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Kyoto-Protokoll

Flagge zeigen für's Klima Foto von Rainer Sturm/pixelio.de

Wenn es um Klimaschutz geht, ist seit einigen Jahren auch oft die Rede vom sogenannten „Kyoto-Protokoll“. Doch was genau hat es damit auf sich? Das Kyoto- Protokoll ist ein internationales Abkommen zum Schutz unseres Klimas und zur Verhinderung einer weltweiten Erwärmung. Ziel des Kyoto-Protokolles ist es, den Ausstoß an Treibhausgasen wie CO2, Methan und FCKW deutlich zu senken. Bis zum Jahre 2012 soll der Ausstoß durchschnittlich um 5% ( Im Vergleich zu 1990) gesenkt werden. 1997 wurde das Protokoll von den Vereinten Nationen (UN) in Kyoto, Japan verabschiedet (daher auch der Name des Protokolls).

Allerdings gab es lange Zeit ein großes Problem: Das Kyoto-Protokoll konnte erst dann in Kraft treten, wenn mindestens 55 Länder unterschrieben haben. Und wenn diese 55 Länder auch für 55% des weltweiten CO2 – Ausstoßes im Jahr 1990 verantwortlich waren. Ausgerechnet drei der größten Industrienationen, nämlich die USA, Rußland und Australien, weigerten sich, dass Protokoll zu unterschreiben und verhinderten damit das Inkrafttreten. Die USA sind zudem der weltweit größte Produzent von Treibhausgasen mit 37% (!) des Gesamtausstoßes.

Erst im Jahre 2004 unterschrieb Rußlands Präsident Putin schließlich das Protokoll und rettete damit das Abkommen. Australien und die USA weigern sich nach wie vor das Protokoll zu unterschreiben.

Die größte Schwierigkeit bei der Umsetzung des Protokolls sind die Kosten. Energiesparen und den CO2- Ausstoß senken sind für viele Unternehmen der Industrie zunächst mit höheren Kosten verbunden. Um den Vertragsstaaten die Umsetzung ihrer Verpflichtungen zu erleichtern wurden die sogenannten „flexiblen Mechanismen“ erdacht, die Kernpunkte des Protokolls. Diese flexiblen Mechanismen ermöglichen es, den CO2- Ausstoß dort zu senken, wo es am kostengünstigsten ist. Hierfür wurden drei Möglichkeiten geschaffen:

1. Internationaler Emissionshandel

Nicht jedes Land kann seinen Ausstoß an Treibhausgasen um 5% senken. Hat ein Land zum Beispiel größere Probleme diese 5% einzusparen, so kann es von einem anderen Land, dass ohne größere Schwierigkeiten 10% der Treibhausgase einsparen kann, die „überschüssigen“ 5% Einsparung abkaufen. Das andere Land verdient also an dem übermäßigen Einsparen der Treibhausgase. Jedes Land kann nun für sich entscheiden ob es kostengünstiger ist, selbst CO2 einzusparen oder gegen Bezahlung andere Länder für sich sparen zu lassen.

Mehr zum Thema findest du hier.

2. Gemeinsame Projektdurchführung

Kann ein Land die 5% Einsparung selbst nicht erreichen, kann es als Ausgleich in klimaschützende Maßnahmen und Projekte eines anderen Landes investieren. Wichtig ist nur, dass am Ende alle Länder im Durchschnitt ihren Ausstoß an Treibhausgasen um 5% gesenkt haben.

3. Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung

Mechanismus 3 ähnelt Mechanismus Nummer 2, nur das in diesem Falle ein Industrieland in klimaschützende Projekte in Entwicklungsländern investieren kann, falls es die 5% Hürde selbst nicht schafft. Damit soll die Weitergabe umweltfreundlicher Technologien an Entwicklungsländer gefordert und zur nachhaltigen Entwicklung in diesen Ländern beigetragen werden.

Die flexiblen Mechanismen führen allerdings zu einer Reihe von Problemen. Im Folgenden sollen zwei Beispiele vorgestellt werden:

Rußland und die Ukraine sind z.B. verpflichtet ihren Ausstoß an Treibhausgasen auf dem Niveau von 1990 zu halten. Vor 1990 gehörten beide Staaten der Sowjetunion an. Deren Industrie war extrem energieverschwenderisch und hat Unmengen an CO2 in die Luft geblasen. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion im Jahre 1990 brach auch die Industrie ein, der CO2 Ausstoß sank dadurch in den neunziger Jahren um ca. 40% in diesen Ländern. Noch bis voraussichtlich 2012 wird der CO2 Ausstoß Rußlands unter dem von 1990 liegen. Ohne CO2 einsparen zu müssen kann Rußland also „Emissionsrechte“ an andere Länder verkaufen, die dann ihrerseits kein CO2 mehr einsparen müssen. Die Folge wäre ein Ansteigen des CO2 Ausstoßes insgesamt! Ein anderes Beispiel ist Österreich: Das Alpenland soll bis 2012 ca. 3,5 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr weniger ausstoßen. In den neunziger Jahren lag der jährliche Ausstoß bei ca. 30 Millionen Tonnen. Österreich gibt aber einen Ausstoß von fast 34 Millionen Tonnen an. Auf dem Papier hätte Österreich also bei einem jährlichen Ausstoß von 30,5 MillionenTonnen das Einsparziel erreicht, in der Realität wäre der Treibhausgas- Ausstoß aber um 0,5 Millionen Tonnen gestiegen.

Fazit: Selbst wenn alle beteiligten Staaten ihre Vorgaben erfüllen und das Abkommen einhalten, ist damit die drohende Erderwärmung noch nicht verhindert. Sicherlich ist das Kyoto-Protokoll nur ein erster aber sehr wichtiger Schritt der Weltgemeinschaft in Richtung Klimaschutz. Weitere Schritte müssen in den kommenden Jahren und Jahrzehnten folgen. Die nächste Hürde war Ende des Jahres in Bangkok. Hier beraten die Umweltminister der Welt darüber wie es mit dem Kyoto-Protokoll weitergeht.

Alexander Balmert

Links zum Weiterlesen

Aktionsideen

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Quellen

Rahmstorf, S. und Schellnhuber, H.J. (2007): Der Klimawandel, Verlag C.H.Beck, 4. Auflage

www.umweltbundesamt.de/klimaschutz/index.htm

Climate Change-Die Zukunft in unseren Händen, Umweltbundesamt (2005/06)