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Übersicht

Inhaltsverzeichnis

Bau einer Benjeshecke

Durch die Anlage einer Benjeshecke schafft ihr für viele Gartenvögel die Voraussetzung, sich in eurer Hecke niederzulassen und ihren Nachwuchs aufzuziehen. Zudem bietet ihr zahlreichen Kleinsäugern ein optimales Winterquartier.

Hintergrund


Benjeshecken – benannt nach ihren Wiederentdeckern Heinrich und Hermann Benjes – stellen eine besondere Art naturnaher Hecken dar. Bei einer Benjeshecke werden Gehölzschnitte zu einem Wall aufgehäuft. Die Pflanzarbeit übernimmt im Idealfall die Natur selbst: Vögel und andere Tiere tragen Samen in den Wall, sodass ganz unterschiedliche Gehölze zu einer Hecke heranwachsen, die vielfältige ökologische Funktionen erfüllt, während das Schnittholz verrottet. Kein Wunder also, dass die Anlage einer Benjeshecke mit weitaus weniger Aufwand und Kosten verbunden ist, als dies bei der Anlage von anderen Hecken der Fall ist! Um die Artenvielfalt in einer Benjeshecke zu erhöhen, können Initialpflanzungen notwendig sein.

In den Benjeshecken beziehen nicht nur zahlreiche Gartenvögel ihre Nistplätze, sie bieten auch anderen Tieren – insbesondere Eidechsen, Schlangen und Fröschen – Unterschlupf und sind optimale Winterquartiere für Kleinsäuger. Ist eine Benjeshecke dicht zugewachsen, so trägt sie durch ihre Filterfunktion dazu bei, den Lärm und die Menge an Abgasen, die von der Straße in den Garten dringen, zu reduzieren.

Benjeshecke der Collies von der NAJU Sachsen-Anhalt

Zeit


Der Bau der Hecke sollte am besten in der Zeit von Oktober bis März stattfinden, am besten plant man für die Arbeit einen halben Tag ein.

Material


  • Gehölzschnitt
  • Arbeitshandschuhe
  • Angemessene Kleidung
  • Erste-Hilfe-Set
  • Essen und Trinken zur Stärkung

Aktion


Standort- und Materialsuche

Zunächst schaut ihr euch in eurem Garten, auf dem Schulhof oder an anderen Orten nach einem geeigneten Standort um. Ein kleiner Tipp: Plant die Benjeshecke so, dass sie mindestens in 1,5 Meter Entfernung zum Zaun des Nachbarn angelegt wird und sich mindestens über eine Länge von 4 Metern erstrecken kann. So beugt ihr nicht nur etwaigem Ärger mit den Nachbarn vor, sondern auch möglichen Enttäuschungen: Denn erst bei Ausmaßen von ca. 4 Metern entstehen für viele Tiere adäquate Lebensbedingungen. Da die Grundsubstanz einer Benjeshecke der Gehölzschnitt ist, bietet es sich an, die Anlage an eine Gehölzschnitt-Aktion zu koppeln oder zumindest das Schnittgut zu lagern.

Es geht los!

Ort und Zeitpunkt für die Anlage der Hecke sind geklärt, ausreichend Gehölzschnitt, einige Straucharten für die Initialpflanzung und genügend motivierte Hände sind vorhanden? Dann kann es losgehen! Sofern ihr eine Initialpflanzung plant, ist diese als erstes an der Reihe. Ihr solltet hierfür heimische und standortgerechte Arten verwenden. Danach folgt die Aufschichtung von Gehölzschnitt, bis die Benjeshecke eine Höhe von ca. einem Meter erreicht hat. Achtet bei der Aufschichtung darauf, dass ihr – entsprechend dem Aufbau einer "klassischen" Hecke – dicke Äste unten und in das Zentrum der Benjeshecke platziert und kleinere Zweige außen liegen. Es ist darüber hinaus auch wichtig, dass ausreichend Licht in die Hecke dringen kann, welches den Samen genügend Wachstumsmöglichkeiten bietet.

Wenn ihr mit dem Aufschichten des Gehölzschnitts fertig seid, habt ihr euren Beitrag zur Benjeshecke geleistet. Jetzt heißt es Daumen drücken, dass sie von vielen Tieren angenommen wird und sich nach und nach weitere Heckenpflanzen einfinden. Mit Geduld und Beobachtungsgabe könnt ihr die weitere Entwicklung eurer Benjeshecke selbst miterleben!

Die Pflege der Hecke

Euer Ziel ist es, möglichst viele "Bewohner" in eure neu angelegte Benjeshecke zu locken. Dies bedeutet, dass ihr auch für das Wohlbefinden der neuen "Untermieter" sorgen müsst und entsprechend verhindert, dass die Vögel während ihrer Brutzeit gestört werden. Ein Heckenschnitt zu Brutzeiten, das heißt zwischen Mitte März und Mitte September, ist also absolut tabu!

Um die Hecke in ihrer vollen Wirkung genießen zu können, ist es wichtig, dass ihr auch die Umgebung beachtet: Ein naturnaher Garten ist da natürlich besser geeignet als ein akkurat geschnittener englischer Rasen!


Diese Aktionsidee wurde von Hanne Kralemann erarbeitet.