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Großer Brachvogel

Der Große Brachvogel (Numenius arquata) ist 50 bis 60 cm groß und lebt in Mooren, Wiesen, Flussauen und Auengebieten. Er ist leicht zu erkennen an seinem langen gebogenen Schnabel und seinen stelzenartigen Beinen. Er ist der größte Schnepfenvogel in Europa.

Das Gefieder des Großen Brachvogels ist sandfarben mit braunen Streifen. Er ernährt sich von Schnecken, Dung- und Laufkäfer, Käferlarven, Heuschrecken, Grillen, Ohrwürmer, Raupen, kleinen Spinnen und Würmern. Seinen Schnabel benutzt er, um im Boden nach Würmern zu stochern und Muscheln aufzubekommen.

Jedes Brachvogelpaar hat sein eigenes Revier, wo sie ihr Jungen großziehen. Das Nest wird gut versteckt auf dem Boden erbaut. Die vier Eier werden 27-29 Tage bebrütet. Die Jungen verlassen nach dem Schlüpfen sofort das Nest. Bis sie fliegen können, passen die Eltern auf sie auf.

Zug

Große Brachvögel ziehen im Herbst zum Überwintern in Richtung süd- und westeuropäische Küsten- und Wattgebiete, einige Tiere verbringen die kalte Jahreszeit auch an Seen oder in Feuchtgebieten im Binnenland. Sie sammeln sich mit andern Watt- und Schnepfenvögeln in großen Gruppen und fliegen gemeinsam in riesigen Schwärmen in den Winter. Ende Februar kommen die ersten Tiere schon wieder zurück, um zügig mit der Brut zu beginnen.

Große Brachvögel im Klimawandel

Der Große Brachvogel reagiert sehr empfindlich auf Wasserverschmutzung und -erwärmung und wird es deshalb in den kommenden Jahren wahrscheinlich noch schwerer haben als jetzt schon.

Bestandsentwicklung

Der deutsche Bestand des großen Brachvogels ist vom Aussterben bedroht, da sein Lebensraum, Moore und Feuchtwiesen, trockengelegt und in Äcker umgewandelt wird. 1982 als der Brachvogel gerade Vogel des Jahres geworden war, gab es in der Bundesrepublik noch rund 5000 Brutpaare. Bis in die 90er Jahre hinein ging der Bestand um 20 % zurück und liegt heute zwischen 3200 und 4000 Tieren. Europaweit (ohne Rußland) soll es noch etwa 220000 Paare geben, die vor allem in den nördlichen Regionen leben.

Clarissa Siegel

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Quellen