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Unkraut

Definition

Der Klatschmohn/pixelio.de

"Unkraut", so bezeichnet man eine „unerwünschte oder schädliche Pflanze“. Der Löwenzahn ist eine der Pflanzen, die häufig zum Unkraut gezählt wird. Er wird aber von vielen Menschen gerne gesehen und schmeckt auch den Kühen auf der Weide gut. Zum Unkraut wird er, wenn er eine ganze Wiese oder ein Feld bedeckt und andere Pflanzen verdrängt. Wenn zu viel Löwenzahn da ist, wird er also zu Unkraut und schädigt andere Pflanzen auf der Wiese. Unkraut wird besonders ungern dort gesehen, wo Menschen Nutzpflanzen anbauen, also auf dem Felde oder im Garten. Aber auch in Blumenbeeten oder auf Flächen, die dazu gedacht sind, bestimmte Pflanzenarten zu schützen, ist Unkraut nicht willkommen.


Geschichte

Die heute als „Feldunkräuter“ oder auch „Erstbesiedler“ bezeichneten Pflanzen wie die Kornblume, der Hohlzahn, der Hederich und die Winde siedeln sich auf freien Flächen an. Wenn zum Beispiel nach einem Sturm ganze Wälder zerstört werden oder wenn an einem Fluss die Böschung von der Strömung abgetragen wird, gehören diese Pflanzen zu den ersten, die dort wachsen. Vor etwa 3000 Jahren begannen die Menschen im heutigen Deutschland damit, freie Flächen für den Ackerbau zu schaffen. Diese Flächen boten optimale Lebensbedingungen für das so genannte „Unkraut“.

Kornblume im Roggenfeld/pixelio.de

Seit jeher versuchen Menschen, die unerwünschten „Unkräuter“ loszuwerden. So einfach ist das aber leider nicht, denn im Laufe der Jahre wurden immer mehr Pflanzenarten aus dem Mittelmeerraum und Asien nach Europa eingeführt. Die vielen verschiedenen Feldunkräuter passten sich immer mehr der Lebensweise des Getreides an. Sie gewöhnten sich an die Bodenbearbeitung und passten ihre Keimreife an den Zeitpunkt der Getreideernte an. Einige Feldunkräuter passten sogar die Form ihrer Samen so stark an die Samen des Getreides an, dass man sie kaum mehr auseinander halten kann. So passierte es häufig, dass die Bauern nicht nur ihr Getreide aussäten, sondern auch zusätzlich Samen der Unkräuter. Durch ihre Hartnäckigkeit wurden Feldbeikräuter natürlich bald zum „Unkraut“ für die Landwirte. Sie nahmen dem jungen Getreide das Licht weg und raubten ihnen den Platz. Manche Feldpflanzen gingen ein oder brachten einen geringeren Ertrag.

Noch heute versuchen Landwirte „Unkräuter“ von ihrem Acker fernzuhalten. Sie setzen dafür Gifte ein. Diese schaden aber nicht nur den „Unkräutern“, sondern auch den vielen Insekten die auf dem Acker leben. In dem Artikel zum Thema Biodiversität kannst du mehr zu dem Thema finden.

In den letzten Jahrzehnten haben die Menschen es geschafft, ihr Getreide besser zu reinigen und so mehr Unkrautsamen auszusortieren. Moderne Maschinen sind auch in der Lage, die Felder immer tiefer zu durchpflügen und somit die übrig gebliebenen Wurzeln vieler Unkräuter zu zerstören, die sonst im nächsten Jahr wieder an die Erdoberfläche gekommen wären.

Heutiger Zustand

Feldunkräuter können zwar dem Getreide schaden, doch wenn die Ackerwildkräuter (wie die Feldunkräuter gerne von Menschen genannt werden, die sie nicht nur als Plage ansehen) verschwinden, dann verschwinden mit ihnen häufig auch viele Vögel, kleine Säugetiere und Insekten, die diese Ackerwildkräuter als Nahrung brauchen. Tatsächlich sind heute schon sehr viele Arten stark bedroht oder sogar schon fast gänzlich von unseren Feldern verschwunden wie die Ackerminze, die Ackerglockenblume und der Ackergoldstern und der Ackerrittersporn. Mittlerweile haben jedoch viele Menschen erkannt, dass Ackerwildkräuter schützenswert sind. Sie setzen sich dafür ein, dass zwischen den Feldern oder an ihren Rändern breitere Randstreifen erhalten werden, auf denen Ackerwildkräuter ungehindert wachsen dürfen.

Die Brennnessel

Brennnesseln findet man oft an Wegrändern, an Komposthaufen oder Waldrändern. Der Mensch sieht in ihr häufig eine störende Pflanze, die den Garten unordentlich aussehen lässt.

Früher war diese Pflanze vom Menschen geschätzt und viel weniger verbreitet als heute. Damals kam sie nur an nährstoffreichen Stellen wie Flussauen oder Siedlungsbereichen vor. Heute gibt es viel mehr solcher Standorte, da der Mensch den Boden häufig düngt oder seine Kompostabfälle in den Wald bringt. Bereits in der Steinzeit erkannte der Mensch den Nutzen der Brennnessel. Er stellte nämlich fest, dass die Brennnessel sehr faserreich ist. Durch Kochen der Pflanze konnte er die Fasern lösen und daraus Kleidung herstellen. Bis in das 17. Jahrhundert baute er die Brennnessel an, um mit ihren Fasern Bettlaken und Textilien herzustellen. Dann setzte sich eine andere alte Kulturpflanze, die Baumwollpflanze durch. Sie eignete sich viel besser für die Herstellung von Kleidung und machte die Sachen länger haltbar. Damit geriet die Brennnessel zunehmend in Vergessenheit.

Das Tagpfauenauge/pixelio.de
Eine lebenswichtige Bedeutung hat die Brennnessel für viele Schmetterlingsarten wie Tagfalter oder das Tagpfauenauge. Die Falter legen ihre Eier auf den Blättern der Nesseln ab, an denen sich die Raupen nach dem Schlüpfen satt fressen können. Ohne Brennnesseln könnten sich viele Schmetterlingsarten nicht fortpflanzen, da den Raupen die Nahrungsgrundlage fehlen würde.

Für den Menschen hat die Brennnessel heute noch eine wichtige Bedeutung als Heilpflanze. Sie enthält wichtige Mineralien und Vitamine. Eine weitere, wichtige und sehr verbreitete Heilpflanze ist die Kamille.


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