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Garten

Naturgarten

So schön kann ein Garten aussehen/jugendfotos.de

Seit Jahrhunderten legen Menschen Gärten an und gestalten somit ein Stück der Natur. Im Laufe der Zeit entwickelten sich Formen wie Nutzgärten, Ziergärten, Bauerngärten, Obst- und Gehölzgärten. Mitte der achtziger Jahre kam bei uns der Naturgarten auf, in welchem Nutz- und Zierpflanzen im Einklang mit der Natur angebaut werden. Ihm kommt eine hohe Bedeutung für den Artenschutz zu, denn heimische Tiere und Pflanzen ziehen sich hierher zurück. Sie haben in Parkanlagen und Privatgärten keine guten Überlebenschancen mehr, denn deren Besitzer tendieren immer mehr dazu, fremdländische Pflanzen anzubauen, um dem Gebiet ein exotisches Flair zu verleihen. Die Neuankömmlinge verdrängen jedoch oft die angestammten Arten. Bei den Pflanzen ist es allerdings wichtig, heimische Pflanzen – keine exotischen – auszusuchen und Wildpflanzen und –kräuter stehen zu lassen. Denn unsere Tiere brauchen sie zum Beispiel als Nahrung und Nistmaterial.

Warum Naturgärten?

In einem naturnahen Garten gibt es also viele unterschiedliche Kleinlebensräume für die verschiedenen Tiere. Gärten bilden mit den in ihnen lebenden Pflanzen und Tieren ein so genanntes Ökosystem. Ein Ökosystem ist meist umso stabiler, je vielgestaltiger der [[Lebensraum]9 ist. Ein abwechslungsreicher, naturnaher Garten stellt also ein ökologisches Gleichgewicht her und sorgt gleichzeitig dafür, dass wir Menschen die Natur genießen können.

Was gehört in einen Naturgarten?

Datei:Kräuterspirale.jpg
Kräuterspirale Foto von kladu/pixelio.de
Im Naturgarten sind Nutz- und Naturflächen nebeneinander vorhanden. So sollen auch Obst und Gemüseflächen ein Bestandteil des Gartens sein. Der Schutz vor Bodenerosion und die Bereitstellung von Lebensraum sind bedeutende Aufgaben der heimischen Gehölze. Als Fruchtlieferanten und Schattenspender gehören sie in jeden Naturgarten. Auch kleine Tümpel und Teiche sind wichtig für den Naturhaushalt, da sich viele Tiere in ihrer Nähe ansiedeln. Die Gehwege sollten aus Naturmaterialien wie Sand oder Rindenmulch bestehen und sich in harmonischer Form in das Bild des Gartens einfügen. Auch Trockenmauern mit großen Fugen sind dort gerne gesehen, denn sie bieten Lebensraum für Hummeln oder Eidechsen. Totholzbereiche, Steinhaufen und eine „wilde Ecke“ runden das Bild des Naturgartens ab. Auch heimische Büsche, Stauden- und Wildblumenbeete, Kräuterspiralen und Obstbaumgruppen schaffen nicht nur Lebensräume für Tiere, sondern machen den Garten um einiges interessanter. Denn: Je mehr Natur, desto spannender der Garten.

Chemie ist untersagt!

Ein gesunder Boden ist die wichtigste Grundlage für einen Naturgarten. Daher darf er nicht durch chemische Kunstdünger oder Pestizide vergiftet werden. Stattdessen wird durch Naturdünger und biologische Mittel die Widerstandskraft der Pflanzen gestärkt. Eine clevere Geste gegen Schädlingsbefall ist auch das vorausschauende Anbauen von Zwischenpflanzen, die diese Tiere abschrecken. Doch man sollte allen Lebewesen im Naturgarten ihren Platz lassen, denn nach wie vor gilt dort die Regel, die Louis G. Ley Roy formulierte: „Im Garten muss die Natur der Meister sein, und der Besitzer ist der Lehrling.“

Fledermäuse, Marder, Igel, Bienen oder Wespen und viele andere Tiere nutzen unsere Gärten als Lebensraum - auch in Städten. Schwalben und andere so genannte Gebäudebrüter bauen ihre Nester an Hauswänden oder Dachrinnen. Fledermäuse halten sich gerne in Dachböden und Hohlräumen an und in Gebäuden auf. Die Zugänge sollte man nicht verschließen, denn die Fledermaus gehört zu den am stärksten gefährdeten Säugetierarten und braucht dringend Wohnraum. Mehr dazu findest du hier.

Was ist ein Naturgarten?

Ein Naturgarten ist ein Garten, in dem durchaus auch Nutzpflanzen (zum Beispiel Obst und Gemüse) und Zierpflanzen (zum Beispiel Rosen, die nur der Verzierung dienen) wachsen. Allerdings geschieht das im Einklang mit der Natur, sodass der Garten ein bisschen mehr „Wildnis“ zulässt und sich viele Tiere und Pflanzen darin einfinden. Das Besondere an naturnahen Gärten ist, dass sie eine Vielzahl an Strukturen und Lebensräumen bieten. Jede Tier- oder Pflanzenart ist auf ein bestimmtes Spektrum an Lebensbedingungen angewiesen: Zum Beispiel sollte ausreichend benötigte Nahrung vorhanden sein, bestimmte Versteck-, Nist- oder Jagdmöglichkeiten geboten werden, genauso wie Balzplätze, ein Teich zum laichen und vieles mehr. Auch dürfen nicht zu viel Konkurrenz, Gefahr durch Feinde oder andere Störungen bestehen.

Übrigens: Die NAJU Berlin hat sich auch so einen Garten hergerichtet. Schau doch einfach mal vorbei! http://www.naju.de/projekte/najugarten/index.html

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