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Das Intergovernmental Panel on Climate Change

Der IPPC-Bericht

Das Eis schmilzt Foto von TiM Caspary/pixelio.de


Das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), zu deutsch zwischenstaatlicher Ausschuß zum Klimawandel, wurde 1988 von dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) und dem Weltverband der Meteorologen (WMO) gegründet. Das IPCC hat die Aufgabe die Risiken des Klimawandels zu beurteilen und Vermeidungsstrategien zu entwickeln. Die Folgen eines Klimawandels für die Gesellschaft sollen abgeschätzt werden. Dabei forscht das IPCC nicht selbst, sondern sammelt und beurteilt die Ergebnisse von Wissenschaftlern aus vielen Fachbereichen. Die Berichte des IPCC werden von vielen Vertretern aus Politik und Medien zitiert und sind die Grundlage der häufigsten aktuellen Diskussionen über die Klimaänderungen. Der vierte und damit neueste IPCC- Bericht erscheint in drei Teilen, von denen der erste Anfang Februar veröffentlicht wurde. Der erste Teil befasst sich mit den wissenschaftlichen Aspekten des Klimasystems und der Klimaänderung.

Teil 1

Die Kernaussagen:

Es gibt keinen Zweifel daran, dass das Klima sich ändert. Die globale Erwärmung und der Meeresspiegelanstieg haben sich beschleunigt, ebenso das Abschmelzen der Gletscher und Eiskappen. Es gilt als „gesicherte Erkenntnis“ dass menschliches Handeln seit 1750 das Klima erwärmt hat, hauptsächlich durch Verbrauch fossiler Brennstoffe, die Landwirtschaft und eine geänderte Landnutzung. Für die Erwärmung im 21. Jahrhundert wurden verschiedene Szenarien entworfen: Sollte der Ausstoß an Treibhausgasen nicht weiter steigen oder gar zurückgehen (niedriges Szenario) wäre immer noch mit einer Temperaturzunahme von 1,8°C zu rechnen bis zum Ende des Jahrhunderts. Eine Erwärmung von mindestens 1,8 °C gilt damit fast als unvermeidbar. Sollten weiterhin mehr Treibhausgase ausgestoßen werden (hohes Szenario), so muss im schlimmsten Fall mit einer Temperaturzunahme von mindestens 6,4 °C gerechnet werden. Die Wissenschaftler sind sich einig, dass die Erwärmung 2°C nicht überschreiten sollte, damit die Folgen für Mensch und Natur noch zu bewältigen sind. 2°C Erwärmung erscheinen gering, aber die Folgen für die Erde könnten katastrophal sein. Der Meeresspiegel soll im Laufe des Jahrhunderts um 18-59 cm steigen. Allerdings ist noch unklar wie sich das grönländische und das antarktische Eis entwickeln werden. Möglicherweise schmilzt das Eis auch schneller als angenommen. Der Nord-Atlantikstrom (Golfstrom) wird bis zum Ende des 21. Jahrhunderts voraussichtlich um 25% abnehmen. Ein plötzliches Ausbleiben der wärmebringenden Meeresströmung wird aber bislang noch für unwahrscheinlich gehalten. In den Tropen und Subtropen wird es weniger regnen. Während es in den nördlicheren Breiten zu mehr Niederschlägen kommen soll. Allerdings kann es auch zu stärkeren Schwankungen kommen, so soll es in Deutschland im Winter mehr regnen und gleichzeitig im Sommer trockener werden, ähnlich den am Mittelmeer gelegenen Gebieten.

Im Vergleich zum letzten IPCC Bericht, der vor sechs Jahren erschien, ist der neueste Bericht genauer und verläßlicher. Viele Zusammenhänge sind inzwischen besser untersucht. Inzwischen kann man sagen das die durch den Menschen produzierten Treibhausgase „sehr wahrscheinlich“ die Ursache für die Klimaerwärmung im letzten Jahrhundert sind. Im letzten Bericht hieß es noch „wahrscheinlich“. Die Leugner des durch den Menschen verursachten Klimawandels werden damit quasi in die Ecke der Außenseiter gedrängt.

Teil 2

Der Bericht der 2. Arbeitsgruppe befaßt sich mit den Auswirkungen klimatischer Änderungen auf Mensch und Natur. Insgesamt wurden ca. 30 000 Datensätze ausgewertet, welche die Einflüsse der bereits stattgefundenen und der erwarteten Klimaänderungen auf Ökosysteme, Landwirtschaft und Gesundheit untersuchen. Die Mehrzahl dieser Datensätze bestätigen die Vermutungen der Klimaforscher: Zahlreiche Ökosysteme haben bereits auf regionale Klimaveränderungen reagiert, und zwar insbesondere auf die gestiegenen Temperaturen. Frühlingsereignisse wie Blattentfaltung, Vogelzug und Eiablage treten deutlich früher ein als in vergangenen Zeiten, die Verbreitung von Pflanzen und Tieren verschiebt sich weiter nordwärts. Permafrostböden tauen auf und werden dadurch instabiler, die globale Eisschmelze führt zu mehr Gletscherseen und damit zu einem höheren Risiko für Gletscherwasserausbrüche. Neben den Ökosystemen ist auch die menschliche Gesundheit direkt betroffen. So stieg zum Beispiel die Sterblichkeit in Europa oder Asien während längerer Hitzewellen stark an, im Rekordsommer 2003 starben Tausende Menschen in Europa an den Folgen des ungewöhnlich heißen Wetters. Schlechte Prognosen macht der Bericht auch für die Zukunft. Je nach erwarteter Erwärmung wurden verschiedene Voraussagen gemacht. Gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Hitzestress, Unterernährung, Durchfall- und Infektionserkrankungen werden schon bei geringen Temperaturerhöhungen vermehrt auftreten. Höhere Temperaturen könnten einen weitgehenden Verlust biologischer Vielfalt und eine Zunahme von Überflutungen zur Folge haben. Bei einer Erwärmung von mehr als 3,5°C wären schließlich sowohl Ökosysteme als auch menschliche Systeme überfordert sich anzupassen. Einige Ökosysteme sind mehr betroffen als andere, vor allem die des Mittelmeergebietes, die Korallenriffe, Mangroven und boreale Nadelwälder müssen mit stärkeren Schäden rechnen. Auch bestimmte Regionen sind besonders stark betroffen, und es trifft die ärmsten am härtesten: Afrika, vor allem das Südliche, und die großen, dicht besiedelten asiatischen Mündungsgebiete. Ärmere Regionen werden auch weniger Möglichkeiten haben um sich an Änderungen anzupassen. Konkret wird sich die Wasserverfügbarkeit verändern. Manche Regionen werden stärkere Niederschläge erleben, andere Gebiete werden unter Trockenheiten zu leiden haben. Die Wasserverfügbarkeit hat eine große Bedeutung für die Nahrungsmittelversorgung durch die Landwirtschaft, sauberes Trinkwasser ist eine Grundbedingung für Gesundheit. Der zweite Teil des IPCC-Berichtes ist mehr noch als der erste ein Signal an die Politik zu handeln. Die Einflüsse des Klimawandels lassen sich kaum noch ernsthaft leugnen und die Menschen aller Kontinente sind von den Auswirkungen betroffen.

Alexander Balmert

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Quellen

http://www.ipcc.ch/