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Let the Sunshine in – Solardächer als Wärmelieferanten

Solardach

Wozu glaubt ihr, benutzt man ein Solardach? Um Strom zu gewinnen? Falsch gedacht! Stromerzeugung ist nur mit Photovoltaik-Anlagen möglich. Solardächer dagegen fallen in den Bereich der Sonnenthermie.

Photovoltaik bezeichnet die Umwandlung der Sonnenenergie in elektrischen Strom. Bei der Sonnenthermie dagegen wird die Wärme der Sonne genutzt, entweder zur Warmwasserversorgung des Haushalts oder zur Unterstützung der Heizung.

Aktive und passive Nutzung der Sonnenthermie

Laut einer Studie der International Energy Agency beträgt der weltweite Energiebeitrag der Solarthermie 70 Gigawatt. Man unterscheidet zwischen passiver und aktiver Nutzung. Bei der passiven Nutzung können die Sonnenstrahlen beispielsweise durch eine große Glasfassade in ein Gebäude eindringen und erwärmen somit den Raum. Aktive Nutzung dagegen setzt eine thermische Solaranlage voraus, mit deren Hilfe die Sonnenwärme gesammelt und anschließend im Haus verteilt wird.

„Sonnenstrahlen-Sammler“

Wichtigster Bestandteil der Solaranlage ist der Sonnenkollektor. In ihm können 60 bis 70% der eintreffenden Strahlen in Wärme umgewandelt werden. Durch seine Glasscheibe dringen die Sonnenstrahlen ein und treffen auf eine spezielle Platte, den Absorber. Beim Auftreffen wandeln sich die kurzwelligen Sonnenstrahlen in langwellige Wärmestrahlen. Diese werden vom Absorber aufgenommen und an einen flüssigen Wärmeträger, meist Wasser, weitergeleitet. Damit möglichst wenig Wärme verloren geht, ist der Sonnenkollektor isoliert. Es gibt zwei verschiedene Arten: Flachkollektoren und Vakuumröhrenkollektoren. Die ersten sind mit herkömmlichen Isolationsmaterialien wie Mineralwolle oder Polyurethan-Schaum geschützt. Vakuumröhrenkollektoren arbeiten nach dem Thermoskannen-Prinzip: sie sind von einer vakuumgefüllten Glaskammer umgeben. Dieser luftleere Raum kann keine Wärme weiterleiten, die Isolation ist perfekt.

Effektivität – eine Frage der Farbe

Früher waren die Absorber mit Schwarzchrom beschichtet, da diese Farbe die meisten Strahlen aufnehmen kann. Da diese jedoch auch Teile der Energie wieder abstrahlten, hat man die Technik weiterentwickelt. Heute benutzt man überwiegend Absorber auf Titanbasis, die einen bläulich schimmernden Ton haben. Dieser nimmt zwar nicht ganz so viele Strahlen auf wie der Schwarzchrom-Absorber, doch der Wärmeverlust durch Abstrahlung ist hier wesentlich geringer. Die Gesamtbilanz für die Titanbeschichtung fällt somit positiver aus.

Ihr seht, Sonnenlicht kann uns nicht nur Strom, sondern auch Wärme liefern. Und das total kostenlos. Warum sollte man da noch eine Watt-fressende Standartheizung nutzen?

(Jessica Franzen)

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