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Inhaltsverzeichnis

Der Morphi-Test - Feststellung der Gewässer-Strukturgüte

Idee

Findet heraus, welche Gewässerstrukturgüte euer Fließgewässer aufweist. Ihr könnt auch unterschiedliche Fluss-Abschnitte miteinander vergleichen und das ganze mit einer Fahrradtour, einer Wanderung oder einer Kanufahrt kombinieren.

Hintergrund

Unsere Fließgewässer werden durch den Menschen von der Quelle bis zur Mündung in unterschiedlichem Ausmaß in ihrer Struktur beeinträchtigt und verändert. Auch wenn ihr nur wenige Kilometer betrachtet, sind leider oft schon große Unterschiede in der Strukturgüte festzustellen. Beim "Morphi-Test" wird das Fließgewässer daraufhin untersucht, wie groß der Grad der menschlichen Beeinträchtigung des Fließgewässerverlaufs ist. Anhand dessen kann man seine Strukturgüte feststellen. Zwar hat sich die Gewässergüte (Siehe: Saprobien-index) in den meisten Gewässern Deutschlands aufgrund von Reinigungsmaßnahmen und dem Bau von Kläranlagen verbessert, aber die natürliche Struktur vieler Flüsse wird aufgrund verschiedener Nutzungsansprüche (Wasserkraft, Schifffahrt, Landwirtschaft, Tourismus) verändert. Und das beeinträchtigt oftmals die Durchgängigkeit durch Wehre und Staustufen, die Eigendynamik des Wasserlaufes durch Uferverbau und Begradigung, die Breite der Randstreifen durch intensive Land- oder Forstwirtschaft usw. So weist die Strukturgüte unserer Fließgewässer leider oft eine schlechte Qualität auf.

Was braucht ihr?

• Kartierungsbogen • Kombileitfaden (unter Downloads als PDF-Datei zum runterladen) • Evt. Karte des Gewässerabschnittes • Stifte (blau, grün, gelb, rot) • Fotoapparat

Dauer der Aktion

Ein Gruppentreffen

Zeitpunkt

Das ganze Jahr, im Winter kann man aufgrund der fehlenden Vegetation die Gewässerstruktur sogar noch besser erkennen.

Umsetzung

Vor der Aktion: Überlegt euch, welchen Bach ihr untersuchen wollt und wie – ob zu Fuß, mit den Fahrrädern oder mit Booten. Bevor es losgeht, druckt ihr euch am besten den Kartierungsbogen und den Kombileitfaden der NAJU (unter www.fluss-connection.de bei den Downloads) aus (oder bestellt ihn bei info@fluss-connection.de).


Während der Aktion

Legt fest, in welchen Abständen ihr das Fließgewässer untersuchen wollt. Zu Fuß sind 100-Meter Abschnitte empfehlenswert, mit dem Rad oder mit dem Kanu könnt ihr auch größere Abschnitte wählen. Tragt diese Abschnitte fortlaufend in die oberste Zeile des Kartierungsbogens ein (100m, 200m, 300m, 400m, ...). Vergleicht das, was ihr seht, mit den Abbildungen im Kombileitfaden. Daraufhin geht ihr die einzelnen beschriebenen Punkte durch und kreuzt die zutreffenden Punkte auf dem Kartierungsbogen an. Die Strukturgüteklasse, in der ihr die meisten Punkte ankreuzen konntet, beschreibt die morphologische Qualität des Wasserlaufes an diesem Abschnitt. Und dann geht's weiter zum nächsten Abschnitt.


Tipps & Tricks

Besonders schön anschaulich wird es, wenn ihr eure Ergebnisse in einer Karte des Bachabschnittes eintragt. Ihr könnt auch das linke und rechte Ufer getrennt betrachten und dann auf der Karte gesondert dokumentieren. Am eindruckvollsten ist es, wenn ihr eure Ergebnisse farbig auf der Karte markiert. Die Farben sind einheitlich vorgegeben: Strukturgüte unverändert, naturnah: blau; mäßig verändert: grün; stark verändert: gelb; vollständig verändert: rot. In einem Balken- oder Kreisdiagramm lässt sich noch zusätzlich gut darstellen, wie viel Prozent des Fließgewässers die einzelnen Strukturgüten aufweisen.


Nachfolgende Aktion

Wenn ihr eure Untersuchungen mit Fotos gut dokumentiert und eure Ergebnisse anschaulich ausgewertet habt, könnt ihr euch überlegen, an welchen Stellen etwas verändert werden muss und wie man das umsetzen könnte. Schreibt diese Verbesserungsvorschläge an den Schluss eurer Dokumentation. Nehmt Kontakt mit der örtlichen Presse auf, so dass diese von eurer Aktion und den Ergebnissen berichtet. Vielleicht könnt ihr auch eine kleine Ausstellung organisieren? Fragt den Bürgermeister, ob er euch bei der Verbesserung der ökologischen Situation des Baches hilft. So kann eure Untersuchung der Anstoß zu einer Renaturierungsaktion werden. Schickt uns auf jeden Fall ein Foto und schreibt uns einen Bericht mit euren Ergebnissen!


Downloads


Diese Aktionidee wurde erarbeitet von Jessica Franzen und Astrid Mittelstaedt.