Wechseln zu: Navigation, Suche

Inhaltsverzeichnis

Hochwasser

Ursachen und Faktoren

Alle wichtigen Infos zu den Ursachen und Faktoren findest du hier!

Folgen

Die durch Überschwemmungen auftretenden Folgen jeglicher Art werden hier beschrieben!

Schutz vor Hochwasser

Wie du dich vor einem Hochwasser schützen kannst wird dir hier erklärt!

Geschichte

Seit wann gibt es Hochwasser eigentlich? ....schon immer!

711 (n.Chr.) Überschwemmungen in West-, Mittel- und Süddeutschland werden von verschiedenen Chronisten erwähnt

875 Überschwemmungen an der Weser

784 Karl der Große muss einen Feldzug abbrechen - die Weser hindert ihn, gegen die Sachsen zu ziehen

889 Überschwemmungen in Thüringen

910-30 sowie 990 bis 1000 Dürreperioden in Europa

988 Große Überschwemmungen aus ganz Deutschland....

1010 sehr kalter Winter in Europa, angeblich sogar Frost am Nil und am Bosporus/heutige Türkei

1174 Doppelhochwasser im Frühjahr und später im Winter mit verregnetem Sommer und Verlusten an Getreide und Wein in Belgien und Köln

1289 Klimaabweichung: Ein elsässer Chronist berichtet, dass um Weihnachten Obstbäume blühten und man in Flüssen baden konnte, im Januar fingen die Vögel an zu brüten!

1374 Ab dem 4.1. wurde der Mittelrhein, das Lahngebiet, das Maasgebiet und das Elsass von Hochwassern heimgesucht. Im Elsass werden entwurzelte Bäume, zerstörte Häuser und Erdrutsche gemeldet. Aus Köln wird berichtet, dass man mit einem Kahn über die Stadtmauer fahren konnte. Für das Rhein-Main-Gebiet meldet eine Chronik nach dem Hochwasser einen großen Kälteeinbruch. Das Hochwasser dauerte mehrere Wochen.

1408 Zu Beginn einer Kälteperiode konnte man im November und Dezember 1407 bis Ende Januar 1408 in Köln auf Höhe der Salzgasse über den Rhein spazieren, das folgende Hochwasser führte Eis mit und zerstörte große Schiffe.

1432 gehörte zu den klimatischen Ausnahmewintern mit extremen Temperaturen, man konnte in Kleve/Niederrhein und auf der Pegnitz bei Nürnberg per Fuß überqueren. Nach Auflösung des Eises kam ein entsprechendes Hochwasser mit massivem Schaden. In Köln wurden Kirchen bis zum Altar überflutet.

1552 Im Januar werden extreme Überflutungen von einem Chronisten bei Frankfurt, Marburg, Limburg (Main/Lahn) und parallel von einem anderen im Bereich Baden-Württemberg, Franken und Nordschweiz (Neckar/Fränkische Saale) mit Todesopfern und Schäden an Häusern und Brücken überliefert. Aus Köln wird gemeldet, dass der Rhein bis nahe an das St-Margareten-Kloster heranreicht. In Düsseldorf konnte man mit einem Kahn bis zum Marktplatz fahren.

1658 wurde am gesamten Rhein- sowie im Maingebiet und Elsass ein starkes Eishochwasser nach einem frostigen Winter gemeldet, bei dem in Köln 2000 Häuser überflutet und in Frankfurt der Main bis zum Nikolaus-Turm stand.

1740 Im Jll-Gebiet im Elsass wird von fast eine Woche langen Regengüssen heimgesucht, eine große Überschwemmung wird festgestellt. Wenig später wird ein warmer Regen geschildert, der in der Eifel den Schnee schlagartig schmolz und ein Hochwasser auslöste. In Koblenz konnte man "mit einem Nachen" zur Kapuzinerkloster fahren, wo sämtliche Teile der Kirche unter Wasser standen.

16.-17. Februar 1962 Das tödlichste und größte Hochwasser in Deutschlands Nachkriegsgeschichte war am 16. Februar 1962 in Hamburg. Nachdem Behörden die Lage nicht richtig eingeschätzt hatte und sehr spät erst eine Katastrophenwarnung herausgaben, überraschte eine aus der Nordsee kommende Hochwasserwelle tückischerweise Nachts 60.000 Menschen. Auslöser war ein extrem starkes Sturmtief, das nicht in vollem Ausmaß prognostiziert wurde. Die Deiche brachen an dutzenden Stellen, schnell waren ganze Stadtteile von Hamburg und Umland völlig abgeschnitten. Viele Menschen kamen um (347 Tote), Tausende von Bürgern waren obdachlos, der wirtschaftliche Schaden war immens. Es traf unter anderem auch die in den Senkengebieten der Elbaue in Baracken lebenden sozial schwächeren Bürger bzw. die Flüchtlinge aus den Ostgebieten. Bei diesem Ereignis bekam die neu eingerichtete Bundeswehr ihren ersten Großeinsatz (mit modernstem Gerät z.B. mit den neuen Hubschraubern). Nach dem Hochwasser wurden die Warnsysteme und die Katastrophenschutzroutinen erst richtig ausgebaut - denn es war klar: Bei frühzeitiger Warnung hätte es weniger Tote gegeben. In der Hamburger Presse mehrten sich nach der Katastrophen kritische Stimmen.

In der Zeit des Wirtschaftswachstums und der Re-Militarisierung führte dieses Großereignis zu gleich mehreren interessanten Entwicklungen. Der Einsatz militärischer Einheiten der Bundeswehr im Inland außerhalb des Verteidigungsfalls deutete eine neue Aufgabe des Militärs an. Das Hochwasser führte auch dazu, dass der verantwortliche Politiker als Innensenator Schmidt eine glänzenden Ruf als "Krisenmanager" hatte. Diesen Ruf konnte der spätere Bundeskanzler dann auch bei den Entführungen und dem Terror der RAF weiter unter Beweis stellen.

Den gleichen "Karriereschub" scheint auch der ehemalige "Deichgraf" und jetzige SPD-Chef M. Platzeck gespürt zu haben, der immerhin wesentlich differenzierter auf die ökologischen Hintergründe des Oderhochwassers 1997 reagierte. Auch bei den Medien gab es das erste Mal ein Interesse an der "Nachsorge".

Im Juli 1997 überschwemmte ein Hochwasser der Oder 17 Ortschaften und war das erste Hochwasser, was nach dem Februar 1962 bundesweite Solidarität auslöste. Es kam an mehreren Stellen zum Deichbruch oder zumindest zu einer dramatischen Aufweichung. Hier entstanden insgesamt geschätzte 330 Mio Euro offizieller Kosten bei Privateigentümern (Quelle: Münchener Rück). Die Gesamtkosten werden von Seiten der Bundesregierung auf rund 5 Milliarden geschätzt (Quelle: BAfG). Das Hochwasser wird von Politikern und der Öffentlichkeit als "Jahrhunderthochwasser" bezeichnet.


2002 Das Hochwasser in Europa und Osteuropa im Sommer 2002 kostete den Volkswirtschaften laut Münchener Rückversicherung etwa 13 Milliarden Euro, davon etwa ein Sechstel durch Versicherungen abgedeckt. Andere Quellen, sprechen von bis zu 25 Milliarden Euro (Quelle: BAfG) oder von 9,1 Milliarden Euro (Bundesregierung).

Überschwemmt wurden Teile der mittleren Elbe und der Nebenflüsse sowohl in Deutschland als auch in Tschechien, dazu gab es (allerdings nicht so verheerende) Regenrekorde in Regensburg und anderen Donau-Städten sowie Regionen in Ober- und Niederösterreich. Vom 12. bis zum 23. August gibt es bundesweit 18 Tote, die Zahl ist europaweit am Ende auf knapp 200 gestiegen. Allein in Sachsen werden zwischen 45.000 Menschen in der Zwischenzeit evakuiert und in Notunterkünften untergebracht. An der Elbe überschwemmt das Wasser Behörden und schwemmt Archive weg, wertvolle Kulturgüter sind betroffen - neben der Dresdner Semperoper und der Gemäldesammlung des Zwingers auch dutzende weiterer Museen. Wenige Monate später beschließt die Bundesregierung, dass aufgrund der Hochwasserschäden die Steuern nicht (wie geplant) gesenkt werden. Aus den Entlastungen im Haushalt wurde die Opferhilfe bezahlt. Dies zeigt, dass die Folgen fehlgeleiteter Hochwasserpolitik alle Bürger belastet.


....Die Hochwasser werden etwa ab dem Hochmittelalter immer häufiger von Chronisten aufgezeichnet, was auch daran lag, dass sich das Schreiben verbilligte und später das Papier das Pergament ablöste. Sicherlich gab es bereits vorher enorme Klimaabweichungen, die im Mittel aber lange nicht so extrem und so schnell voran gingen, wie die durch Treibhausgase menschlich ausgelöste Klimaveränderung heute.

Jahrhunderthochwasser

Nähere Informationen zu diesem Begriff findest du hier!

Aktionsideen

Links zum Weiterlesen