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Emissionshandel

Foto von carolineheinzel/jugendfotos.de

Im Kyoto-Protokoll haben sich die beteiligten Industriestaaten 1997 verpflichtet, den Ausstoß klimaschädlicher Gase - wie zum Beispiel Kohlendioxid - bis zum Zeitraum 2008-2012 um 5% gegenüber 1990 zu senken. Die Europäische Union hat zugesagt, ihre Emissionen während der Jahre 2008 bis 2012 um acht Prozent gegenüber dem Niveau von 1990 zu verringern. Um diese Zielsetzung zu erreichen haben sich die Mitgliedstaaten der EU zu nationalen Klimaschutzzielen verpflichtet. Deutschland hat zugesagt, die Treibhausgasemissionen im gleichen Zeitraum um 21 % (bezogen auf 1990) zu reduzieren. Im Rahmen der Umsetzung des Kyoto-Protokolls ist innerhalb der Europäischen Union am 1. Januar 2005 der Emissionshandel gestartet. Die erste Handelsperiode umfasst die Jahre 2005 bis 2007, die zweite Handelperiode die Jahre 2008 bis 2012.

Das Emissionshandelssystem schafft eine wirtschaftliche Basis, den Ausstoß des klimaschädlichen Gases CO2 dort zu reduzieren, wo die Vermeidung am kostengünstigsten ist. Dies bedeutet, dass ökologisch wirksames Handeln ökonomisch umgesetzt wird. Die Zertifikate sind handelbar und dienen somit als eine Art Währung. Erreicht das Unternehmen seine erforderlichen Emissionsreduktionen durch eigene kostengünstige CO2-Minderungsmaßnahmen, kann es nicht benötigte Zertifikate am Markt verkaufen. Alternativ kann es Zertifikate am Markt zukaufen, falls eigene Minderungsmaßnahmen teurer würden. Erfüllt das Unternehmen seine Minderungsverpflichtung nicht, werden Sanktionen fällig, die in der zweiten Handelsperiode 100 Euro pro Tonne Kohlendioxid betragen. Die nicht erreichte Minderungsverpflichtung muss im Folgejahr zusätzlich erbracht werden.

In Deutschland nehmen die Betreiber von 1665 Anlagen am Emissionshandel teil. Es sind insbesondere alle großen Feuerungsanlagen (größer 20 MW Feuerungswärmeleistung) sowie die größeren Anlagen der energieintensiven Industrie, wie Stahlwerke, Raffinerien und Zementwerke.

Auf der Basis der im Oktober 2003 in Kraft getretenen Emissionshandelsrichtlinie sind die EU-Mitgliedsstaaten verpflichtet, Nationale Allokationspläne zur Umsetzung des Emissionshandels zu verabschieden. Die Nationalen Allokationspläne legen sowohl die Gesamtmenge der Zertifikate als auch deren Verteilung fest. Die Regelungen des Nationalen Allokationsplans werden in Deutschland rechtlich durch die Zuteilungsgesetze umgesetzt. Das Zuteilungsgesetz 2012 für die zweite Handelsperiode ist im August 2007 in Kraft getreten.

In der zweiten Handelsperiode wird die Gesamtzuteilung gegenüber der ersten Handelsperiode um 57 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr verringert. Von 2008 bis 2012 wird die jährliche Zuteilungsmenge für den Emissionshandelssektor auf 451,86 Mio. t CO2 begrenzt. Diese beinhaltet auch die Zuteilungen für Anlagen, die ab 2008 zusätzlich in den Emissionshandel aufgenommen werden. Hierbei handelt es sich in erster Linie um Cracker in der Chemieindustrie, Weiterverarbeitungsanlagen in der Stahlindustrie und Rußerzeugungsanlagen. Diese Anlagen emittieren zusammen 9,79 Mio. t CO2 pro Jahr. Im Vergleich zum aktuellen Emissionsniveau der derzeit vom Emissionshandel erfassten Anlagen (2006: 477,3 Mio. t CO2) wird die Zuteilungsmenge für 2008-2012 um mehr als 7% verringert.

Während in der ersten Handelsperiode 100% der Zertifikate den Unternehmen kostenlos zur Verfügung gestellt wurden, werden in der zweiten Handelsperiode in Deutschland fast 10% der Zertifikate veräußert.

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