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Entfernen von Fledermauskot

Datei:Fledermauskot Eisvögel Hamburg.JPG
Fledermauskot, Foto der Eisvögel von der NAJU Hamburg

Hintergrund

Wie viele andere Tierarten auch leiden Fledermäuse unter einem massiven Schwund an Lebensräumen. Immer mehr Straßen, Siedlungen und Fabriken werden gebaut, wodurch häufig sehr wertvolle ökologische Gebiete zerschnitten oder gar völlig zerstört werden. Die Fledermäuse finden demzufolge immer weniger geeignete Quartiere, in denen sie vor Fraßfeinden geschützt ihre Jungtiere aufziehen können. Parallel zu dem stetigen Rückgang der natürlichen Lebensräume finden die faszinierenden Insektenjäger auch immer seltener Unterschlupf auf Bauernhöfen, in Kirchen oder an Häusern, da im Zuge von Renovierungsmaßnahmen und energetischen Sanierungen immer mehr Quartiere verloren gehen. Der Fledermausschutz kann nur erfolgreich sein, wenn dieser problematische Trend abgemildert und schlussendlich sogar gestoppt werden kann. Es muss also alles daran gesetzt werden, vorhandene Fledermausquartiere zu sichern und neue Unterschlupfmöglichkeiten zu schaffen.

Neben dem Aufhängen und Kontrollieren von Fledermauskästen gibt es weitere Möglichkeiten im Bereich der Sicherung von Quartieren. Wir schlagen daher vor, bereits vorhandene und bekannte Fledermausquartiere zu pflegen, indem man den Kot entfernt.

Zeit

Der Zeitaufwand ist nicht besonders groß, hängt allerdings zwangsläufig von der Größe des zu reinigenden Quartiers ab. Normalerweise müssten 15-30 Minuten für die Reinigung ausreichen.

Material

  • Besen
  • Kehrblech
  • Eimer
  • Säcke für den Transport des Kots
  • Ggf. Planen, um den Boden des Quartiers abzudecken

Vorbereitung

Erkundigt Euch nach einem Quartier, das gereinigt werden muss. Im Gegensatz zu Fledermauskästen sollten beispielsweise Dachböden von Kirchen und Häusern vom Kot befreit werden, da er ansonsten die Bausubstanz angreifen kann. Fledermauskot ist zwar im Vergleich zu manchem Vogelkot (z. B. Tauben) relativ harmlos, aber wenn er über Jahre und vor allem während mehrerer Sommer auf einem Dachboden liegen bleibt, kann er der Bausubstanz gefährlich werden. Kennt Ihr vielleicht einen Pfarrer, der Fledermäuse in seiner Kirche nur duldet, wenn jedes Jahr der Kot entfernt wird? Oder vielleicht ältere Hausbesitzer, die nicht mehr in der Lage sind, ihren Dachboden sauberzumachen, aber den Fledermäusen eigentlich wohlwollend gegenüberstehen? Für genau solche Fälle ist unser Aktionsvorschlag geeignet. Setzt Euch mit diesen Menschen in Verbindung und bietet ihnen an, die Reinigung des Quartiers in jedem Herbst zu übernehmen und es damit auf langfristige Sicht für die Fledermäuse zu sichern. Vor allem das Mausohr, die größte Fledermausart Deutschlands, ist auf Dachböden angewiesen, wo es sich im Sommer unter das Dach hängen und seine Jungtiere aufziehen kann.

Durchführung

Alleine das Klettern auf die Dachböden kann vor allem bei alten Kirchen schon eine sehr spannende Aktion sein. Wenn Ihr oben angekommen seid, könnt Ihr auch gleich mit der Reinigung loslegen. Der Vorteil von Fledermauskot ist, dass er sehr trocken ist und beinahe überhaupt nicht riecht. Demzufolge lässt er sich ohne Probleme mit Besen und Kehrblech aufkehren und in Säcken abtransportieren. Lediglich beim Umfüllen in die Säcke kann es schon einmal ziemlich stauben. Vor allem bei alten Gemäuern mit einer dementsprechend anfälligen Bausubstanz kann es empfehlenswert sein, Planen auszulegen, damit der Fledermauskot im nächsten Jahr nicht mehr direkt auf dem Boden landet. Unter Umständen lässt er sich dann auch noch einfacher aufkehren.

Nachbereitung

Den Fledermauskot könnt Ihr im Anschluss an die Aktion auch durchaus sinnvoll verwerten, weil er sich hervorragend als Blumendünger eignet. Hebt ihn doch einfach für einen Info-Stand auf und gebt den Leuten, die sich nicht davor ekeln, ein Tütchen Fledermauskot mit, um für die Fledermäuse zu werben. Auf diese Weise könnt Ihr gleich einen doppelten Beitrag zum Fledermausschutz leisten.

Weitere Tipps

Diese Aktionsidee wurde von der NAJU Frankenberg erarbeitet