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Schutzmaßnahmen für Fledermäuse

Fledermäuse sehen mit den Ohren und fliegen mit den Händen, nur manchmal in der Dämmerung schwirren sie über Waldrändern, Wasserflächen oder um Straßenlampen herum. Doch in den letzten Jahrzehnten haben sich die Bestände so verringert, dass alle 24 deutschen Arten heute auf der Roten Liste stehen. Der Verlust an Lebensraum und Nahrungsquellen gefährdet die Tiere nachhaltig.

Wissen

Doch natürlich kann jeder etwas tun. Besonders Fledermäuse, die in der Stadt leben, kann man durch zahlreiche Ausbaumaßnahmen des eigenen Dachbodens gut unterstützen, solange man keine toxischen Holzschutzmittel verwendet. Ob Einflugschlitze, Spaltenwände oder Fledermausbretter: Für das eigene Heim, Kirchtürme oder unterirdische Keller gibt es vielfältige Möglichkeiten. Siehe auch unter Kulturfolger.

Fledertiere, die, wie zum Beispiel die Rauhhautfledermaus, eher im Wald leben, brauchen große alte oder auch tote Bäume, in die der Specht schon eine Höhle gebaut hat. Also sollte man etwas dafür tun, solche Lebensräume zu erhalten, was allerdings manchmal mit der Verkehrssicherungspflicht in Konflikt tritt. Nicht nur deswegen sind naturbelassene Waldflächen ohne menschliche Begehung ein wichtiger Baustein in einem gesunden Ökosystem. Mit speziellen Fledermauskästen kann man aber auch waldliebenden Fledertieren helfen, die nun nicht das Glück haben, einen Urwald ihre Heimat zu nennen.

Fledermausfreundlicher Garten, H.Nickerl
Der eigene Garten kann natürlich auch fledermausfreundlich kultiviert werden. Ein erster Schritt ist der Verzicht auf Spritzmittel, sogenannte Insektizide, denn diese vergiften nicht nur Schädlinge und Nützlinge, sondern auch die Tiere, die sich von ihnen ernähren. Je naturnaher der Garten, desto größer die Artenvielfalt und desto stabiler das Ökosystem.

Fledermäuse leben über das Jahr verteilt in verschiedenen Quartieren. Im Sommer ziehen die Weibchen in Gruppen von 20 bis 2000 Tieren in Dachstühle, Felsspalten oder Baumhöhlen und bilden dort Wochenstuben, um ihre Jungen aufzuziehen. In der Zeit von März bis August dürfen diese Orte keinesfalls gestört werden, dies könnte das Verlassen des Quartiers zur Folge haben und würde die Aufzucht erheblich gefährden.

In der Zeit, in der die Tiere in den Sommerquartieren ihre Ruhe brauchen, können die Winterquartiere optimiert werden. Als solche dienen unterirdische Höhlensysteme, Stollen, Eiskeller oder Wasserwerksfilter, in denen es im Winter nicht gefriert. Hohlblocksteine, Lochziegeln oder Bohrlöcher in der Decke bieten Fledermäusen Versteckmöglichkeiten, die sie allerdings nur nutzen können, wenn der Zugang zum Quartier auch gewährleistet ist.

Sonst bietet sich der Sommer geradezu an, mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen die Mitmenschen auf die Fledertiere, ihre Lebensweise und ihre Schützenswürdigkeit aufmerksam zu machen.

Aktionsideen

Die natürlichen Feinde der Fledermaus können manchmal auch gewisse Ähnlichkeiten aufweisen, Foto von Mohawk369, pixelio.de
  • Ausbau von Sommerquartieren
  • Ausbau von Dachböden
  • Ausbau von Winterquartieren
  • Erhalt von Sommerquartieren
  • Erhalt von Winterquartieren
  • Gewässerufer renaturieren
  • Monitoring von Sommerquartieren
  • Monitoring von Winterquartieren

Links zum Weiterlesen

Das kleine 1 x 1 für Fledermausretter BAT-Detektor Lebensräume von Fledermäusen

Quellen

  • Deutscher Verband für Landschaftspflege (1998): Fledermausschutz im Siedlungsbereich, Hinweise zur Biotop- und Landschaftspflege, Landesumweltamt Brandenburg, Potsdam
  • Frieder Mayer (1984): Arbeitsblatt: Fledermäuse sind bedroht!, Deutscher Bund für Vogelschutz, Jugendorganisation, Duisburg