Wechseln zu: Navigation, Suche

Inhaltsverzeichnis

Bau eines Fledermausbretts

Für die Fledermausarten, die auch Häuser als Quartiere nutzen, kann man leicht aktiv werden. Zum Beispiel kann man den kleinen Gefährten ein neues Sommerquartier schaffen, indem man ein Spaltquartier bzw. ein Fledermausbrett außen an seinem Haus anbringt. Diese lassen sich schnell ohne großen Aufwand herstellen.

Hintergrund

In der Vergangenheit waren Spaltquartiere in Form von Schiefer- oder Holzverkleidungen, Fensterläden usw. an fast jedem Gebäude vorhanden. Infolge von Sanierungen der Gebäude verschwinden viele dieser Quartiere. Vom Quartierverlust sind besonders Große- und Kleine Bartfledermaus, Breitflügelfledermaus, Zwerg- und Rauhhautfledermaus betroffen. Das Fledermausbrett soll dem entgegenwirken, er lässt sich unkompliziert am Haus befestigen und kann beliebig in Fassadenfarbe angestrichen werden. Ohne dabei die Bausubstanz oder die Optik zu beeinträchtigen. Geeignet ist das Fledermausbrett für alle Gebäudetypen, Wohnhäuser, Lagerhallen, Scheunen die eine geeignete raue Fassade aufweisen.

Zeit

Diese Aktion kann zu jeder Jahreszeit durchgeführt werden, am besten an regnerischen Tagen. Dabei reicht in der Regel ein Gruppentreffen aus.

Material

  • Holz und Schrauben
  • Werkzeug: Sägen, Schraubenzieher, Bohrer etc.
  • Bleistift und Lineal zum Abmessen der einzelnen Bauteile

Aktion

Das Fledermausbrett wird aus sehr rauem unbehandeltem Holz angefertigt. Günstig ist Lärchenholz, da es sehr wetterbeständig ist und deshalb auch ohne Holzschutzmittelbehandlung lange haltbar ist. Auf der Rückwand von ca. 1 m Breite und 0,5 m Höhe werden oben und an den Seiten Dachlatten als Abschluss angebracht. Die seitlichen Latten verjüngen sich von unten nach oben von 2,5 cm auf 1,5 cm Dicke. Darauf wird eine Vorderwand aufgeschraubt, die unten ca. 10 cm kürzer ist. Die überstehende Rückwand dient den Fledermäusen als Landebrett. Das Fledermausbrett wird möglichst hoch mindestens 4 m am Gebäude angebracht, am besten unter dem Dachüberstand, so dass es etwas gegen Witterungseinflüsse geschützt ist. Innen muss es sehr rau sein, so dass die Fledermäuse gut klettern können. Die Außenseite sollte glatt gehobelt werden, damit Regenwasser schnell ablaufen kann. Es kann auf der Außenseite auch mit einem biozidfreien Anstrichmittel gestrichen werden. Wichtig ist auch die Himmelrichtung der Hauswand. Fledermäuse lieben im Sommer Wärme, das Brett sollte daher wenigstens einen Teil des Tages von der Sonne beschienen werden. Ideal ist es, wenn das Brett zur Mittagszeit zum Teil beschattet wird, so dass die Tiere auch kühlere Bereiche aufsuchen können, falls es zu warm wird. Wenn die Hauswand sehr rau ist, zum Beispiel aus rauem Putz besteht, kann das Fledermausbrett auch ohne Rückwand angefertigt werden. Als Untergrund, an dem die Fledermäuse hängen, dient dann die Hauswand.

Tipp

Das Fledermausbrett sollte nicht über Fenstern, Hauseingängen oder Balkonen angebracht werden, da sich darunter Kotkrümelchen ansammeln, die an solchen Stellen stören können.

Quellen

Arbeitskreis Wildbiologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen e.V.

www.fledermausfreundliches-haus.de

http://www.pro.ottenschlag.com/Fledermausgiebel.pdf


Diese Aktionsidee wurde vom Wi.L.D. Team erarbeitet.