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Der Star

Der Star Foto von Tom Dove/NABU

Den Star (Sturnus vulgaris) lernt hierzulande jedes Kind in „Amsel, Drossel, Fink und Star…“ kennen. Dass der grünlich glänzende Vogel aber auch als Kirschenräuber verachtet und verfolgt wird, ist nicht allzu bekannt. Wenn die geselligen Tiere nämlich in Horden auf Obstplantagen einfallen, sind die Bäume schnell abgeerntet.

Häufiger frisst der Star allerdings bodenlebende Wirbellose. Er steckt den Schnabel in die Erde und öffnet ihn einen Spalt breit. Danach guckt er in das Loch und nimmt das eventuell vorhandene Lebewesen mit der Zunge auf. Dabei bewegt sich der Star im Gegensatz zur Amsel laufend vorwärts. Er unterscheidet sich von ihr auch in seiner kleineren gedrungenen Gestalt und dem kürzeren Schwanz.

Stare trifft man überall in lichten Wäldern, Parks und Gärten an, in deren Nähe sie Nisthöhlen und offene Freiflächen vorfinden. Sie legen 4 – 6 Eier, die sie circa 2 Wochen lang bebrüten.

Dabei ist bei ihnen dasselbe Phänomen wie beim Kuckuck bekannt, der Brutparasitismus. Allerdings legen Starenweibchen ihre Eier nur in die Nester der Artgenossen, in manchen Kolonien liegt der Fremdanteil der Gelege bei fast 50%.

Die Jungen werden mit circa 3 Wochen flügge und folgen ihren Eltern noch einige Zeit, bis sie sich selbstständig ernähren können.

Zug

Der Star ist abhängig von seinem Lebensraum Standvogel bis Mittelstreckenzieher, die meisten deutschen Tiere ziehen in den Mittelmeerraum oder nach Nordafrika. Je weiter man nach Westen sieht, desto mehr Vögel bleiben den Winter über in ihrer Heimat, einige überwintern auch in Großbritannien oder Irland.

Bestandsentwicklung

Stare sind überall auf der Welt verbreitet, obwohl sie ursprünglich nur in Europa und Asien vorkamen. Gezielte Einbürgerungen z.B. in Nordamerika, Südafrika und Australien ermöglichten eine Verbreitung über den ganzen Kontinent.

Der weltweite Bestand wurde in den 80er Jahren auf etwa 600 Mil. Tiere geschätzt, davon lebt circa ein Drittel in Nordamerika. Die Populationen dort haben sich innerhalb von einem Jahrhundert aus 100 im New Yorker Central Park ausgesetzten Individuen entwickelt.

Rückläufig sind dagegen die Zahlen in Europa, speziell in Skandinavien gibt es Populationseinbrüche von bis zu 50%. Die Gründe dafür könnten in der Intensivierung der Landwirtschaft, dem vermehrten Pestizidgebrauch, dem Rückgang der Nistmöglichkeiten und der Verfolgung der Tiere in den Überwinterungsgebieten liegen, erklären die Bestandsabnahme jedoch nicht annähernd. Ursache könnten auch klimatische Veränderungen der letzten Jahre sein.

Dorit Protze

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Quellen

Christopher Perrins (1987): Pareys Naturführer Plus Vögel, Verlag Paul Parey Lars Jonsson (1993): Die Vögel Europas und des Mittelmeerraumes, Verlag Franckh-Kosmos, 2. Auflage

Mark Beaman und Steve Madge (1998): Handbuch der Vogelbestimmung, Europa und Westpaläarktis, Verlag Eugen Ulmer

http://www.springerlink.com/content/q4780x572281725q/ http://www.world-of-animals.de/Tierlexikon/Tierart_Star.html http://www.faunistik.net/BSWT/AVES/PASSERIFORMES/STURNIDAE/sturnus.vulgaris_01.html http://www.natur-in-nrw.de/HTML/Tiere/Voegel/TV-245.html http://www.natur-lexikon.com/Texte/thk/001/00004/THK00004.html http://www.tierenzyklopaedie.de/tiere/eurostar.html http://de.wikipedia.org/wiki/Star_(Art)