(Weitergeleitet von Rosskastanie)
Wechseln zu: Navigation, Suche

zurück zu Baumarten >>>

Inhaltsverzeichnis

Gemeine Rosskastanie (lat.: Aesculus hippocastanum)

Weißblühende Rosskastanie von Birgit Winter, pixelio.de

Wissen

Die gemeine Rosskastanie ist vor allem in den Städten anzutreffen. Dort findet man sie an Alleen und Straßen, in Parks, aber auch in Gärten.

Die Funktionen der Bäume in der Stadt kannst du unter dem gleichnamigen Artikel nachlesen.

Der Baum des Jahres 2005 wird oft als „Biergartenbaum“ bezeichnet, da sie in vielen Biergärten als Schattenspender dient. Allerdings ist die gemeine Rosskastanie keine einheimische Baumart. Ihre Ursprünge hat sie im Balkanraum, in den nordgriechischen, bulgarischen und albanischen Gebirgen. Um 1576 wurden die ersten Rosskastaniensamen in Wien ausgesät, siebzig bis hundert Jahre später erfolgten auch Anpflanzungen in Deutschland. Mittlerweile ist der Baum auf der ganzen Welt zu finden, auch in Amerika und Asien.

Die große Ausbreitung der gemeinen Rosskastanie hängt mit ihren geringen Ansprüchen an den Boden zusammen. Außerdem kann sie auch zeitlich begrenzte Trockenheit und Frost gut überstehen. In Wäldern ist die gemeine Rosskastanie trotzdem nur sehr selten anzutreffen, da ihr Holz nicht langlebig und daher auch nicht als Bauholz geeignet ist. Empfindlich ist der Baum gegenüber Bodenverdichtung und Streusalz.

Normalerweise werden gemeine Rosskastanien zwischen 20 und 25 Meter groß, es gibt aber auch Bäume, die die 30-Meter-Marke deutlich übersteigen. Große und alte Bäume können einen über vier Meter großen Stammdurchmesser haben. In der Regel werden gemeine Rosskastanien zwischen 150 und 200 Jahren alt, unter besonders guten Bedingungen können sie aber auch mehr als 300 Jahre lang leben.

Frucht und Samenschale von Maria Lanznaster, pixelio.de

Die gemeine Rosskastanie hat eine lange Geschichte als Heilpflanze. Rinde, Blüten und Samen können verwendet werden und haben vor allem eine große Wirkung auf das Gefäßsystem. Hauptanwendungsgebiet sind daher auch Krampfadern und andere Venenerkrankungen. Im Jahr 2008 wurde sie zur „Arzneipflanze des Jahres“ gewählt. Außerdem bekam sie den Titel „Baum des Jahres 2005“. Gemeine Rosskastanien können jedoch auch leicht giftig auf den Menschen wirken, wenn diese die Samenschale oder eine unreife Frucht verzehren.

In den Städten sind die gemeinen Rosskastanien häufig widrigen Umständen ausgesetzt. Dazu gehören neben dem bereits genannten Streusalz auch Autoabgase sowie Hundekot und –urin. Außerdem schädigen sie auch Schädlinge wie etwa die bekannte Rosskastanienminiermotte. Diese Mottenart sorgt dafür, dass die Blätter des Baumes schon früh vertrocknen und ihre grüne Farbe verlieren. Dadurch sterben die Rosskastanien zwar nicht ab, doch ihre Entwicklung und ihr Wachstum können geschädigt werden.

Gemeine Rosskastanien vermehren sich durch ihre Samen. Die braunen Früchte werden von einer stacheligen Samenschale umgeben. Die Kastaniensamen sind vor allem bei Kindern beliebt, die diese häufig im Herbst sammeln und damit basteln können.

Aktionsideen

Quellen