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Der Fitis

Der Fitis Foto von Tom Dove/NABU

Obwohl der schlanke, zarte Vogel in Deutschland recht häufig vorkommt, ist er doch nicht so oft zu sehen. Vielleicht liegt das an der gelblich und olivgrünen Färbung des 11 cm großen Laubsängers (Phylloscopus). Überhaupt ist er ganz schwer von seinem „Zwilling“, dem Zilpzalp (Phylloscopus collybita) zu unterscheiden, das geht selbst für geübte Beobachter oft nur über den Gesang. Der Zilpzalp ruft seinem Namen nach „zilp zalp zelp zalp“, während der Fitis (Phylloscopus trochilus) ähnlich dem Buchfink in einer flötenweichen Kaskade eine abwärts führende Melodie singt.

Zu finden ist der Fitis in Laub- und Mischwäldern, aber auch in Parks und Gärten, wo er in dichter Vegetation auf oder kurz über dem Boden brütet. Das Nest ist ein kunstvoller Kugelbau aus Grashalmen, Moos und Federn mit einem seitlichen Eingang. Dort bebrütet das Weibchen ab Mai 4 – 7 Eier, aus denen nach circa 2 Wochen die Küken schlüpfen. Sie werden von beiden Elternteilen 13 - 18 Tage lang mit Insekten und kleinen Spinnen gefüttert bevor sie flügge werden und das Paar eine 2. Brut beginnt.

Fitisse finden ihre Nahrung in Büschen und Baumkronen, in denen sie unentwegt herumhüpfen. Wenn die Insekten im Herbst weniger werden, verschmähen sie auch keine Beeren, um ihr Körpergewicht von circa 8 g möglichst zu verdoppeln. Für den Flug ins zentrale Afrika brauchen sie nämlich jede Menge Energie.

Zug

Fitisse fliegen ununterbrochen über 2000 km, ehe sie in Südgriechenland und Nordafrika Pause machen müssen, um ihre Fettreserven für die Überquerung des Mittelmeeres bzw. der Sahara wieder aufzufüllen und die reduzierten Organe zu regenerieren.

Um so energiesparend wie möglich zu fliegen, sind sie nur nachts in der Luft und halten sich in ungefähr 1000 m Höhe auf, in der sie meist Rückenwind von bis zu 35 km/h haben. Somit können sie ihre Geschwindigkeit verdoppeln und schaffen bei reiner Flugzeit von 40 Stunden die Strecke bis zum nächsten Rastplatz.

Bestandsentwicklung

Im europäischen Raum geht man von ungefähr 40 Millionen Brutpaaren aus, wovon allein 24 Millionen davon im zentralen Verbreitungsgebiet Skandinavien leben. Auch der Bestand der Fitisse hat in einigen Gegenden seit den 80er Jahren Einbußen erlebt, deren Ursachen vielleicht in den Zug- und Überwinterungsgebieten liegen könnten.

Dorit Protze

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Quellen

Christopher Perrins (1987): Pareys Naturführer Plus Vögel, Verlag Paul Parey Lars Jonsson (1993): Die Vögel Europas und des Mittelmeerraumes, Verlag Franckh-Kosmos, 2. Auflage

Mark Beaman und Steve Madge (1998): Handbuch der Vogelbestimmung, Europa und Westpaläarktis, Verlag Eugen Ulmer

http://www.nature-rings.de/tiere/10/page3.html http://www.salzburg.gv.at/themen/nuw/naturschutz/pflanzentierlebensraumschutz-1/geschuetzte_tiere/aves/fitis.htm http://www3.lanuv.nrw.de/static/infosysteme/naturerlebnisfuehrer/portraits/tiere/voegel/fitis.htm http://www.vogelwarte.ch/db/pdf/4720.pdf http://www.waldwissen.net/themen/waldoekologie/tieroekologie/wsl_fitis_DE http://www.nabu.de/m01/m01_11/03737.html http://www.vogelwarte.ch/home.php?cap=voegel&file=detail.php&lang=d&WArtNummer=4720 http://www.natur-lexikon.com/Texte/gr/001/00003/gr00003.html http://de.wikipedia.org/wiki/Fitis