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Der Nil

Der 6671 km lange Nil in Nordafrika fließt als einziger ständiger Fluss durch die unbarmherzige Sahara-Wüste. Deshalb spielt er seit Jahrtausenden die zentrale Rolle in der Kulturgeschichte Ägyptens und der übrigen Anrainerstaaten.

Beschreibung

Der Nil in Nordafrika hat zwei Quellflüsse, den Blauen und den Weißen Nil, die in Ruanda bzw. in Burundi entspringen. Er mündet in Ägypten ins Mittelmeer. Sein Weg von der Quelle bis zur Mündung ist 6671 Kilometer lang und führt ihn durch viele Staaten: Durch Burundi, Ruanda, Tansania, Uganda, Sudan und Ägypten in Ost- und Nordafrika. Ob der Nil der längste Fluss der Erde ist, hängt davon ab, welchen Quellfluss man als Amazonas - Quellfluss annimmt. Der Amazonas, der in den peruanischen Anden entspringt und seinen Lauf durch den Regenwald in Brasilien nimmt, ist je nach gewählter Quelle etwa 6400 bis 7200 Kilometer lang. Aufgrund seiner Größe gilt er als Fluss der Flüsse. Je nach Monat und Ort führt er zwischen 75.000 und 220.000 Kubikmeter Wasser pro Sekunde und ist damit der wasserreichste Fluss der Erde. Sein Einzugsgebiet ist 6.112.000 Quadratkilometer groß.

Nur durch sein Wasser war es überhaupt möglich, dass Hochkulturen in dieser lebensfeindlichen Umgebung entstehen konnten. Die Steine für den Pyramiden-Bau vor 5000 Jahren wurden ebenso auf seiner Strömung getragen wie die berühmte Königin Kleopatra…

Lebensader in der Wüste

Der Nil hatte für das Leben im Alten Ägypten eine ganz wichtige Bedeutung. Erst durch sein Wasser und die mitgeführten Nährstoffe konnte an ihm schon 3000 vor Christus eine der ältesten Hochkulturen weltweit entstehen. In Ägypten durchfließt er die Sahara, genauer gesagt die Libysche, Nubische und Arabische Wüste. In diesen Wüstengebieten ist die Landwirtschaft nur aufgrund des Nilwassers möglich. Denn der Nil ist der einzige ständig Wasser führende Fluss der Sahara! Das Wasser wurde und wird zur Bewässerung und als Trinkwasser genutzt. Der nährstoffreiche Schlamm, der sich bei den jährlichen Überschwemmungen auf den anliegenden Feldern absetzte, förderte die Fruchtbarkeit der Böden und ermöglichte damit den Anbau von Feldfrüchten. Zur Zeit der Überschwemmungen maß man den stark schwankenden Pegelstand des Nils in so genannten Nilometern. Wie ausschlaggebend der Nil und seine Wasserführung für das Leben in der Flussoase waren, wird daran deutlich, dass sogar Steuern eingeführt wurden, die sich nach dem Pegelstand des Nils richteten, damit das Volk bei Niedrigwasser ohne Überschwemmungen nicht zu hungern brauchte.

An der Grenze zwischen Sudan und Ägypten wird der Nil seit 1971 durch den riesigen Assuan-Staudamm aufgestaut. Seitdem gibt es keine Hochwasser mehr am oberen Nil, und die Fruchtbarkeit der Böden hat nachgelassen, sodass die Landwirtschaft heute viel Düngemittel benutzen muss.

Über die Gefahren durch das Anstauen von Wasser wirst du in dem Artikel über Wasserkraft genauer informiert.

Hauptverkehrsader und -handelsweg

Der Nil war außerdem Haupthandelsweg und Verkehrsader. Über ihn wurden Waren befördert, um sie in anderen Ländern zu kaufen oder zu verkaufen. Holz, was es in Ägypten fast gar nicht gibt und die Steine für den Bau der berühmten Ägyptischen Pyramiden wurden über den Nil transportiert. Auch Vieh, Lebensmittel, Personen und Soldaten sowie natürlich alle Promis der damaligen Zeit, wie beispielsweise Kleopatra, wurden über den Nil befördert.

Mehr zum Thema Wasserstraßen findest du hier.

Die ganz besondere Atmosphäre, die der Nil und seine nahe liegenden Pyramiden ausstrahlen, wird heutzutage von den vielen Touristen geschätzt, die sich auf einer der zahlreichen Nilkreuzfahrten in Richtung Mittelmeer treiben lassen.

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