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Kleingärten – Private grüne Erholungsorte

Die meisten Stadtbewohner leben in mehrstöckigen Häusern oder sonstigen Wohnungen, die es ihnen unmöglich machen, einen eigenen Garten vor der Haustür anzulegen. Viele Familien ziehen in die Vororte, um mehr Grün um sich zu haben. Doch es gibt auch Natur in der Stadt: zum Beispiel in den Kleingärten.

In Deutschland gibt es über eine Million Kleingärten, die zusammen eine Fläche von über 46 000 Hektar einnehmen. Diese maximal 400 m2 großen Parzellen sind in größeren Anlagen zusammengefasst und werden privat bewirtschaftet. Sie sind für viele Menschen ein wichtiger Ausgleich zum Stadtleben. In einem eigenen Kleingarten finden sie ein Stück Natur ganz in der Nähe zu ihren Wohnungen. Diese Grünflächen bieten ihnen die Möglichkeit, Obst und Gemüse für den Eigenbedarf anzubauen und Blumenbeete anzulegen. Zusätzlich laden sie zu Freizeit und Entspannung ein. Vor allem Familien nutzen die Kleingärten sehr häufig. Kinder können hier gefahrlos spielen und die Natur entdecken.

„Grüne Lungen“ der Stadt

Durch ihre Bepflanzung mit Bäumen und Sträuchern tragen Kleingärten erheblich zur Verbesserung des Stadtklimas bei, denn die dortige Vegetation nimmt das von uns ausgeatmete CO2 auf und wandelt es in Sauerstoff um. Staub und sonstige Schadstoffe werden gebunden. Die Pflanzen halten einen Teil des Regenwassers zurück und erhöhen somit die Luftfeuchtigkeit. Durch die Kondensation dieses Wassers bleiben die Grünflächen im Sommer angenehm kühl. Die über Kleingärten entstandene Frischluft versorgt die bebauten Gebiete. Die grünen Gärten bilden zudem eine Ausgleichsfläche für die ständig zunehmende Flächenversiegelung.

Ein Paradies für die heimische Tier- und Pflanzenwelt

Nicht alle Kleingärten sind ökologisch gestaltet. Ein englischer Rasen oder fremdländische Vegetation haben keinen Nutzen für die Natur. Wenn ein Kleingarten jedoch naturgemäß bewirtschaftet wird, kann er schnell zu einer Oase für Tiere und Pflanzen werden. Seine Artenvielfalt ist wesentlich höher als die öffentlicher Parkanlagen. Er bietet Nistmöglichkeiten für Vögel und ist Lebensraum für Igel, Spinnen, Käfer, Schmetterlinge, Frösche, Schnecken und viele weitere Tiere. Gemeinsam mit anderen Grünflächen tragen Kleingärten zur Biotopvernetzung bei. Verschiedene Lebewesen können sich auf diese Weise über das ganze Stadtgebiet ausbreiten.

Kleine Gärten – große Bedeutung

Auch für die Stadtbevölkerung sind Kleingärten von Vorteil. Da sie für alle öffentlich zugänglich sind, bieten sie Erholungsgebiete direkt vor der eigenen Haustür. Diese wohnungsnahe Freizeitmöglichkeit verhindert unnötigen Verkehr und schont somit die Umwelt. Obendrein bieten Kleingärten eine gute Alternative zu Fernurlaub und Massentourismus. Auch die Stadt kann sich über Kleingärten freuen: die Erhaltung dieser wertvollen Grünflächen kostet sie keinen Cent, da sie von Privatpersonen gepflegt werden.

Naturgarten

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(Jessica Franzen)