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Der Gartenrotschwanz ist Vogel des Jahres 2011

Der Gartenrotschwanz

Das Gartenrotschwanz-Männchen Foto von Kasulke/NABU
Das Gartenrotschwanz-Weibchen Foto von Kasulke/NABU

Im Sommer sieht man den schwarz-rostrot gefärbten rotkehlchengroßen Vogel häufig in lichten Wäldern, Parks oder Streuobstwiesen. Das unauffällig bräunlich gefärbte Weibchen dagegen fällt nicht so oft auf, wenn es schwanzzitternd auf bodennahen Zweigen sitzt und nach Insekten, Käfern oder Spinnen Ausschau hält.

Gartenrotschwänze (Phoenicurus phoenicurus) führen nach ihrer Ankunft in Europa ausdauernde Balz- und Paarungsrituale durch. Wenn die Weibchen aus Afrika zurückkehren, haben die Männchen die Reviere schon besetzt und gegen Rivalen verteidigt. Der beste Sänger kriegt das schönste Weibchen und nachdem er ihr sein begehrtestes Revier gezeigt hat, erklärt sich das Weibchen zur Paarung bereit.

Sie baut das Nest in einer natürlichen oder künstlichen Höhle und bebrütet die ungefähr 6 Eier 2 Wochen lang. Anschließend hudert sie die Kleinen 1 Woche und noch 7 Tage später sind die Küken flügge. Die Eltern füttern jeden Jungvogel 30 - 50 Mal pro Tag, auch nachdem er ausgeflogen ist. Je nach Wetter brütet das Pärchen noch ein 2. Mal.

Zug

Jeden Herbst machen sich die Rotschwänze mehr oder weniger vollgefuttert auf den Weg nach Afrika. Sie fliegen über Gibraltar bzw. Italien, Nordafrika und die Sahara bis nach West- und Zentralafrika. Nach einem warmen, erholsamen Winter kommen sie meist im April wieder bei uns an.

Bestandsentwicklung

Der Gartenrotschwanz gilt im Allgemeinen als häufiger Vogel, der auch gut zu beobachten ist. Allerdings konnten Ornithologen seit Beginn der 80er Jahre einen Bestandsrückgang feststellen, der sowohl in der zunehmenden Lebensraumzerstörung in Europa als auch in intesivierter Landwirtschaft und der Ausbreitung der Wüsten im Überwinterungsgebiet begründet sein könnte. In einigen europäischen Ländern findet er sich inzwischen auf der Roten Liste wieder.

Dorit Protze

Links zum Weiterlesen

Quellen

Christopher Perrins (1987): Pareys Naturführer Plus Vögel, Verlag Paul Parey Lars Jonsson (1993): Die Vögel Europas und des Mittelmeerraumes, Verlag Franckh-Kosmos, 2. Auflage

Mark Beaman und Steve Madge (1998): Handbuch der Vogelbestimmung, Europa und Westpaläarktis, Verlag Eugen Ulmer

Anita und Norbert Schäffer (2006): Gartenvögel: Naturbeobachtungen vor der eigenen Haustür, AULA-Verlag, Wiebelsheim

http://de.wikipedia.org/wiki/Gartenrotschwanz http://www.natur-lexikon.com/Texte/HWG/002/00175-Gartenrotschwanz/HWG00175-Gartenrotschwanz.html http://www.naturerleben.bund-hessen.de/gartenrotschwanz.html http://www.andreasholgerklein.de/Gartenrotschwanz.html http://www.wunderbarenatur.de/index.php?option=com_content&task=view&id=149&Itemid=94 http://www.reuber-norwegen.de/RundeInfoVoegelGartenrotschwanz.html http://www.nabu.de/m01/m01_11/03729.html