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Der Trauerschnäpper

Trauerschnäpper am Niskasten Foto von Tom Dove/NABU

Obwohl Trauerschnäpperweibchen selbst nicht allzu beeindruckend in Erscheinung treten, wissen die unauffällig braun gefärbten Ficedula hypoleuca bei ihren Partnern Vatergefühle für ihre Jungen zu erwecken: Anhand der Farbe ihrer Eier signalisieren sie dem Männchen den eigenen körperlichen Zustand und die Anzahl der Abwehrmoleküle der Nachkommen. Je blauer die Eier, desto robuster das Immunsystem der Jungen. Und je intensiver die Eier gefärbt sind, desto engagierter ist der Vater bei der Beschaffung von Insekten, was wiederum die Überlebenschancen der Küken weiter erhöht.

Trauerschnäpper jagen wie alle Fliegenschnäpper indem sie auf hohen Warten sitzen und in zielgerichtetem Flug nach ihrer fliegenden Beute schnappen, so daß man das Schnabelklappern hört. Anschließend wird das Insekt solange gegen eine Unterlage geschlagen, bis die Extremitäten abgebrochen sind. Die restlichen Hartteile werden später durch den Kot ausgeschieden. Außerdem ernähren sich die Vögel auch von bodenlebenden Insekten sowie im Herbst von Beeren und Früchten.

Sehr ähnlich sieht der Trauerschnäpper dem Halsbandschnäpper. Einzig auffälliges Unterscheidungsmerkmal ist das weiße Halsband und der große weiße Fleck des Halsbandschnäppermännchens, die beim männlichen Trauerschnäpper nicht vorhanden sind.

Immer stärker sind Trauerschnäpper in unseren Breiten auf ein ausreichendes Nistkastenangebot angewiesen, da Baumhöhlen immer seltener werden. In vielen Gegenden lässt sich eine direkte Relation zwischen der Populationsgröße und der Anzahl der Nistkästen feststellen.

Erstaunlich ist auch der Zusammenhang zwischen futterreichen Wintern und den Bruterfolgen der Vögel. Wenn Waldbäume verstärkt Samen produzieren, haben Meisen und Kleiber bessere Überlebenschancen und stellen dann im nächsten Frühjahr eine stärkere Konkurrenz der Trauerschnäpper bei der Besetzung der Nisthöhlen dar.

In der Höhle brütet das Weibchen 12 – 13 Tage lang auf fünf bis acht Eiern, bis die Jungen schlüpfen und nach weiteren zwei Wochen flügge sind.

Zug

Trauerschnäpper ziehen ab September ins tropische Afrika und kehren im April zurück.

Trauerschnäpper im Klimawandel

Obwohl die Fliegenschnäpper ihren Rückflug schon um bis zu 10 Tage vorverlegt haben, reicht es immer noch nicht aus, um den Höhepunkt der Insektendichte zu erleben. Dadurch wird ihnen die Jungenaufzucht soweit erschwert, daß z.B. die holländischen Populationen in den letzten 20 Jahren um 90 % gesunken.

Dorit Protze

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Quellen

Christopher Perrins (1987): Pareys Naturführer Plus Vögel, Verlag Paul Parey Lars Jonsson (1993): Die Vögel Europas und des Mittelmeerraumes, Verlag Franckh-Kosmos, 2. Auflage

Anita und Norbert Schäffer (2006): Gartenvögel: Naturbeobachtungen vor der eigenen Haustür, AULA-Verlag, Wiebelsheim

http://de.wikipedia.org/wiki/Trauerschn%C3%A4pper http://www.natur-lexikon.com/Texte/HWG/001/00041/HWG00041.html http://www.vogelarten.de/arten/trauerschnaepper/trauerschnaepper.shtml http://www.farbimpulse.de/live/artikel/show.php3?id=246&changeFontsize=bigger http://www.waldwissen.net/themen/waldoekologie/tieroekologie/wsl_trauerschnaepper_DE http://tierdoku.com/index.php?title=Trauerschn%C3%A4pper http://www.vivara.de/factfile_detail/id=4/trauerschn%EF%BF%BD%C2%A4pper.html