Wechseln zu: Navigation, Suche

Der Bienenfresser

Es ist kaum zu glauben, aber Bienenfresser fressen am liebsten Bienen – und andere fliegende Insekten. Dabei sind sie in der Lage, giftige von ungiftigen Fliegern zu unterscheiden und wenden unterschiedliche Jagdmethoden an. Während harmlose Schwebfliegen (auch wenn sie Wespen ähnlich sind) zum Beispiel im Flug gefangen und verspeist werden, passen die eleganten Flieger bei Wespen oder Bienen auf, daß sie sie am Hinterteil erwischen. Anschließend reiben sie den Rumpf auf einer festen Unterlage, um das Gift rauszupressen.

Auch das Balzritual der Bienenfresser (Merops apiaster) ist eine spannende Angelegenheit: Das Männchen versucht, das Weibchen mit einem Hochzeitsgeschenk zu verführen: Erst wenn das Weibchen den angebotenen Leckerbissen verspeist hat, findet die Paarung statt.

Waren die Annäherungsversuche erfolgreich, baut das Paar in den folgenden zwei bis drei Wochen an der 5 mm breiten Brutröhre, die sie in Steilhängen, Erdhügeln oder Uferbänken in Wassernähe anlegen. Solange sie nicht auf ein unumwindbares Hindernis treffen und an einer anderen Stelle von vorne anfangen müssen, dringen sie ein bis zwei Meter in die Erde vor und legen dort die Bruthöhle an. Während der ganzen Schufterei verkürzt sich ihr Schnabel um einige Millimeter.

Nachdem sie dann 3 Wochen "richtig" brüten, schlüpfen 4 bis 7 Küken aus ihren Eiern. Die Jungen werden von beiden Eltern versorgt und sind je nach Wetter- und Nahrungslage nach 20 bis 30 Tagen flügge. Oft haben die Eltern bei der Aufzucht auch Hilfe von anderen Vögeln, die in der Kolonie leben.

Da Bienenfresser die Chitinteile ihrer Beute nicht verdauen können, speien sie sie wieder aus und so sammelt sich im Laufe der Zeit eine zentimeterdicke Schicht auf dem Boden der Höhle.

Zug

Die exotischsten Vögel Europas, die auf dem ganzen Kontinent verbreitet sind, ziehen schon im September Tausende Kilometer ins südliche Afrika und kehren erst im April/Mai zurück.

Bienenfresser im Klimawandel

Bienenfresser gab es lange Zeit nur im südeuropäischen Mittelmeerraum, seit Anfang der 90er Jahre wandern die Vögel aber wieder nach Norden. Die Klimaerwärmung und vor allem die geringeren Niederschläge begünstigen die Entwicklung der Bienenfresserbeute und somit den Bruterfolg. In Deutschland gibt es größere Populationen in offenem, buschigen Gelände im Regenschattengebiet des Harzes und in der Region um den Kaiserstuhl in Baden-Württemberg.

Dorit Protze

Links zum Weiterlesen

Quellen

Christopher Perrins (1987): Pareys Naturführer Plus Vögel, Verlag Paul Parey Lars Jonsson (1993): Die Vögel Europas und des Mittelmeerraumes, Verlag Franckh-Kosmos, 2. Auflage

Anita und Norbert Schäffer (2006): Gartenvögel: Naturbeobachtungen vor der eigenen Haustür, AULA-Verlag, Wiebelsheim

http://de.wikipedia.org/wiki/Bienenfresser_(Art) http://www.natur-lexikon.com/Texte/HWG/002/00184-Bienenfresser/HWG00184-bienenfresser.html http://sachsen-anhalt.nabu.de/m01/m01_06/ http://www.kindernetz.de/oli/tierlexikon/bienenfresser/-/id=74986/nid=74986/did=84428/11l1598/index.html http://www.nabu.de/m09/m09_06/06880.html http://www.naturerleben.bund-hessen.de/bienenfresser.html