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Viele Männchen lassen sich gerne von den Weibchen tragen, Foto von kerry3, pixelio.de

Inhaltsverzeichnis

Amphibienschutzzaun bauen und kontrollieren

Hintergrund

Wenn es langsam Frühling wird, zieht es die Amphibien - überwiegend Erdkröten und Molche - aus ihren Winterquartieren zu ihren Laichgewässern. Die kalte Jahreszeit haben die Amphibien im Wald im Erdreich vergraben überstanden. Sobald die Temperaturen in der Nacht bei 7° C liegen, legen sie los. Bei den Kröten ziehen die Männchen als erstes los und warten unterwegs auf die meist deutlich größeren Weibchen. Sie lassen sich nämlich gerne ein Stück huckepack mitnehmen und haben so schon frühzeitig ein Weibchen zur Paarung erobert. Leider warten die Männchen an übersichtlichen Stellen auf die Weibchen und so bleiben sie weit länger als für eine Überquerung nötig, auf den Straßen in ihrem Wandergebiet sitzen. Bei dieser Gelegenheit werden sie häufig überfahren. Das Ganze passiert dann oft noch mal beim späteren "Umzug" in den Sommerlebensraum. Die meisten Amphibien verlassen ihr Laichgewässer nämlich ziemlich flott nach der Eiablage wieder. Auch die Jungtiere im Herbst, die oft als sog. "Froschregen" in ganzen Schwärmen die Straßen überqueren, werden durch Autos erheblich dezimiert.

Zeit

Mit dem Bau des Krötenzauns sollte begonnen werden, wenn abzusehen ist, dass die Temperaturen nachts nicht mehr unter 7°C fallen. In den Wochen danach sollte der Zaun auch kontrolliert werden. Wann ihr mit dem Kontrollieren aufhören könnt, werdet ihr selber merken, wenn ihr euch die Krötenzahlen notiert. Für gewöhnlich gibt es zwei bis drei Tage, an denen sehr viele Tiere in den Eimern zu finden sind, und danach wandern nur noch wenige Tiere.

Solche Schilder können Autofahrer dazu bringen, vorsichtiger zu fahren, Foto von Hanspeter Bolliger, pixelio.de

Material

  • Latten oder Stangen, ca. 50-70 cm hoch
  • Zaun/Folie mit mindestens 50 cm Höhe
  • Eimer

Aktion

Eine der wenigen Möglichkeiten, die Amphibien in unserer stark zersiedelten Landschaft zu schützen, ist der Bau von Fangzäunen entlang der Straßen. Hier fallen die Tiere in Eimer und werden täglich über die Straße getragen, wo sie dann hoffentlich unbehelligt ihren Weg fortsetzen können.

Die Folie muss senkrecht in die Erde gesetzt werden. Die Latten in etwa 2 m Abstand halten den Zaun aufrecht. Die Eimer sollten im Abstand von etwa 20 m auf der Seite, aus der die Amphibien angewandert kommen, direkt an der Folie eingegraben werden. Dann muss nur noch für regelmäßige Kontrollen gesorgt werden. Lasst euch dabei nicht entmutigen, wenn mal an ein oder zwei Tagen keine Amphibie in den Eimern gelandet ist.