Wechseln zu: Navigation, Suche

Inhaltsverzeichnis

Gartenteiche – ein Asyl für bedrohte Arten

Die Zahl der Feuchtbiotope ist in den letzten Jahren stark zurückgegangen. Tümpel, Moor- und Sumpflandschaften müssen zunehmend unseren Siedlungen und Straßen weichen. Auch Bach- und Flussläufe wurden vielfach begradigt und kanalisiert und verlieren dadurch an Wert für die heimische Tier- und Pflanzenwelt.

Durch fehlende Feuchtgebiete sind zahlreiche Arten, die solche Biotope besiedeln, inzwischen als ausgestorben oder stark gefährdet in die „Roten Listen“ eingegangen. Ein naturnah gestalteter Gartenteich kann zwar keine bedrohten Tiere und Pflanzen von der Liste nehmen, doch für einzelne Individuen kann er ein wertvoller Ersatzlebensraum werden.

Leben am Wasser und im Uferbereich

Schon eine kleine Wasserfläche im Garten ist eine Bereicherung für die Natur. Damit sich aber eine stabile Lebensgemeinschaft entwickeln kann, sollte die Wasserfläche mindestens 8m2 groß und 80cm tief sein. Je größer der Teich ist, desto vielfältiger wird er sein und desto mehr Tier- und Pflanzenarten können hier eine neue Heimat finden. Wichtig ist eine ausgedehnte Flachwasser- und Sumpfzone. Der Wasserbereich sollte nicht abrupt aufhören, sondern allmählich in einen flachen, feuchten Uferbereich übergehen. Die Natur ist hier das beste Beispiel für die Gestaltung.

Fische – eine Gefahr für alle Teichbewohner

In einem naturnahen Teich haben Fische nichts zu suchen. Gerade die allseits so beliebten Goldfische fressen mit Vorliebe Eier und Larven von Amphibien, Libellen und anderen Lebewesen und zerstören somit die Artenvielfalt des Gartenteiches. Durch ihren Kot und das Fischfutter wird das Wasser außerdem überdüngt. Übermäßiges Algenwachstum, absterbende Tiere und Pflanzen sowie Eutrophierung (Nährstoffanreicherung) sind die Folgen.

Keine Tiere fangen und einsetzen!

Auf keinen Fall sollte man Amphibien fangen und sie anschließend im Teich aussetzen. Dies ist zum einen verboten, weil zahlreiche Arten unter Naturschutz stehen. Zum anderen haben sie spezielle Ansprüche an ihren Lebensraum und werden diesen Zwangsumzug nicht überleben oder wieder auswandern. Abwarten ist angesagt: Wenn der Teich naturnah gestaltet ist und ihren Lebensbedingungen entspricht, werden sich Amphibien, Libellen, Wasserläufer und viele weitere Tiere von ganz allein dort niederlassen. Wer ganz ungeduldig ist, kann auch einfach einen Eimer mit Wasser und etwas Schlamm aus einem anderen naturnahen Kleingewässer oder Gartenteich entnehmen und vorsichtig in den eigenen Teich schütten. Zahlreiche Kleinstlebewesen, Eier und Larven sind jetzt mit umgezogen.

Links zum Weiterlesen

Aktionsideen

Quellen

  • NABU (Hrsg.) (2000): Naturschutz ums Haus. Bonn.

(Jessica Franzen)