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Alternative Energien

Geschichte der regenerativen Energien

Regenerative Energiequellen – seit Jahrtausenden ein Erfolgsrezept

Heute hört man überall, dass man seine Stromversorgung auf Wind-, Sonnen- und Wasserenergie umstellen soll. Dieses umweltfreundliche Konzept ist keineswegs so neu, wie manche von euch vielleicht denken. Denn schon in der Antike nutzte man die Natur, um Energie zu gewinnen.

Im 5. Jahrhundert v. Chr. wütete der Peloponnesische Krieg in der gesamten griechischen Welt, und zahlreiche Flüchtlinge flohen in die Stadt Olynthos. Dort herrschte bereits ein Brennholzmangel, der durch die zahlreichen Zuwanderer noch verschärft wurde. Hier wurde deshalb zum ersten Mal die Solararchitektur angewandt. Die Häuser wurden nach Süden ausgerichtet und in so großen Abständen gebaut, dass die Sonne im Winter durch die Vorbauten in jedes Haus leuchtete, im Sommer aber nur auf die Vordächer traf. Modernere Solartechniken findest du zum Beispiel in dem Artikel über Solardächer oder auch Solarautos.

Im Römischen Reich dagegen bediente man sich der Wasserkraft, die bereits im 3. Jahrhundert v. Chr. von den Chinesen genutzt wurde. Um die Brotversorgung Roms sicherzustellen, baute man Mühlen, die durch das Wasser des Flusses Tiber angetrieben wurden. Diese neuen Erfindungen fanden ebenfalls in den Kastellen Verwendung, wo das Wasser kleiner Flüsse und Bäche mittels Betonmauern gestaut wurde, um den Druck zu erhöhen.

Diese Ereignisse zeigen deutlich, dass der Mensch auf seiner Suche nach Energie immer eine passende Lösung gefunden hat, die sich oftmals gut mit der Umwelt vertrug. Wasser, Wind, Sonne, Holz und nicht zuletzt die Arbeitskraft von Mensch und Tier waren die einzigen Energiequellen. Dies sollte sich jedoch mit der industriellen Revolution ändern.

Die Energiewende 1765 erfand James Watt die Dampfmaschine. Sie brachte England einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung und war der Grundstein der Industriellen Revolution, die sich auf ganz Europa und die USA ausweitete. Bald entstanden viele Fabriken, die die Dampfmaschine nutzten. Sie wurde mit Kohle betrieben, die zu dieser Zeit sehr günstig war. Was man damals nicht wusste: mit der Industriellen Revolution begann die übermäßige Luftverschmutzung und die Ausbeutung der Ressourcen.

Durch den ersten Weltkrieg und die anschließenden Reparationskosten kam es 1920 in Deutschland zum akuten Kohlemangel. Da es in Norddeutschland noch 30.000 Windmühlen gab, die aber nur einen inakzeptablen Wirkungsgrad besaßen, dachte man darüber nach, wie man die Windenergie effektiver nutzen könnte. Leider kam der zweite Weltkrieg diesen umweltfreundlichen Überlegungen zuvor.

Die Entdeckung neuer Ölfelder in den 50er Jahre führte dazu, dass es Erdöl in großen Mengen und zu fast lächerlichen Preisen gab. Österreich deckte zu jener Zeit beispielsweise rund 80% des Energiebedarfs mit Öl. Erst durch die Ölkrise wurde den Industrieländern ihre Abhängigkeit von den erdölfördernden Staaten bewusst. 1973 und 1979 stiegen die Preise für das schwarze Gold sprunghaft an. Doch als dieses wieder billiger wurde, war der Schock schnell vergessen, und man beutete weiterhin die Reserven aus, vor allem im Nahen Osten.

Scheinbares Umweltbewusstsein gab es trotzdem: In Kernkraftwerken sah man eine saubere Alternative zu den "Dreckschleudern", die damals üblich waren. 1956 ging in Großbritannien das erste kommerzielle Kernkraftwerk ans Netz, weitere folgten weltweit. Die Folgen intensiver Kernenergienutzung waren damals jedoch nur begrenzt bekannt und wurden nicht beachtet.

Inzwischen wissen wir um die Gefahren der Atomenergie, um die Ausbeutung der fossilen Brennstoffe und die Folgen für die Umwelt. Seit dem 19. Jahrhundert hat sich die CO2-Konzentration in der Atmosphäre um 25% erhöht. Der Meeresspiegel ist seit Beginn des 20. Jahrhunderts bereits um mehr als 10cm gestiegen, was höchstwahrscheinlich auf den verstärkten Einsatz fossiler Primärenergieträger zurückzuführen ist. Und die nächste Energiekrise sehen wir bereits auf uns zukommen: wenn wir uns nicht ändern, werden unsere Erdölvorräte laut dem Bundesministerium für Wirtschaft schon in etwa 45 Jahren aufgebraucht sein!

Ihr seht, es ist höchste Zeit zu handeln! Jetzt! (Philipp Victor, Jessica Franzen)

M.Kesser_pixelio.de

Photovoltaik und Solarthermie

Die Sonne als Retter der Zukunft

Jeder von uns hat schon von dem Thema gehört: In einigen Jahrhunderten, teilweise auch schon in wenigen Jahrzehnten, sind unsere Energiereserven auf der Erde aufgebraucht. Um danach nicht wieder ins Mittelalter, ohne Strom und elektrisches Licht, zurückzufallen, beschäftigt sich die Forschung seit einiger Zeit mit dem Thema Solarenergie. Hier kommen die Begriffe Photovoltaik und Solarthermie ins Spiel. Da die wenigsten diese Begriffe jemals gehört haben, hier also eine kleine Erklärung.

Photovoltaik bezeichnet die direkte Umwandlung von Sonnenlicht in elektrischen Strom mittels Solarzellen. Photovoltaikanlagen können sowohl im Inselbetrieb zum Beispiel zur eigenständigen Stromversorgung eines Wohnhauses genutzt werden als auch netzgekoppelt, das heißt an das städtische Stromnetzwerk angeschlossen. Leider ist der Strom aus diesen Anlagen im Moment noch sehr teuer. Ein Grund hierfür ist, dass Solarzellen zur Zeit noch in relativ kleiner Stückzahl hergestellt werden. Doch Experten rechnen damit, dass die Preise beim Übergang zur Massenfertigung auf einen Bruchteil gesenkt werden können.

Solarzellen sind nicht nur für den Einsatz in sonnenreichen Gegenden geeignet! In unseren Breitengraden kann man auf einem Quadratmeter Solarfläche beim heutigen Stand der Technik bis zu 100 Kilowattstunden Solarstrom pro Jahr "ernten".

Solarthermie bezeichnet die Umwandlung von Sonnenstrahlung in Wärme mit Hilfe von Kollektoren. Ein Sonnenkollektor absorbiert die Sonnenstrahlen und nutzt die entwickelte Energie zur Erwärmung eines Wasserspeichers. Das erwärmte Wasser wird hauptsächlich als Brauchwasser, zum Beispiel im Haushalt eingesetzt.

Durch die stetig steigenden Preise für Energieträger (Strom, Öl, Gas), werden die Aussichten für Solarthermie immer besser! So wird es vermutlich bald der Normalfall sein, dass Neubauten mit Solaranlagen ausgerüstet werden, und nicht nur die teuren Einfamilienhäuser, sondern ganze Neubausiedlungen werden ihren Strom und ihre Wärme aus der Solarenergie beziehen. Denn man muss immer daran denken, dass die Sonne 15.000 mal soviel Energie auf unseren Erdball schickt, wie wir brauchen. Warum diese Energie also nicht besser nutzen?

Verfasserin: Aline Foschepoth im Rahmen der Kampagne "Die Entsiegler"

Quelle: Erneuerbare Energien – Perspektive für Klima, Mensch und Natur, NABU


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