Wechseln zu: Navigation, Suche

Inhaltsverzeichnis

Lärm in der Stadt

Überall, wo wir uns aufhalten, sind wir von Geräuschen umgeben. Ob das als Lärm empfunden wird, hängt von den Vorlieben eines Menschen und von der Situation ab. Auf einer Party genießt man die Musik – doch wer nebenan wohnt, sieht die Sache gleich ganz anders…

Was ist wie laut?

Lärm wird in Dezibel, kurz dB(A) gemessen. Allerdings muss man einen bestimmten Abstand zur Lärmquelle haben, sonst ist die Angabe von dB relativ. Bei einem geringen Abstand gelten etwa folgende Werte:

  • Auto fährt in Tiefgarage: 20-70 dB(A)
  • Rasenmäher 90 dB(A)
  • Start eines Stahltriebwerk-Flugzeuges: 120 dB(A)

Gesundheitliche Auswirkungen von Lärm

Bei ständigem Lärm im Bereich von 85 dB(A) und höher beginnt eine mehr oder weniger schwere Verletzung der Hörzellen – ein irreparabler Vorgang. Diese Werte werden nicht nur bei Baustellenlärm und dergleichen erreicht, sondern dröhnen auch bei Diskobesuchen oder aus dem Walkman in unsere Ohren. Lärm ist als Knall in der Höhe von 180 dB(A) tödlich, ab 150 dB(A) platzt das Trommelfell. Aber nicht nur der Extremlärm ist schädlich: Konstanten "leisen" Lärm kann man meist nicht umgehen. Die Folgen: Erhöhter Stress, Abnahme mentaler Leistungsfähigkeit, Kreislaufstörungen. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt als Grenzwert in Wohngebieten tagsüber max. 55 und nachts max. 45 dB(A).

Alltagslärm als Ursache für Schlafstörungen

Am gefährlichsten ist der alltägliche Lärmpegel. Denn trotz oberflächlicher Gewöhnung an lärmreiche Gegenden verändern die Geräusche das Schlafverhalten fast unmerklich. Die Entspannung im Schlaf ist wesentlich mehr gestört, wenn es laut ist. Durch den entstehenden Stress kommt es zu erhöhtem Blutdruck. Das Umweltbundesamt hat festgestellt, dass Lärm insbesondere Herzerkrankungen mit tödlichen Folgen auslösen kann. Was das für eine Bevölkerung bedeutet, die immer älter wird, müsste eigentlich klar sein.

Oben ist es am lautesten!

Lärm, der z.B. von einem wartenden LKW kommt, ist zwar sicherlich am lautesten, wenn man direkt neben ihm steht. Doch in einem Haus nimmt der Verkehrslärm meist nach oben hin zu! Grund ist, dass das Erdgeschoß durch parkende Autos oder die typisch niedrige Vorgarten-Bepflanzungen abgeschirmt wird. Oben fallen diese „Lärm-Bremsen“ weg, wenn nicht große Bäume die Straße säumen. Außerdem kommt hier noch indirekter Lärm hinzu, der von anderen Gebäuden wie ein Echo zurückgeworfen wird.

Fluglärm – lauter geht’s kaum

Autos und Motorräder sind in den letzten Jahren leiser geworden, so dass in Sachen Lärm das Flugzeug mancherorts in den Mittelpunkt gerückt ist. Besonders die Ausweitung des Flugverkehrs in den Nachtbereich bringt Probleme mit sich. Allein in Frankfurt gibt es mehrere hundert Flugbewegungen, immer mehr Flughäfen erhalten Sondergenehmigungen für Nachtflüge. Dann starten Frachtflugzeuge, die aufgrund von anderen Gesetzen lautere Triebwerke haben dürfen – paradox.

Dezibel drücken – Lärm bekämpfen

Viele Wohngebiete wurden einfach für den Durchgangsverkehr gesperrt – mit sehr guten Ergebnissen. Hier liegt wohl das größte Potenzial zum "Lärmverhindern": Verkehr umleiten und einschränken. Die einseitige Sperrung von Straßen, Verkehrsberuhigungszonen oder Einbahnstraßen helfen, Lärm zu verringern. Lösungen wie "Flüsterasphalt" oder Lärmschutzwände sind nützlich, aber sie wirken nicht an den Ursachen des Lärms. Individualverkehr per Fahrrad oder zu Fuß ist nahezu geräuschlos. Auch der Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel ist eine gute Alternative, denn ein Bus mit 20 Personen verursacht natürlich viel weniger Lärm als 20 Privat-PKWs. Ihr seht, durch ÖPNV, Rad fahren oder auch zu Fuß gehen tut ihr nicht nur der Umwelt etwas Gutes, sondern auch euren eigenen Ohren!

Aktionsideen

Links zum Weiterlesen

Lärm:

Fluglärm

  • Die Bundesvereinigung gegen Fluglärm stellt viele Infos ins Netz: http://www.fluglaerm.de/
  • Der Deutsche Arbeitsring für Lärmbekämpfung e.V. ist ein Verein, der sich generell mit dem Thema auseinandersetzt. Auch für Schüler gibt es interessante Angebote: http://www.dalaerm.de/

Alternative Verkehrskonzepte

Es geht auch ganz ohne Autos und damit ohne großen Lärm – hier ein paar ganz nette Beispiele:


(Bene Sunderhaus, Jessica Franzen) Die Inhalte wurden im Rahmen der Kampagne "Die Entsiegler" der NAJU erarbeitet.