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Fassadenbegrünung – Mehr Grün am Haus

Datei:Fassadengrün.JPG
Begrünte Fassade, fotografiert von H. Nickerl, NAJU

Ein Schritt in Richtung einer grüneren Siedlung ist die Fassadenbegrünung von Gebäuden. Sie bietet nicht nur für die Tierwelt einen Lebensraum, sondern auch viele Vorteile für uns Menschen.

Bessere Luft, weniger Lärm

Grüne Wände verbessern das Stadtklima. Dichte Blätter und Zweige fangen als natürliche Staubfilter Schadstoffe aus Abgasen auf, die sich an Staubpartikel gehängt haben (Aerosole) und der menschlichen Lunge schaden können. Auch Schallwellen werden von dem dichten Grün verschluckt. Es wird leiser und die Luft wird gereinigt. Wir profitieren alle von einem besseren Klima und gesunder Luft. Ein geringeres Risiko, an den Atemwegen oder an Krebs zu erkranken, kann das Ergebnis sein.

So eine schöne Fassade!

Und sieht es nicht auch viel besser aus, wenn statt Beton oder Steinmauern eine grüne Wand erscheint? Einige Kletterpflanzen blühen schön oder bekommen im Herbst bunte Blätter, so zum Beispiel der wilde Wein. Andere Kletterpflanzen wie der Efeu sind auch im Winter grün.

Lebensraum an steilen Wänden

Rankende Hingucker erfreuen nicht nur das menschliche Auge, sondern helfen Tieren in der oft verarmten Stadtwelt beim Überleben. Zahlreiche Insekten wie Schmetterlinge und Wildbienen leben im Wandgrün. Auch Vögel finden hier Nahrung und Nistplatz. Damit viele Tiere die grünen Fassaden besuchen, sollten die Kletterpflanzen einheimisch sein: Efeu, Waldrebe oder Kletterbrombeere - je nach Lichtbedingungen der Fassaden stehen Naturfreunden verschiedene heimische Kletterkünstler zur Verfügung.

Schutz für Mauer und Geldbeutel!

Die maximalen Temperaturschwankungen sind bei begrünten Mauern nur halb so groß. Es wird im Sommer nicht so heiß und im Winter nicht so kalt. Grund dafür ist die Eigenschaft der Wärmedämmung im Luftpolster unter den Blättern und die Wärmespeicherung durch die Pflanzen selbst. Das spart Heiz und Energiekosten.

Kletterkünstler schaden Putz und Mauerwerk nicht.

Kletterpflanzen wachsen nicht in Mauern ein, sondern halten sich mit Saugnäpfen, Klimmhaaren, Haftscheiben oder -wurzeln an der Fassade fest. Dabei nutzen sie kleinste Unebenheiten. Angst vor Schimmel ist unbegründet. Im Gegenteil, der Mauerfuß wird durch den fortwährenden Wasserentzug durch die Wurzeln trocken gehalten. Auch bei neuen, noch nicht ausgetrockneten Gebäuden kann man schon begrünen. Denn breitflächige Pflanzerfolge zeigen sich erst nach drei bis vier Jahren, da Kletterer langsam wachsen. Gegen die Beschattung der Fenster durch herunterhängende Rankpflanzen hilft eine einfache Schere.

Keine Ungeziefer- Gefahr

In der Berankung kann ein naturnahes Gleichgewicht entstehen. Spinnen leben von Mücken und Fliegen, Vögel wiederum von Spinnen und Insekten, mit denen sie ihre Jungen füttern. Mäuse und Ratten mögen keine Grünpflanzen. Sie werden durch herumliegenden Müll und ungeschützte Nahrungsmittel angelockt.

Da spricht doch eigentlich nichts mehr gegen begrünte Wände in unseren Städten, oder?

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Aktionsideen

(Malte Stöck)