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Rosskastanienminiermotte (lat: Cameraria ohridella), auch Balkan-Miniermotte

Rosskastanienblätter mit Miniermottenbefall von gnubier, pixelio.de

Wissen

Bei der Rosskastanienminiermotte gehört zu der Familie der Miniermotten (Gracillariidae). Die gemeine Rosskastanie ist als Wirt der Namensgeber des Kleinschmetterlings. Der lateinische Name leitet sich vom Ohridsee in Mazedonien ab, wo die Motte 1984 zum ersten Mal nachgewiesen wurde.

Genau wie die Rosskastanie breiteten sich die Miniermotten vom Balkan aus über ganz Europa aus. Daher sind sie Neozoen, während die Rosskastanie ein Neophyt ist. Um 1992 wurden die ersten Exemplare in Süddeutschland gefunden, bis zur Jahrtausendwende gab es die Motten schon überall in Deutschland. Seit dem Jahr 2005 sind die Rosskastanienminiermotten in ganz Europa nachweisbar.

Ihren Namen hat die Rosskastanienminiermotte, wie auch andere Miniermotten, daher, dass sie im Inneren der Blätter des Baumes so genannte Minen fressen. Sie „minieren“ das Blatt also. Dabei durchtrennen sie aber Nährstoff- und Wasserzufuhr des Blattes, was zur Vertrocknung führt. Daher verliert das Blatt auch seine grüne Farbe.

In ihren Minen sind die Motten vor äußeren Einflüssen gut geschützt, sodass ihnen etwa auch eine längere Reise nicht ausmacht. So erklärt sich auch die schnelle Ausbreitung der Schädlinge, die etwa als blinde Passagiere in Autos und Zügen mitreisten. In kleinerem Maße erfolgte die Ausbreitung auch über den Luftweg.

Rosskastanienminiermotten bringen drei bis vier Generationen pro Jahr hervor. Die erste Generation schlüpft, wenn die Kastanien im Frühjahr blühen, die letzte Generation überwintert im Kastanienlaub. Somit hat der Wirtsbaum kaum Ruhezeit vor seinen Schädlingen. Ein Miniermottenweibchen legt etwa dreißig Eier, und die daraus geschlüpften Raupen fressen sich etwa zwanzig Tage lang durch das Blatt, bevor sie sich verpuppen. Nach bis zu drei Wochen schlüpfen dann die ausgewachsenen Miniermotten.

Aktionsideen

Hinweis zum Kastanienlaubsammeln

Auch wenn das Einsammeln und beseitigen von Kastanienlaub die mittlerweile am weitesten verbreitete und auch wirksamste Handlung zur Bekämpfung der Miniermotte ist, gibt es auch kritische Meinungen zu dieser Maßnahme. Im Kastanienlaub leben auch andere Tiere, die so zusammen mit den Blättern beseitigt werden. Dazu gehören unter anderem Marienkäfer und diverse Spinnen. Außerdem können beim Wegräumen der Blätter auch Igelwohnungen freigelegt werden.

Zusätzlich können auch der Boden und die Bäume geschädigt werden, wenn das Kastanienlaub fehlt. Dem Boden kann dadurch ein wichtiger Schutz vor Austrocknung und Frost fehlen. Außerdem gelangen auch keine Nährstoffe in den Boden und die Pflanzen, die eigentlich beim Zersetzen des Laubs entstanden wären.

Außerdem wird davon ausgegangen, dass das Laubsammeln den Befall höchstens reduzieren, langfristig gesehen aber nicht beseitigen kann. Der Miniermottenbefall schadet der gemeinen Rosskastanie] zwar, aber sie sterben dadurch nicht ab. Somit ist eine Bekämpfung der Miniermotte nicht zwingend notwendig, vielmehr kann so ein Aufbau von Abwehrstoffen durch die Bäume selbst verlangsamt werden.

Somit kann es möglich sein, dass der Schaden, der durch die Beseitigung des Kastanienlaubs entsteht, größer ist als der Nutzen.

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Quellen