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Sommerquartiere erhalten

Nach ihrem Winterschlaf, also im März und April, suchen Fledermäuse ihre Sommerquartiere auf. Dabei bevorzugen sie geräumige Baumhöhlen oder Spalten hinter Rinde, sowie große Dachstühle von Gebäuden oder schmale Spalten hinter Verkleidungen, in Felswänden oder Mauern. Neben Specht- und Fäulnishöhlen sind auch Stammrisse und abplatzende Borke ein wichtiger Quartiertyp. Wenn natürliche Fledermaushöhlen rar geworden sind, kann man künstlichen Höhlen bzw. Fledermauskästen Ersatz schaffen.

Hintergrund

Umfassender Biotop- und Habitatschutz und eine giftfreie Umwelt sind die wichtigsten Voraussetzungen, um Tierpopulationen zu stabilisieren und so ihr Überleben langfristig zu ermöglichen. Die erste Aufgabe des Fledermaus-Artenschutzes ist die Erhaltung der vorhanden Quartiere, also alter Bäume mit natürlichen, durch den Specht oder Astbruch entstandenen Höhlen und natürlicher Felshöhlen, ehemaliger Bunker, Stollen und Eiskeller etc. Für die Forstwirtschaft bedeutet das mehr Sensibilität und Aufmerksamkeit bei der Auswahl der zu fällenden Bäume, Verzicht auf von Fledermäusen bewohnte Bäume und professionelle Erste Hilfe in solchen Fällen, in denen trotz aller Aufmerksamkeit Fledermäuse zu Schaden kommen.

Zeitaufwand

Zwei Gruppentreffen sollten eingeplant werden. Eines für die Kontrolle und Bestandaufnahme der Quartiere und ein weiteres um die beschädigten oder verschmutzten Quartiere instand zu setzen.

Material

Zunächst ein Klemmbrett und etwas zum Schreiben. Danach können verschiedene Materialien anfallen evt. verschiedenes Werkzeug wie Hammer und Nägel oder Putzzeug wie Müllsäcke und Handfeger.

Aktion

Wenn die Fledermäuse im Frühjahr wieder ihre Sommerquartiere beziehen wollen, sollten sie ihre alten Quartiere in einem guten Zustand vorfinden, damit sie auch dieses Jahr wieder genug Lebensräume zur Verfügung haben. Gerade so ein harter Winter wie dieser kann manchen Sommerquartieren reichlich zusetzen und es fordert am besten eine jährliche Kontrolle der bekannten Quartiere und gegebenenfalls eine Instandsetzung der Sommerquartiere. Dazu kann die Säuberung von Fledermauskästen, Baumhöhlen, Dachstühlen oder ähnlichem zählen, oder auch kleine Reparaturarbeiten an den Quartieren. Aus folgenden Gründen sollten Sommer- wie Winterquartiere jährlich kontrolliert werden:

  • Stollen und Nisthöhlen werden immer wieder mutwillig beschädigt, zerstört oder gestohlen. Selbst schwere Schlösser wurden schon mit großem Aufwand aufgebrochen, damit die Täter in einen leeren Stollen gelangen konnten. Aber auch das vorsätzliche Zuschütten von Stollen mit Schutt oder Müll stört, vergrault oder tötet Fledermäuse.
  • Nisthöhlen sind über kurz oder lang reparaturbedürftig: Ihre Befestigung wird in dem Maße unsicher, in dem der Stammdurchmesser zu- und das freie Nagelende abnimmt; nicht rostfreie Nägel und Schrauben rosten, ungeschütztes Holz fault.
  • Wurden Nisthöhlen intensiv genutzt, verschmutzen sie und müssen irgendwann gereinigt werden. (Natürliche Baumhöhlen werden irgendwann verlassen.)
  • Fledermaus-Nisthöhlen werden immer wieder von Vögeln, vor allem Meisen, in Beschlag genommen, die offenbar ein sehr weites Nistplatz-Schema haben. Hier ist nach der Brutsaison eine intensive Reinigung fällig.

Quellen

http://www.medienwerkstatt-online.de/lws_wissen/vorlagen/showcard.php?id=7391&edit=0http://fledermauskunde.de/fsch-fre.htm