein und die Astschnittstellen müssen klein sein und ringsherum gleichmäßige Überwallungswülste aufweisen. Handelt es sich um Containerpflanzen im Topf oder Plastiksack, dürfen sich stärkere Wurzeln nicht ringeln, sondern sollten strahlenförmig vom Stamm wegführen. Der Pflanzabstand sollte im Durchschnitt 7 Meter betragen.

Bei der Vorbereitung des Standortes solltet ihr darauf achten, dass das Pflanzloch groß genug ist: Je schwerer der Boden, desto größer das Pflanzloch. Handelt es sich um natürliche Bodenverhältnisse, ist das Pflanzloch mindestens zweimal so breit und tief wie die Größe des Wurzelballens. Optimal ist hierbei eine abgestufte Substratmischung. Der Wurzelballen wird von seiner Hülle befreit und verletzte Wurzeln mit einer scharfen Schere entfernt.

Die Pflanzhöhe muss in jedem Fall dem ursprünglichen Bodenniveau entsprechen. Bei einem Versinken des Stammfußes im Boden besteht die Gefahr, dass die Feinwurzeln an Sauerstoffmangel leiden, fäuleanfällig werden oder ersticken.

Der Baum sollte durch Pfähle stabilisiert werden, damit sich die Wurzeln rasch entwickeln können. Achtet darauf, dass der Stamm trotzdem noch leicht im Wind schwingen kann, damit sein Dickenwachstum und seine Tragkraft mit der wachsenden Krone mithalten können. Zum Anbinden sollte eine Nylonstrumpfhose verwendet werden, da Draht oder ein Stück Gartenschlauch den jungen Stamm zu sehr einschnüren würden. Schützt den Stamm zunächst vor einer zu intensiven Sonneneinstrahlung.

Im Anschluss an die Pflanzung müssen die Bäume regelmäßig bewässert werden. In keinem Fall dürfen frisch gepflanzte Bäume gedüngt werden, da das Substrat, in dem der Baum eingepflanzt wurde, ausreichend Nährstoffe liefert. Die Stützhilfe kann nach zwei bis drei Jahren entfernt werden. Dann ist der Jungbaum in der Lage, selbständig zu stehen und dem Wind zu trotzen.

Quellen


Schulz: Die schönsten Alleen Deutschlands. BLV-Verlag, 2006 München

http://www.hausgarten.net/pflanzen/baum/baum-pflanzen.html


Diese Aktionsidee wurde vom Wi.L.D.-Team erarbeitet.