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Der Fischadler

Nachdem Fischadler (Pandion haliaetus) jahrzehntelang als Fischräuber bejagt wurden und seit den 50er Jahren auch noch mit DDT zu kämpfen hatten, galt der Bestand in den 70ern als fast ausgerottet. Erst seit den DDT-Verboten in Europa und den USA und umfangreichen Schutzmaßnahmen erholt sich der Bestand wieder, obwohl die Vögel auf ihren Zugwegen ins nördliche Westafrika noch immer verfolgt werden.

Fischadler Foto von s.kunka/pixelio.de

Der deutsche Bestand, der vorwiegend in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg beheimatet ist, wird heute auf ungefähr 360 Tiere geschätzt, was circa die Hälfte der europäischen Populationen ausmacht. Man geht von weltweit 8000 – 9000 Tieren aus.

Der Fischadler ist oberseits dunkelbraun und unterseits weiß gefärbt, die Flügel sind noch etwas dunkler, der weiße Kopf weist einen braunen Gesichtsstreifen auf. Er ist mit einer Spannweite von 145 – 160 cm ungefähr so groß wie der Rotmilan, aber bald doppelt so schwer.

Fischadler ernähren sich wie der Name schon sagt von Fischen. Obwohl sie physisch in der Lage wären, bis zu 2 kg schwere Fische zu greifen, jagen sie meist circa 200 g schwere alte und kranke Tiere. Um die Beute zu erspähen, warten sie an einer erhöhten Position oder fliegen langsam suchend bzw. rüttelnd über dem Wasser. Haben sie ein Ziel erspäht, geht es im Sturzflug mit bis zu 70 km/h steil nach unten. Kurz vor der Wasseroberfläche strecken sie ihre Fänge vor, um den Fisch zu packen. Fischadler sind in der Lage, ihre Atemlöcher zu verschließen, so können sie bis zu 1 m tief ins Wasser eintauchen.

Der Horst wird an exponierten Standorten wie einzeln stehenden Bäumen oder Strommasten errichtet, nachdem die Vögel im April aus ihren Winterquartieren zurückgekehrt sind. Er wird jährlich wiederbesetzt, so dass viele Vögel ihre Brut immer wieder mit demselben Partner absolvieren. Die 2 – 4 Eier werden 35 – 38 Tage lang vom Weibchen bebrütet, bevor die Jungen schlüpfen. Auch während der nächsten 2 Monate übernimmt das Männchen den Fischfang, während das Weibchen die Jungen bis zum Flüggewerden verteidigt. Danach bleibt die Familie bis zum Abflug im September/Oktober zusammen. Die Jungen kommen erst mit 3 Jahren wieder zurück auf die Nordhalbkugel zum Brüten.

Dorit Protze

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Quellen

Christopher Perrins (1987): Pareys Naturführer Plus Vögel, Verlag Paul Parey Lars Jonsson (1993): Die Vögel Europas und des Mittelmeerraumes, Verlag Franckh-Kosmos, 2. Auflage

http://de.wikipedia.org/wiki/Fischadler http://www.natur-lexikon.com/Texte/SM/001/00034-fischadler/SM00034-Fischadler.html http://www.m-vp.de/waren-mueritz-umland/1714.htm#Fischadler http://www.naturschutz-fachinformationssysteme-nrw.de/natura2000/arten/vogelarten/arten/pandion_haliaetus_kurzb.htm http://www.killikus.de/fischadler-pandion-haliaetus-adler/ http://www.bund-naturschutz.de/fakten/artenbiotopschutz/arten/fischadler.html http://www.mlur.brandenburg.de/cms/detail.php?id=185064&_siteid=300 http://www.nabu.de/nh/archiv/adler494.htm http://de.wikipedia.org/wiki/DDT#DDT-Verbot_in_den_USA