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Inhaltsverzeichnis

Der Fluss im Reagenzglas - untersucht die chemische Gewässergüte

Idee

Untersucht die chemischen Eigenschaften des Wassers und bestimmt damit die Qualität eures Fließgewässers.


Hintergrund

Chemische und physikalische Eigenschaften des Wassers wie z.B. Temperatur, Sauerstoffgehalt, pH-Wert, Nitrat- und Phosphatgehalt geben Hinweise auf die Qualität eures Fließgewässers. Vielleicht habt ihr euch schon gewundert, warum ihr bei euch keine Forellen seht oder keine Muschelschalen am Ufer liegen. Nur durch bloßes Hingucken lassen sich solche Fragen meist nicht beantworten. Hier hilft es, mit gezielten Untersuchungen den Ursachen auf die Spur zu kommen. Die Temperatur z.B. beeinflusst viele biologische, chemische und physikalische Vorgänge im Wasser. Unter anderem nimmt die Löslichkeit von Sauerstoff bei höheren Wassertemperaturen ab, so dass man bei einer Temperatur von über 22°C schon von einem übermäßig belasteten Gewässer reden kann.


Umsetzung

Sucht euch eine flache Uferstelle, von der aus ihr leicht Zugang zum Bach habt. Falls das an eurem Bach ungefährlich möglich ist, nehmt ihr am besten die Proben aus der Mitte des Gewässers. Hier ist die Fließgeschwindigkeit im Vergleich zum Ufer höher und deshalb die Temperatur niedriger. Außerdem lauft ihr am Ufer Gefahr, zu viele Schmutzpartikel mit in der Probe zu haben, die eure Ergebnisse verfälschen können.


Als erstes könnt ihr mit einem handelsüblichen Thermometer die Temperatur eures Schützlings bestimmen. Je nach Strömungsgeschwindigkeit messt ihr entweder direkt im Gewässer oder in eurer Probe. Dabei müsst ihr natürlich aufpassen, dass sich die Probe nicht zu schnell erwärmt. Also nicht in die Sonne stellen oder zu lange in der Hand halten.


Auch mit Hilfe eurer Nase ist eine grobe Einschätzung der Wasserqualität möglich. So deutet ein Geruch nach „faulen Eiern“ auf eine starke Verschmutzung hin.


Vergleicht ihr eure Wasserprobe mit einer Trinkwasserprobe, so könnt ihr auch eine Aussage über die Färbung treffen. Braun oder grün ist ein Hinweis auf starke Algenvermehrung, wahrscheinlich bedingt durch einen zu hohen Anteil von Nährstoffen im Fließgewässer. Eisensulfid ist eine andere Verunreinigung, die ihr anhand von Verfärbungen erkennen könnt.


Dazu schaut ihr euch die Unterseite von mindestens zwei großen Steinen an eurer Probenstelle an. Sind dort schwarze Flecken zu finden, deutet das auf einen hohen Anteil von Eisensulfid hin.


Dies alles sind Untersuchungen, die ihr ohne größeren technischen Aufwand an eurem Gewässer durchführen könnt. Darüber hinaus gibt es noch ein paar Tests, die ihr mit Hilfe eines Wasseranalysekoffers oder speziellen Teststäbchen, z.B. aus der Apotheke, erledigen könnt. Dazu zählt unter anderem die Messung des pH-Werts oder die Bestimmung des Nitrat-, Nitrit-, Ammoniak- und Phosphatgehalts. Wie genau diese Test ablaufen, könnt ihr auf den jeweilig beiliegenden Beschreibungen nachlesen.


Tipps und Tricks

Einen Analysekoffer könnt ihr euch bei verschiedenen Stellen ausleihen. So bietet teilweise das Umweltamt eurer Stadt solch eine Ausrüstung an oder ihr fragt mal bei eurem NAJU Orts-, Kreis- oder Landesverband nach. Auch einige Schulen leihen diese Koffer gern aus. Fragt einfach mal nach.


Siehe auch:

http://www.bachuntersuchung.de


Diese Aktionsidee wurde erstellt von Annika Dick