(Weitergeleitet von Parkanlage)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Inhaltsverzeichnis

Bäume in der Stadt

Wie sähe wohl Deine Stadt ohne Bäume aus? Tot und leer!! Bäume gliedern und beleben den Straßenraum, verbessern den Kontrast zu Bauwerken und ihre Anwesenheit wirkt verkehrsberuhigend, geschwindigkeitsmindernd und einfach nur schön. Grün gilt als Synonym für alles Lebendige, Wachsende und Vitale.

Ökologische Funktion

Wer sich schon einmal an einem heißen Tag in den Schatten eines Baumes gelegt hat, wird einige der ökologischen Funktionen eines Baumes hautnah miterlebt haben. Bäume erhöhen die relative Luftfeuchtigkeit, senken die Umgebungstemperatur, sodass Wärmeinseln vermieden werden, mindern die Windgeschwindigkeit und den Lärm, filtern Staub und Kohlendioxid und spenden letztendlich auch noch Schatten. Eine Buche mit 800.000 Blättern verarbeitet z.B. 2400g Kohlendioxid pro Stunde und an sonnigen Tagen können 25 m² Blattfläche deinen ganzen Sauerstoffbedarf decken.

Auch Tiere haben ihren Nutzen von den stillen Kameraden. Bäume dienen als Lebensraum für unzählige Tiere wie Vögel, Marienkäfer, Wespen, Schlupfwespen, Bienen und Spinnen. Aber auch Säugetiere wie Fledermäuse, Eichhörnchen und Siebenschläfer finden in ausgehöhlten Baumstämmen ein Zuhause.

Standortbedingungen

Das sind viele gute Argumente für Bäume in der Stadt! Jedoch bietet der Siedlungsraum für sie keine optimalen Standortbedingungen:

  • Böden haben höhere pH-Werte
  • Nährstoffarme Böden ( kein Nährstoffkreislauf)
  • Bodenverdichtung und Bodenversiegelung, kurz: Flächenverbrauch
  • Höhere Tag- und Nachttemperaturen
  • Verringerung der relativen Luftfeuchte
  • Höhere Sonneneinstrahlung
  • Ungünstiger Wasserhaushalt

Bäume in der Stadt müssen also Trockenheit, hohe Einstrahlung, Hitze und ungünstige Bodenverhältnisse gut ertragen können. Einige Baumarten haben für solche extremen Bedingungen spezielle Anpassungen an ihren Blättern. Dazu gehören eine Behaarung auf der Blattunterseite, Wachsauflagerungen, dickere Blätter und Fiederblätter. Andere Baumarten mit einem tiefreichenden Wurzelsystem können besser an das Wasser gelangen. Baumarten mit solchen Anpassungen kommen mit den Standortbedingungen im Siedlungsraum besser klar, so z.B. der nicht heimische Götterbaum oder die Ahornblättrige Platane.

Wichtige Kenntnisse

Um Bäume in der Stadt wirklich effektiv einsetzen zu können, gibt es viele Punkte zu beachten, so z.B.:

  • Kenntnis von Anatomie und Physiologie sowie der artspezifischen Ansprüche an den Lebensraum
  • Wahl der richtigen Baumart und ggf. Wuchsart für den jeweiligen Standort
  • Schaffung möglichst optimaler Standortbedingungen im Wurzelbereich bereits bei der Pflanzung, um die Vitalität langfristig zu erhalten→ Schädigungen können so besser überstanden werden
  • Planung von Vorsorgemaßnahmen zur Vermeidung von Schädigungen, z.B. durch Baumschutzbügel

Werden diese Punkte beachtet, haben sowohl der Baum als auch wir etwas davon, denn wir profitieren von seinen zahlreichen Nebeneffekten. Diese Erkenntnis existiert nicht erst seit ein paar Jahrzehnten. Bereits im Mittelalter entstand der Spruch: "Bäume sind der Reichtum einer Stadt!" – jedoch damals noch mit einem anderen Hintergrund…

Parkanlagen in der Stadt

Städtische Parks sind die reinsten Oasen in einer Großstadt. Wer denkt das nicht? Je größer die Stadt, umso wichtiger ist die Grünanlage für den Menschen und das Ökosystem.

Funktion für den Menschen

Die meisten Parkanlagen wurden und werden unter gärtnerischen Gesichtspunkten angelegt und dienen in erster Linie dem Menschen zur Erholung. Man kann wunderbar spazieren gehen, Sport treiben, toben oder einfach nur ein Sonnenbad auf der Wiese nehmen.

Funktion für die Bäume

Auf die Grünflächen wird in den meisten Parks ein besonderes Augenmerk gelegt, sie werden stark gedüngt und häufig gemäht. Das zieht leider eine geringe Artenvielfalt mit sich. Mehr oder weniger naturnahe "Magerwiesen" mit entsprechend reicher Flora gibt es nur selten. Viele Parkanlagen zeichnen sich durch ihren alten Baumbestand aus.

Die meisten Bäume sind Laubbäume wie z.B. Eiche, Kastanie, Buche und Pappel. Doch auch Nadelgehölze wie z.B. Kiefern werden gepflanzt. In alten Bäumen können sich im Laufe der Zeit Höhlen im Stamm und in dickeren Ästen bilden. So entstehen Brutmöglichkeiten und Tagesquartiere für höhlenbrütende Vogelarten und Fledermäuse. Schade, dass oftmals solche Höhlen wegen der sogenannten Verkehrssicherungspflicht verloren gehen, aber die Sicherheit des Menschen vor herunterfallenden Ästen geht in diesem Fall vor.

Die Bäume in den Parkanlagen filtern außerdem die Stadtluft, verbrauchen das erzeugte Kohlendioxid und geben Sauerstoff über ihre Blätter wieder ab. Ein weiterer Nutzen, den die Menschen aus den Baumbeständen der Parkanlagen ziehen, ist die Lärmminderung. Wem ist noch nicht die Ruhe aufgefallen, die einen umgibt, sobald man mit ein paar Schritten den Parkeingang hinter sich gelassen hat?

Funktion für die Tierwelt

Auch viele Tiere, wie z.B. Eichhörnchen, Mäuse, Amseln und Krähen nutzen den Park als Lebensraum. Leider ist die Artenzahl nicht besonders hervorstechend, dafür aber die Individuenzahl! Grundsätzlich kann man sagen, dass die Tierwelt eines Parks umso artenreicher ist, je naturnaher der Park angelegt ist!

Fazit

Häufig steht der Park wegen seiner kulturhistorischen Bedeutung unter einer Art "Denkmalschutz". Du siehst, so ein Park wird gepflegt, aber oft nicht unbedingt auf seine "ökologische Wirkung" hin überprüft. Viel zu oft werden nichtheimische Pflanzen verwendet, die unsere heimischen Arten verdrängen. Dies hat zur Folge, dass die Tiere, die sich im Laufe der Jahrhunderte an das heimische Nahrungsspektrum angepasst haben, keine Nahrung mehr finden.

Eine Parkanlage, die sowohl für die Natur als auch für uns bedeutsam ist, würde nicht zu stark oder gar nicht gepflegte Wiesen und einheimische Gebüsch- und Baumbestände aufweisen, sowie ein artenreiches Tiervorkommen!! Und an all dem hätten wir auch noch unseren Spaß. Denn mal ehrlich, was ist schöner? Ein militärisch gestutzter Rasen oder die blühende Vielfalt einer naturbelassenen Wiese?

Quellen

  • H. Sukopp, R. Wittig 1998: Stadtökologie – Ein Fachbuch für Studium und Praxis. Gustav Fischer Verlag, 474 S.
  • C. König,R. Mache 2000: "Tiere im Stadtpark", in: " Stuttgarter Beiträge zur Naturkunde", Ser.C, Heft 46;2000

Links zum Weiterlesen


Aktionsideen