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Halsbandsittich

Halsbandsittich im Düsseldorfer Hofgarten Foto von Kurt F. Domnik/pixelio.de
Manch einer, der durch die Kölner Parkanlagen spaziert, wird seinen Augen kaum trauen: da fliegen doch tatsächlich echte Papageien in den Baumkronen umher! Diese Vögel leben wild in unseren Städten und sind inzwischen ein fester Bestandteil der deutschen Vogelfauna. Siehe auch Vogelvielfalt in der Stadt.

Aussehen

Dieser etwa elsterngroße Vogel ist ein Halsbandsittich und gehört zu der Familie der Papageien. Er hat ein auffallend grünes Federkleid und einen roten Schnabel. Die Männchen besitzen einen rosafarbenen Halsring, der ihrer Art den Namen gab. Bei den Weibchen ist dieser grün gefärbt. Halsbandsittiche werden etwa 42 cm groß, wobei der Schwanz 24 cm einnimmt.

Papageien vor der Haustür – wie das?

Der Halsbandsittich ist im mittleren Afrika und in Indien beheimatet. In Deutschland waren diese bunten Vögel ursprünglich nur in Zoos zu bewundern. Man nimmt an, dass Ende der 60er Jahre einige Halsbandsittiche aus dem Zoologischen Garten in Köln entkommen sind und sich im Kölner Raum verbreitet haben. Sie waren an die Lebensbedingungen in unserer Umgebung so gut angepasst, dass sie sich stark vermehren und weiter ausbreiten konnten. Die Zahl der in Deutschland wildlebenden Halsbandsittiche wird heute auf rund 1700 Tiere geschätzt. Außer in Köln leben die grünen Papageien auch in großer Zahl in Wiesbaden, Worms, Ludwigshafen, Mannheim, Heidelberg, Schwetzingen, Bonn und Düsseldorf. Mehr zum Thema Anpassung der Tiere findest du hier.

Erkennungsmerkmale

Die beste Zeit, um diese exotischen Vögel zu beobachten, ist von Oktober bis Mai. Im Sommer sind sie wegen ihrer grünen Farbe im Laub der Bäume nur schwer zu erkennen. Ihre lauten, durchdringenden Rufe kann man deutlich vom Gesang der heimischen Vögel unterscheiden. Am leichtesten kann man Halsbandsittiche im Flug erkennen: ihr grünes Gefieder und der rote Schnabel sind sehr auffällig, ebenso ihr langer Schwanz, der über die Hälfte ihrer Körpergröße einnimmt.

Jeden Abend, bei Einbruch der Dunkelheit, treffen sich die Vögel, um gemeinsam zu ihrem Schlafbaum zu fliegen. Dort übernachten sie einzeln oder paarweise auf den Ästen im unteren Bereich der Bäume. Wenn die Papageien am nächsten Morgen erwachen, lassen sie zunächst ihre Rufe erschallen. Nachdem sie sich ausgiebig geputzt haben, fliegen sie wieder gemeinsam in die Parks, wo sie den Tag verbringen.

Halsbandsittiche nisten in Baumhöhlen Ihre Nester bauen die grünen Papageien in den natürlichen Höhlen der Parkbäume und in leer stehenden Nisthöhlen von Spechten. In Bonn haben die exotischen Vögel auch bereits Nistkästen als Brutstätte angenommen. Das Weibchen legt meist vier Eier, die es 28 Tage lang brütet. Wenn sie sieben bis acht Wochen alt sind, verlassen die Kleinen zum ersten Mal die Bruthöhle. Ende Mai bis Anfang Juni sind die Jungen flügge und verlassen das Nest.

Feinde

Viele natürliche Feinde der Halsbandsittiche kommen nicht in Deutschland vor. Die einzigen Lebewesen, die ihnen gefährlich werden können, sind Greifvögel, nestplündernde Tiere und – der Mensch. Somit können sich die exotischen Vögel sehr schnell vermehren und ausbreiten. Dadurch entsteht jedoch Konkurrenz, andere Tiere werden verdrängt. Durch das Nisten in Bruthöhlen belegen die Halsbandsittiche Quartiere, die für gewöhnlich von anderen Höhlenbrütern wie Spechten, Buntspechten oder Dohlen genutzt wurden. Besonders letztere sind inzwischen sehr selten in Deutschland geworden. Für unsere heimische Vogelwelt stellen Halsbandsittiche also ein Risiko dar, auch wenn diese grünen Exoten noch so schön anzusehen sind.

Links zu weiteren Papageienarten

Links zum Weiterlesen

Quellen

  • Roth, H.J. (Hrsg.) (1990): Kölner Naturführer – Wege zur Natur in der Großstadt.