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Dachbegrünung – wenn Pflanzen der Stadt aufs Dach steigen

Auch ein begrüntes Dach ist eine Art von Entsiegelung. Dabei muss man nicht einmal radikale Mittel ergreifen, wie z.B. Gebäude abreißen. Denn wenn die Dächer auf eine bestimmte Weise hergerichtet werden, können sich dort oben viele Pflanzen wohl fühlen.

Warum macht man’s?

Durch die Begrünung werden Dächer zu besonderen Biotopen, da sich seltene Pflanzenarten dort ansiedeln können. Außerdem gehen heimische Vögel und Insektenarten an diesen Orten gerne auf Nahrungssuche. Es gibt sogar Vögel, die auf grünen Dächern ihre Nester gebaut haben. Die bepflanzten Dächer erhöhen den Anteil der Grünflächen in der Stadt und tragen so zur Verbesserung des ökologischen Gleichgewichts bei.

Auch wir Menschen können unseren Nutzen aus den grünen Dächern ziehen. Sie können als Dachterrassen oder Dachgarten genutzt werden und dienen so unserer Erholung. Durch die Pflanzenbedeckung wird das Aufheizen versiegelter Flächen verhindert. Das bedeutet, dass es im Sommer nicht so unerträglich heiß im Zimmer wird. Zusätzlich wird das Haus durch das langsame Verdunsten von gespeichertem Regenwasser abgekühlt. So haben wir uns eine natürliche Klimaanlage geschaffen, die nebenbei auch unsere Kosten für Heizung und Klimatisierung senkt. Die bepflanzte Fläche speichert auch etwa 70 bis 80% des Regenwassers. Somit wird weniger Wasser in die Kanalisation abgeleitet und das Hochwasserrisiko wird wesentlich gesenkt. Unser neues Dach ist außerdem ein schlechter Schallleiter. Das heißt, unter einem begrünten Dach kannst du einerseits mehr Stille genießen, andererseits aber auch so richtig Party machen, ohne dass viel Lärm über das Dach nach außen dringt.

Wie macht man’s?

Bevor man mit der Begrünung beginnt, muss man natürlich erst einmal mit dem Hausbesitzer absprechen, ob er mit dieser Aktion einverstanden ist. Außerdem gilt es zu klären, ob das Dach wasserdicht genug ist, um die im Boden gespeicherte Feuchtigkeit auszuhalten. Vor allem muss es stabil genug sein, eine solche Last tragen zu können. Die leichtesten Dachbegrünungen wiegen nur ca. 50 kg pro Quadratmeter. Bei Dächern, die nicht viel mehr Gewicht aushalten, darf nur eine dünne Substratschicht aufgetragen werden. Auf dieser können nur kleinere Pflanzen wachsen, die auch Trockenheit vertragen, da nicht viel Wasser in der dünnen Bodenschicht gespeichert werden kann.

Um das Dach zu bepflanzen, wird zunächst eine Schutzfolie auf der Fläche befestigt. Sie verhindert, dass das Regenwasser in das Haus einsickern kann und dass die Wurzeln das Dach beschädigen. Darüber wird eine Vegetationsmatte verlegt. Zuletzt folgt eine Substratschicht aus Erde oder Granulat, in die man nun die Pflanzen setzen kann.


Die Kosten der Dachbegrünung liegen etwa zwischen 40 und 200 Euro pro Quadratmeter. Auch schräge Dächer können bepflanzt werden. Hierbei werden Querstreben über die Dachfläche verlegt, die das Substrat am abrutschen hindern.

Ihr seht, Dachbegrünung ist gar nicht so teuer und schon wenig Aufwand genügt, um ein kleines Naturparadies über den Dächern der Stadt zu zaubern.

Links zum Weiterlesen

http://www.murl.nrw.de/sites/arbeitsbereiche/forsten/gruene_daecher/index.html

Aktionsideen

(Malte Stöck, Jessica Franzen)