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Eine Liste mit allen im NAJU-Wiki aufgeführten Baumarten findest du hier!

Inhaltsverzeichnis

Baum

Allgemein

Wann hast du das letzte Mal einen Baum umarmt?

Bäume sind hohe Pflanzen mit einem einzelnen hölzernen Stamm. Sie sind die größten Lebewesen der Erde und können ein Alter von bis zu tausend Jahren erreichen. Es gibt unzählige verschiedene Arten auf der ganzen Welt, die sich in drei Hauptgruppen unterteilen: Laubbäume, Nadelbäume und Palmen. Alle Bäume können als mehrjährige, holzige Samenpflanzen definiert werden. Man unterscheidet sie in zwei Kategorien. Zum Einen in Nacktsamer, deren Blüten wie Zapfen aussehen, in welchen man die Samen direkt sehen kann und zum Anderen in Bedecktsamer, bei denen die Samen im Fruchtknoten eingeschlossen sind. Diese unterteilen sich noch einmal in einkeimblättrige Pflanzen, wie z.B. Palmen, von denen es nur einige Hundert Arten gibt und in zweikeimblättrige, zu denen der Großteil der 80000 bis 100000 Baumarten gehört. Einen weiteren, allerdings sehr geringen Teil von unter 1000 Arten bilden die Nacktsamer.

Aufbau

Ein Baum besteht im Allgemeinen aus Wurzeln, einem Stamm, der Borke, Laub- oder Nadelblättern, Blüten und Früchten. Die Art der Wurzel ist bei allen Bäumen unterschiedlich und richtet sich ganz nach den Bedürfnissen der Pflanze. Man unterscheidet sie in Pfahlwurzeln, die senkrecht in den Boden ragen, Flachwurzeln, die sich flach in den oberen Bodenschichten ausbreiten und Herzwurzeln, die mehrere unterschiedlich starke Wurzeln ausbilden. Bei der Vielzahl der Bäume wachsen die Wurzeln allerdings weniger in die Tiefe als Vielmehr zu den Seiten. Sie haben die Aufgabe den Baum im Boden zu verankern und durch ihre feinen Wurzelhaare Wasser und Mineralstoffe aufzunehmen, die dann durch Leitgefäße in den Stamm gelangen. Der Stamm bildet somit verholzte Wasserleitungsröhren, in denen Mineralstoffe aus dem Boden aufwärts und Speicherstoffe aus den Blättern abwärts transportiert werden. Er dient außerdem als Lebensraum für viele verschiedene Arten und bietet eine Fülle von Nutzungsmöglichkeiten. Um den Stamm, sowie um Äste und Zweige herum befindet sich die Borke. Sie schützt das innere Gewebe und verhindert, dass der Baum unkontrolliert Wasser verliert. An den Zweigen bewachsen Laub- oder Nadelblätter, die entweder mehrjährig am Baum verbleiben (immergrüne Arten) oder am Ende einer Vegetationsperiode abgeworfen werden (laubabwerfende Arten). Sie dienen der Photosynthese und Transpiration.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzung von Bäumen erfolgt durch die Bildung und Verbreitung von Samen. Alle Bäume besitzen mehr oder weniger auffällige Blüten. Diese weisen einen Stempel mit Samenanlagen und den Staubgefäßen auf, in denen der Blütenstaub – auch Pollen genannt – enthalten ist. Wenn der Blütenstaub auf die Spitze des Stempels, die Narbe, gerät, wächst er von dort aus zu den Samenanlagen nach unten. Aus den auf diese Weise befruchteten Samenanlagen können sich so die Samen entwickeln. Die männlichen Pollenkörner müssen nun auf den weiblichen Fruchtknoten mit seiner Eizelle übertragen werden. Dies geschieht entweder durch den Wind, vor allem bei Arten mit unauffälligen Blüten wie Eiche, Ahorn und Tanne oder durch Insekten, die durch auffällige Formen, Farben oder Gerüche zum Beispiel tropischer Bäume angelockt werden. Viele Arten, z. B. Apfelbäume, besitzen so genannte Zwitterblüten, in denen sich sowohl die Pollen produzierenden Staubgefäße als auch der weibliche Fruchtknoten befinden. Andere Blüten, etwa die der Fichte, haben entweder nur weibliche Organe oder nur männliche. Bei Palmen dagegen ist sogar jeder Baum auf eines der beiden Geschlechter festgelegt und trägt ausschließlich die entsprechenden Blüten.

Baum als Lebensraum

Bäume bieten einen Lebensraum und eine Nahrungsgrundlage für zahlreiche Tiere. Dabei sind einheimische Bäume wertvoller als Baumarten, die ursprünglich aus anderen Gebieten der Erde stammen. Dies liegt daran, dass die beheimateten Tierarten, die die Bäume als Lebensräume nutzen, sich teilweise nicht an die fremden Hölzer und Blätter anpassen können. Alle Teile des Baumes können von Tieren genutzt werden. Während Vögel in der Baumkrone ihre Nester bauen und dort ihre Jungen aufziehen, bewohnen Pilze, Insekten und auch Höhlenbrüter wie die Fledermaus die Rinde und den Stamm. Die Blätter, Blüten und Früchte sind Nahrungsgrundlage für weitere Tiere, auch wenn sie bereits als Laub auf dem Boden liegen. Durch die große Anzahl an Insekten bieten Bäume auch eine Nahrungsquelle für Tiere, die sich nicht von den Früchten oder Blättern der Pflanzen ernähren. So können beispielsweise auch Frösche oder Eidechsen indirekt von den Bäumen leben. Aber nicht nur lebende Bäume sind als Lebensraum wichtig, auch Baumruinen können einen bedeutenden Beitrag als Wohnraum und Futterquelle für verschiedene Tiere leisten.

Nutzung

Neben der Nutzung des Baumes als Lebensraum für zahlreiche Tierarten, ist er auch von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Vor allem die Verwertung von Holz als ein vielseitiger Bau- und Werkstoff und als Brennholz macht Bäume zu einem der wichtigsten Rohstoffquellen weltweit. Sie dienen zudem zur Produktion von Obst, Gewürzen, wie Zimt, Nelken und Muskat und Arzneimitteln wie zum Beispiel Chinin. Aus dem brasilianischen Gummibaum Hevea brasiliensis gewinnt man hochwertiges Kautschuk das auch durch Synthesegummi nicht ersetzt werden kann. Des Weiteren liefern Bäume wie die Öl- und Kokospalme pflanzliche Fette oder produzieren Duftstoffe wie zum Beispiel die Blüten des Ylang-Ylang-Baumes. Bäume haben auch, vor allem in Form von Zierpflanzen, Alleen oder in Parkanlagen einen hohen Erholungswert für den Menschen. Ferner wird ihnen oftmals ein symbolischer Charakter zugeschrieben, der auf lange Traditionen zurückzuführen ist. So gelten zum Beispiel Brauchtümern wie der Weihnachtsbaum, der Maibaum oder auch der Richtbaum.

Gefährdung

Viele Baumarten sind, vor allem durch den unkontrollierten Holzeinschlag stark gefährdet. Täglich werden zur wirtschaftlichen Nutzung und Holzproduktion zahlreiche Bäume gefällt, was zum Teil zur kompletten Vernichtung bestimmter Arten beiträgt. Auch durch die vom Menschen verursachten Anpflanzungen von Monokulturen, werden viele heimische Arten verdrängt. Aufgrund des Klimawandels kommt es zunehmend zu Veränderungen in der Vegetation und somit zu Baumsterben. Die ansteigende Industrialisierung verunreinigt die Luft stark durch Abgase von Autos, Fabriken und Kraftwerken. Diese Schadstoffe verbreiten sich in der Atmosphäre und führen zu so genannten „Sauren Regen“, welcher Mitverursacher des Waldsterbens ist. Er führt nicht nur unmittelbare Schäden herbei, sondern schwächt auch die Widerstandskraft gegen Trockenheit, Frost und Krankheitserreger. So werden etwa 10 Prozent aller Baumarten, also rund 9 000 Spezies, als gefährdet eingestuft.

Mehr zu den Ursachen von Smog und sauren Regen findest du hier. Erläuterungen zum Klimawandel kannst du hier finden.

Bäume in der Stadt

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