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Inhaltsverzeichnis

Fledermausfreundliche Gärten

…sind vielfältig und lebendig

…sind naturnah gestaltet

…sind mit einheimischen Wildpflanzen bepflanzt

…werden giftfrei bewirtschaftet

…und sind ein Paradies für Insekten

Fledermäuse ernähren sich von den kleinen krabbelnden, fliegenden und kriechenden Tierchen rund um euren Garten. Ihr könnt Fledermäusen helfen, indem ihr das Nahrungsangebot erweitert, also den Fledermäusen mehr Gerichte auf die Speisekarte setzt. Wie das geht und was man alles beachten muss, bei einem fledermausfreundlichen Garten wurde hier zusammengefasst. Also pimpt eure Gärten auf und macht kleine Fledermauswohlfühlbereiche daraus. Vielleicht gelingt es euch Fledermäuse anzulocken und dann die spannenden Nachtjäger bei euch im Garten bei der Jagd beobachten zu können.

Hintergrund

Fledermäuse sind auf ein breites Nahrungsangebot von dämmerungs- und nachtaktiven Insekten angewiesen. Die Hälfte der heute in Mitteleuropa lebenden Insekten steht auf der roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten. Insofern haben Tiere, die sich von Insekten ernähren, Probleme damit satt zu werden. Der Einsatz von Gift in Land- und Forstwirtschaft ist ein wesentlicher Grund für den drastischen Rückgang von Insekten. Von Gift geschwächte Insekten sind eine leichte Beute für Fledermäuse, allerdings ist die Gefahr sehr hoch, dass sich die Fledertiere an ihnen vergiften, was dazu führen kann dass die Fledermaus unfruchtbar wird oder aber daran stirbt. Außerdem werden immer mehr Wildkräuter verdrängt, die ebenfalls Nahrung für Insekten darstellen. Die Beseitigung von Hecken und Feldgehölzen, die Trockenlegung von Feuchtwiesen usw. stehlen Lebensraum für Insekten.

In Siedlungsbereichen stellen Gärten einen großen Teil der wenigen Grünflächen dar. Allerdings sind diese oft ökologisch tot. Das sollte so nicht sein. Gestaltet euren Garten fledermaustauglich und macht ihn zu einem Insektenparadies damit die Fledermäuse leichter Nahrung finden.

Typische Fledermausarten im Garten: Zwergfledermaus, Großes Mausohr, Braunes Langohr, die Rauhhautfledermaus, aber auch der Großer Abendsegler und die Breitflügelfledermaus.

Zeit

Je nach dem wie viel ihr in eurem Garten für die Fledermäuse verändern wollt.

Material

  • Einen Plan, was ihr genau verändern wollt und könnt
  • Gartenwerkzeug wie Schaufel, Harke, usw.
  • Handschuhe und festes Schuhwerk, um euch nicht zu verletzen
  • Eventuell Blumenerde
  • Eventuell Pflanzmaterial
  • Viel, viel Energie!
Zeichnung von Hellena Nickerl, NAJU

Aktion

In einem fledermausfreundlichen Garten darf es an unterschiedlichen Wildblumen, Wildstauden, Wildsträuchern und Bäumen nicht fehlen. In diesen Gärten blühen und fruchten von März bis November nacheinander verschiedene Wildpflanzen. Dadurch bieten diese Gärten die notwendigen Nahrungsgrundlagen für viele „Fledermaus-Beutetiere“.

Schafft als Erstes verschiedenartige Kleinstlebensräume wie Buntwiese, Trockenmauer, Totholzhaufen, Gebüsche, Hecken und Tümpel, in denen Insekten sich wohl fühlen. Danach könnt ihr mit der Bepflanzung eures Gartens beginnen.

Tipps

  • Blumenwiesen 2-3 Mal pro Jahr gestaffelt mähen
  • Heckenkrautsaum zwischen Wiese und Wildhecke stehen lassen
  • Wildhecke errichten
  • Hochstamm-Obstbäume und größere Bäume pflanzen, wo Baumhöhlen entstehen können oder Fledermauskästen angebracht werden können.
  • Balkone und Terrassen mit einheimischen Wildpflanzen bestücken
  • Zäune und Fassaden begrünen

Übersicht „Fledermauspflanzen“

Hier ist eine Liste von geeigneten Pflanzen, die ihr in euer neues Fledermaus-Jagdgebiet pflanzen könnt. Wichtig ist hierbei natürlich das Einsetzen von heimischen und standortgerechten Pflanzenarten.

Besonders geeignet (hohe Anzahl an Insekten): Salweide, Schlehe, Schwarzdorn und Brennnessel.

Wiesenpflanzen: Seifenkraut, Fetthenne, Gartensalbei, Weidenröschenarten, Nachtkerze, Stechapfel, Vogelwicke, Schnittlauch, Minzearten, Melisse.

Wildsträucher: Schwarzdorn, Holunder, Salweide, Gewöhnlicher Schneeball, Feldrose, Rote Heckenkirsche, Liguster, Weinrose, Haselstrauch, Weißdorn.

Bäume: Wildapfel, Wildbirne, Schwarzerle, Hängebirke, Winterlinde, Feldahorn.

Kletterpflanzen: Hecken-Wieke, Gemeiner Efeu, Wilde Brombeere.

Nun könnt Ihr gespannt abwarten, ob schon bald Fledermäuse durch euren Garten jagen.

Quellen

Öko-Forum Stadt Luzern „Stichwort Fledermausgarten“

Bernische Informationsstelle für Fledermausschutz „Fledermausfreundliche Gärten“

AK Fledermaus NABU-B-W. Seminar „Gärten für Fledermäsue von Ralf Hilzinger“