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Inhaltsverzeichnis

Recycling

Das Müll-Problem

Wie können wir Abfall vermeiden?

Die Entsiegler

Wie kommt es zu dem ganzen Müll? Diese Frage fällt dem ein oder anderen bestimmt ein, wenn er mit dem Thema Müll konfrontiert wird. Um die Antwort zu finden, muss man sich nur die wirtschaftliche Situation vor Augen führen, in der wir uns seit geraumer Zeit befinden. Europa steckt in einem Zeitalter des Wohlstandes und dem damit verbundenen Überfluss. Es werden nicht mehr nur lebensnotwendigste Produkte gekauft, sondern auch immer mehr Luxusartikel, die das Leben versüßen. Was dabei heraus kommt, sind Produkte mit kurzer Lebenszeit (One-way-Produkte), bei denen nicht selten die Verpackungen voluminöser ausfallen als der Inhalt. Die Folgen unserer Kauf- und Wegwerfgesellschaft kennt mittlerweile jeder, der sich nicht hundertprozentig vor dem Thema versteckt. Jedes Jahr produzieren wir eine Menge von 350 kg Müll pro Person. Durch die Verwendung von Chemikalien und Kunststoffen steigen die Abfallberge in ungeahnte Höhen, da man viele dieser Stoffe nicht verbrennen kann. Diese gammeln vor sich hin, ihr Sickerwasser führt zu Gewässereutrophierungen ( Belastungen, Verunreinigungen) und in hundert Jahren, wenn keiner von uns Müllverursachern mehr lebt, liegt unser Müll noch immer an der selben Stelle und hat sich im Gegensatz zu uns verdammt gut gehalten.

Abfall vermeiden!

Da das Thema Müll nicht jünger wird, haben sich Fachleute aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung ein "Konzept der Abfallvermeidung, Abfallsortierung und Abfallwiederverwertung" ausgedacht. Es entstand das Duale System Deutschland mit dem grünen Punkt, das auf viel Kritik stieß. Im Unterschied zu den zuvor existierenden Verfahren "Deponierung, Verbrennung und Export" können die Vermeidung, Sortierung und die Wiederverwertung nicht ohne eure aktive Mithilfe erfolgreich realisiert werden. Doch wie sieht so ein Wandel von einer unreflektierten Wegwerfgesellschaft zu einer umweltbewussten Wiederverwertungsgesellschaft aus? Kurz und knapp sind ein effizienterer Umgang mit den Rohstoffen, eine abfallarme Produktgestaltung und eine Änderung des Konsumverhaltens von Nöten. Doch solche Sachen sind immer leichter gesagt als getan. Fangen wir also erst einmal mit dem richtigen Einkauf an:

  • Mehrweg statt Einweg ist das Motto bei allen Getränke-, Milch- und Joghurtprodukten.
  • Loses Gemüse und Obst ist praktischer als abgepacktes. Außerdem kann man dann besser gucken, ob es schon irgendwo schimmelt!
  • Keine Plastiktüten, pfui, pfui: Eine Stofftasche oder ein Korb passen immer in die Tasche und reißen nicht im entscheidenden Augenblick am Henkel.
  • Großpackungen kaufen: dadurch spart man meistens nicht nur Müll, sondern auch Geld.
  • Wer Recyclingprodukte kauft, schont die Umwelt, da Rohstoffe wieder verwertet werden.
  • Durch Akkubatterien spart man auf lange Sicht einiges an Geld und reduziert die Umweltbelastungen.

Ein Abfallsektor, in dem man sich ganz besonders verausgaben kann, ist die Verwertung des Biomülls. Hier liegt das größte Abfallvermeidungspotenzial, denn aus rund einem Drittel unseres Abfall kann man im Komposter nährstoffreichen Humus herstellen. Also, startet Eure eigenen Müllverwertungsanlagen!! Dies soll nur ein kleiner Überblick über die vielen Möglichkeiten der Müllreduzierung sein, und bestimmt kanntet Ihr auch schon die oben aufgeführten, aber es ist wie in der Schule; man muss manche Sachen immer wieder lesen, damit man sie auch wirklich behält!

Quellen: W. Huber (Hrsg.: NAJU): Umwelttips, Viel Müll oder wenig Abfälle, 52 S.

(Aline Foschepoth)


Aus altem Glas wird neues Glas

Das wichtigste Ausgangsmaterial für die Glasherstellung ist heutzutage das Altglas, das in speziellen Glascontainern gesammelt wird. Doch bis aus Altglas eine neue Flasche, ist es ein langer Weg.

Altglas wird in der Aufbereitungsanlage nach Farben sortiert und zerkleinert. Alles, was kein Glas ist, wird entfernt. Das zerkleinerte Altglas wird gereinigt und kommt dann in die Glashütte. Dort kommen zu dem Altglas ein Teil neuer Rohstoffe, nämlich Sand, Kalk und Soda. Das alles wird miteinander vermischt und anschließend zur Schmelzwanne transportiert. In der Schmelzwanne ist es ganz schön heiß: 1.450 Grad Celsius. So heiß muss es sein, damit die Rohstoffe zu einer zähen, rotglühenden Glasmasse schmelzen. Das flüssige Glas wird zur Formmaschine geleitet und einzelne Glastropfen werden in Formen für die Glasbehälter verteilt. An der Luft erhärtet das Material, das in die Formen gepresst wird: ein neue Flasche entsteht. Sie ist zunächst aus der Form gelöst und ist noch glühend heiß. Auf einem Fließband wandern die fertigen Flaschen durch einen Kühlofen, wo sie langsam abkühlen. Nur durch langsames Abkühlen wird verhindert, dass sich Spannungen im Glas bilden und die Flaschen später "springen", also kaputt gehen. Bei der Qualitätskontrolle werden die Gläser auf Fehler hin untersucht. Die Flaschen mit Rissen werden aussortiert und kommen zurück in den Schmelzofen. Nur die Flaschen, die die Qualitätsprüfung bestanden haben, werden verpackt und ausgeliefert. Sie können wieder mit Mineralwasser befüllt werden.

Die Entsiegler

Nur Flaschen kaufen Dosen!

Warum Mehrwegflaschen die Umwelt schonen
Die Entsiegler

In Deutschland werden jedes Jahr 6 Milliarden Dosen weggeworfen. Damit könnte man einen Turm bauen, der bis zum Mond reicht!!!! Aber nicht nur das. Es gibt viele weitere Argumente gegen Getränkedosen.

Zur Herstellung einer einzigen Getränkedose verbraucht man soviel Energie wie zur Produktion von 22 Mehrwegflaschen. Getränkedosen bestehen überwiegend aus Aluminium (Bauxit) und zur Bauxitgewinnung werden in Brasilien und Indonesien ganze Wälder abgeholzt und die Landschaft zerstört. Zusätzlich wird das Grundwasser dieser Umgebung mit Schwermetallen verseucht: Menschen und Tiere werden krank. Warum kaufen wir dann Dosen? Weil sie so schön "praktisch" sind, eben klein und handlich. Aber sei doch mal ehrlich: schmecken Getränke aus Dosen nicht immer ein bisschen metallisch? Außerdem kannst du eine Dose nicht wieder verschließen.

Da haben Flaschen doch einiges mehr zu bieten: Mehrwegflaschen schonen die Umwelt, Glas ist geschmacksneutral und Flaschen kann man zuschrauben, wenn sich der erste Durst gelegt hat.

Der Flaschenkreislauf

Mehrwegflaschen aus Glas werden in der "Flaschenfabrik", der Glashütte hergestellt und dann zu den Brunnen geliefert, aus denen das Mineralwasser kommt. Dort werden sie abgefüllt und in Getränkekästen sicher zu den Supermärkten transportiert. Hier werden die Flaschen verkauft und leere Flaschen zurückgenommen. Diese wandern wieder zu den Mineralwasserbrunnen, wo sie gereinigt, aufgefüllt und neu verschlossen werden. Mit einem neuen Etikett geht es dann wieder ab in den Supermarkt. Bis zu 50-mal kann eine Glas-Mehrwegflasche befüllt werden, bevor sie aussortiert, in der Glashütte eingeschmolzen und neu hergestellt wird. Auch die alten Etiketten und Verschlüsse werden wieder verwendet. Durchschnittlich sieben Jahre ist eine einzige Mehrwegflasche aus Glas im Handel. Durch ihr langes Leben wird ungemein viel Abfall vermieden, Energie und Rohstoffe werden eingespart. Das ist eine ganz einfache Rechnung: Denn ohne die Mehrwegflasche müsste man ja 50 neue Flaschen herstellen, die alle auf dem Müll landen würden, wenn sie leer sind. In jede Wasserflasche passen 0,7 Liter. Wenn sie 50 Mal befüllt wird, werden in ihr insgesamt also 35 Liter Wasser transportiert. Für die gleiche Menge bräuchte man etwa 100 Einweg- Dosen (je 0,3 Liter). Eine Flasche steht also 100 Dosen gegenüber. Ganz schön stark, oder?

(Karin Klaus)


Recycling-Papier – aus alt mach neu!

Quelle:NABU

Mal ganz ehrlich, benutzt ihr zu Hause Recycling-Papier? Das umweltfreundliche Papier ist in Deutschland immer mehr auf dem Rückzug. Eigentlich unverständlich, wo doch alle Fakten für recyceltes Papier sprechen!

Man unterscheidet bei uns zwischen zwei verschiedenen Papierarten: Holzzellstoff-Papier und Recycling-Papier. Holzzellstoff-Papier, unser gewöhnliches weißes Papier, wird aus dem Holz der Bäume gewonnen. Für eine Tonne Papier benötigt man 2,5 Tonnen Holz und zusätzlich eine gewaltige Menge an Wasser, Energie und Chemikalien. Es ist einleuchtend, wie umweltschädlich dieses Verfahren ist: riesige Wälder müssen abgeholzt werden, um unseren Papierbedarf zu decken. Das Holz wurde früher aus dem tropischen Regenwald importiert. Nachdem das Thema „Abholzung des Regenwaldes“ immer brisanter wurde, bedient man sich heute überwiegend aus den großen Wäldern in Schweden, Finnland oder Kanada. Wer einmal genau überlegt, dem wird klar, dass sich durch dieses „regenwaldfreundliche Papier“ das Problem nur von den Tropen in den borealen Nadelwald verschoben hat. Dieser Weg kann also nicht die Lösung sein!

Papier aus Abfall?!

Recycling-Papier besteht aus dem Altpapier, das ihr zu Hause sammelt. Der Anteil kann von wenigen Prozent bis zu 100 Prozent reichen. Prinzipiell gilt die Regel: je weniger weiß das Papier, desto mehr Altpapier wurde verwendet. Durch ausführliche Reinigungsverfahren oder Beifügen von optischen Aufhellern kann man heute jedoch auch bei Recycling-Papier eine hohe Helligkeit erreichen. Durch die Wiederaufbereitung entsteht aber ein Qualitätsverlust, weil die Fasern an Widerstandsfähigkeit verlieren. Unser Papier kann deshalb nur etwa sieben Mal recycelt werden. In Deutschland, das mit einem jährlichen Papierverbrauch von 220 kg pro Person auf Platz 2 der weltweit größten Papierverschwender liegt, werden etwa 80% des Altpapiers recycelt.

Wie entsteht Papier?

Papier wird in einer speziellen Papiermaschine gewonnen. Ausgangsstoffe sind Altpapier oder Holz- bzw. Zellstoff. Diese Materialien werden mit Wasser aufbereitet und zu einem Brei verarbeitet. Anschließend wird die Masse durch Siebe und Pressen geleitet, die ihm das Wasser wieder entziehen. Das ganze wird nun getrocknet und durch Walzen geglättet, bevor es zu einer großen Rolle aufgewickelt wird. Fertig ist unser Papier!

„Blauer Engel“ & Co.

Wer umweltfreundliches Papier kaufen möchte, der sollte auf bestimmte Umweltzeichen achten. Das bekannteste ist der „Blaue Engel“. Er wird für Papiere vergeben, die überwiegend aus Altpapier bestehen und chlorfrei gebleicht sind. Heute tragen rund 4000 Produkte dieses Zeichen. Seit dem Jahr 2000 gibt es auch ein einheitliches europäisches Umweltzeichen, die so genannte „europäische Blume“. Außerhalb Deutschlands findet man das Österreichische Umweltzeichen und den „Nordischen Schwan“.

Links zum Thema: http://www.bavweb.de/abfalltipp/papier.html http://www.bvdm-online.de/uwlexikon/r/recyclingpapier.html

(Jessica Franzen)


Wo unser Hausmüll landet

Aus den Augen, aus dem Sinn! So gehen viele mit ihrem Müll um. Schließlich werden unsere Mülltonnen regelmäßig geleert und was hinterher mit den Abfällen passiert, interessiert die wenigsten. Zumindest, solange wir keine Mülldeponie direkt vor unserer empfindlichen Nase haben.

Erst dann stinkt uns der gleichgültige Umgang mit dem Hausmüll. Je mehr Müll entsteht, desto mehr Mülldeponien werden natürlich gebraucht. Eine Mülldeponie ist ein örtlich begrenzter Ablagerungsort für die Abfälle, die nicht wiederverwertet werden können oder für die es sonst keinen Nutzen mehr gibt. 70 Prozent unseres Hausmülls wandert auf so eine Deponie. Die Gefahr, die beim Lagern von Müll entsteht, ist das Sickerwasser. Wenn es auf die Deponien regnet, fließt das Wasser natürlich durch alle Müllschichten durch. Auf dem Boden der Müllkippe angelangt, ist das Wasser nur noch eine stinkende, giftige Brühe. Du kannst dir vorstellen, dass es gefährlich wäre, wenn dieses Sickerwasser in das Grundwasser hineingelangen würde! Deshalb muss dieses Sickerwasser über ein Drainagesystem gesammelt und in einer Kläranlage gereinigt werden. Auf einer Müllkippe entstehen aber noch weitere gefährliche Stoffe: Gase, die sich beim Zersetzen des Abfalls ansammeln. Dieses Deponiegas besteht aus Methan, Kohlendioxid und einer Vielzahl anderer gasförmiger Schadstoffe. Es muss über einen Deponiebrunnen abgesaugt und über Gasfackeln abgebrannt werden oder wird zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt. Wenn die Deponiegase unkontrolliert entweichen sollten, kann die Umwelt direkt geschädigt werden.

Du könntest vielleicht denken, so eine technisch aufgerüstete Mülldeponie sei doch sehr sicher. Das mag sie jetzt auch sein. Aber was ist in zehn oder zwanzig Jahren? Jedes Material geht einmal kaputt, deshalb werden wir in Zukunft große Probleme mit unseren Müllkippen bekommen. Und wenn wir nicht langsam unsere Einstellung zum Müll verändern und weniger produzieren, dann wird es überall nur noch Müllberge geben. Keine schöne Aussicht, oder?

Denn es ist tatsächlich so: Die höchsten Berge der Welt sind von Menschenhand produziert: die Müllberge. Alleine der Hausmüll, der in Deutschland jedes Jahr anfällt, wäre gestapelt so hoch wie der Mont Blanc, und der ist immerhin 4810 Meter hoch. Jedes Jahr "produzieren" wir diesen Alpenberg und es übertrifft sicherlich jedes Vorstellungsvermögen, wenn wir ausrechnen, wie hoch der Müllberg wäre, den die gesamte Weltbevölkerung in einem Jahr zusammenträgt. Wenn wir nicht in unserm eigenen Müll ersticken wollen, müssen wir handeln und Müll vermeiden!

Übrigens: Die Müllverbrennung ist auch keine wirkliche Alternative zu den Mülldeponien. Das Verbrennen von vier Plastiktüten verbraucht so viel Sauerstoff, wie ein Mensch am Tag zum Atmen braucht! Beim Müllverbrennen wird also eine unvorstellbare Menge an Sauerstoff verschwendet, und natürlich entstehen z.B. beim Verbrennen von Kunststoffen auch giftige Gase. Bei uns in Deutschland haben mittlerweile fast alle Müllverbrennungsanlagen einen Filter, mit dem diese Gase zurückgehalten werden sollen. Aber in vielen Ländern der Erde werden diese giftigen Abgase einfach in die Atmosphäre ausgestoßen. Da ist es kein Wunder, dass sich das Klima auf der Erde verändert!

(Karin Klaus)


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