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Der Eisvogel

Eisvogel Foto von Peashooter/pixelio.de

Beute

In der Morgendämmerung ist der Eisvogel am besten zu beobachten. Seine Beute sind kleine Fische, die er im Stoßtauchen erhascht. Dazu stürzt er sich blitzschnell ins Wasser, kehrt nach erfolgreichem Fang auf den Ansitz zurück, schlägt den zappelnden Fisch ein paar Mal auf den Ast und dreht ihn geschickt, um ihn mit dem Kopf voran zu verschlingen. Dies alles geschieht innerhalb weniger Sekunden.

Der seltene Eisvogel benötigt für seine bis zu einem Meter lange Brutröhre, in der er die Jungen aufzieht, mindestens 50cm hohe Steilwände oder Abbruchkanten - vornehmlich an Flüssen und Bächen, aber auch an Seen und Teichen. Die Bodenbeschaffenheit sollte sandig oder lehmig sein, das Wasser langsam fließend - und vor allem sauber, damit der kleine Fischjäger seine Beute erkennt. Ausreichende Sitzwarten wie überhängende Äste und dichtes Gebüsch als Deckung sind ebenso charakteristische und essenzielle Lebensraumelemente.

Fütterung

Interessant ist die Fütterungszeremonie der Jungen, die rund um die Uhr mit kleinen Fischen versorgt werden müssen: Einer der meistens 6 bis 8 Nestlinge sitzt an der Stelle des Brutraumes, wo die Röhre einmündet. Wenn er seinen Happen abbekommen hat, dreht er sich um und spritzt eine Ladung flüssigen Kot in die Brutröhre. So kommt der Reihe nach jeder einmal dran. Der Kot versickert oder läuft hinaus, wodurch es in der Kinderstube des schillernden Exoten - nicht zuletzt auch wegen der Fischgräten - sehr übel riecht. Die Eltern, bei denen nach jedem Futtergang Fäkalien an ihrem bunten Gefieder kleben, nehmen deshalb des Öfteren ein Bad im Bach.

Als so genannter r-Stratege zeugt der Eisvogel sehr viele Nachkommen im Jahr, um seine großen Verluste auszugleichen. In strengen Wintern sterben sehr viele von ihnen, sie verhungern oder erfrieren. Viele Gewässer sind mit Eis bedeckt und die Nahrungsbeschaffung ist nicht mehr gewährleistet.

Feinde

Neben den natürlichen Feinden wie Kälte, Hochwasser (Vernichtung der Bruten), grabende Säuger und Greifvögel, stellte vor allem der Mensch in der Vergangenheit eine Gefahr für den Bestand des Eisvogels dar. Durch den Ausbau und die Begradigung der Fließgewässer sind viele Brutplätze verloren gegangen. Natürlich gewundene Fluss- und Bachläufe, die sich im Laufe der Zeit in die Landschaft „eingraben“ und an Prallhängen Abbruchkanten bilden, sind vielerorts begradigten Kanälen gewichen. Der natürlichen Auenvegetation mit umgestürzten Bäumen und ins Wasser ragenden Ästen, folgten triste, betonierte Ufer. Bis zur Mitte dieses Jahrhunderts war dieser farbenprächtige Vogel viel zu oft Opfer der Jagd, weil Fischer und Angler meinten, der Eisvogel reduziere ihre Fischbestände.

Die Verbreitung der Art ist heute sehr lückenhaft, auch wenn die genannten Eingriffe nicht mehr in so starkem Maße greifen wie damals. Die verbliebenen Populationen verdienen deshalb besondere Beachtung in Bezug auf den Umgang an unseren Fließgewässern. Beispielsweise, wenn es um Hochwasserschutzmaßnahmen geht, sollten wenigstens ausreichend Uferabbruchkanten erhalten werden. Unwissenheit und Ordnungswahn sorgen oftmals für das „Säubern“ von Bach- und Flussabschnitten. Dadurch verschwinden ganz plötzlich ins Wasser ragende Äste – essentielle Ansitzwarten -, aber auch Gestrüpp und Geäst, welches für die Deckung vonnöten ist.

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