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Inhaltsverzeichnis

Wald

Funktionsweise

Ein Wald ist eine Gemeinschaft verschiedener Pflanzen und Tiere, die aufeinander angewiesen sind und voneinander profitieren. Dies zeigt sich zum Beispiel darin, wie sich der Wald immer wieder recycelt und so seine Nährstoffzufuhr sicherstellt. Dies ist vor allem im Herbst der Fall, wenn das Laub auf den Boden fällt und dort von Insekten und Bakterien in Nährstoffe zersetzt wird. Diese Nährstoffe können die Bäume, die die Blätter verloren haben, schließlich wieder aufnehmen und so weiter wachsen.

Totholz, Foto von soquett, pixelio.de
Außerdem besteht im naturnahen Wald ein Gleichgewicht, welches sich nur kurzfristig verändert. Beispielsweise kann die Zahl an Nagetieren stark ansteigen, wenn viele Baumsamen vorhanden sind. Je mehr Nagetiere da sind, desto größer ist aber auch die Zahl an Raubtieren wie Füchsen. Diese verhindern, dass die Nager zu viele Samen fressen, womit das Gleichgewicht dauerhaft nicht ins Schwanken gerät.

Der Wald verjüngt sich auch stetig selbst. Jährlich produziert ein einzelner Baum sehr viele Samen. Doch nur aus einem sehr kleinen Bruchteil dieser Samen werden auch Jungbäume. Und die meisten Jungbäume sterben bereits früh ab, da sie im Schatten der großen Bäume nicht genug Sonnenlicht bekommen. Erst wenn ein alter Baum abgestorben ist, kann ein Jungbaum weiter wachsen, wobei er von den alten Bäumen der Umgebung geschützt wird. So werden kleinere Lücken im Wald schnell geschlossen. Bei größeren Lücken, etwa nach einem Sturm, gibt es Pflanzen, die schnell wachsen und schnell Schatten für Jungbäume spenden, um diese ebenfalls zu schützen. Nach einiger Zeit überwachsen die Jungbäume dann diese „Pionierpflanzen“ und die Lücken werden geschlossen.

Herbstlicher Laubwald, Foto von Sven Müller, jugendfotos.de

Geschichte

Die Geschichte des Waldes hängt schon immer mit den klimatischen Entwicklungen zusammen. Temperaturabfälle, wie in extremer Form beispielsweise bei Eiszeiten, führen dazu, dass die Waldfläche abnimmt. So gab es in vielen europäischen Regionen nach der letzten Eiszeit kaum noch Waldbestände. Als die Temperatur jedoch vor ca. 10.000 Jahren anstieg, breitete sich der Wald wieder stark aus.

Hier kam jedoch auch der Mensch ins Spiel, der in den letzten Jahrhunderten und Jahrtausenden großen, oft negativen Einfluss auf den Wald genommen hat. So wurde etwa ein Drittel der Waldfläche gerodet, als aus den „Jägern und Sammlern“ sesshafte Völker wurden, die Gebiete für Ackerbau und Viehzucht brauchten.

Waldbewohner beim Schlafen, Foto von Tina, pixelio.de

Später profitierten große Wälder und deren Bewohner davon, dass die Fürsten des Mittelalters sie schützten. Dies geschah allerdings aus eigennützigen Gründen. Die Adligen wollten die Wildbestände nur schützen, um sie selber jagen zu können. Doch mit dem Wachstum der Städte wuchs auch die Nachfrage nach Holz, weshalb es zu immer größeren Abholzungen in den Wäldern kam. Im Zuge der industriellen Revolution wurde noch mehr Holz gebraucht, und die Wälder wurden immer mehr zu Wirtschaftsobjekten. Aus diesem Grund verschwanden immer mehr naturnahe Mischwälder, an deren Stelle naturwidrige Nadelwälder traten, da Fichten und Kiefer am besten für die Forstwirtschaft geeignet sind.

Gefahren

Die Waldfläche hat in Deutschland von 1997 bis 2001 um 0,4 % zugenommen, sie bedeckt damit 105 314 km2, das sind 29,5 % der Gesamtfläche Deutschlands. Daraus zu folgern, dass es dem deutschen Wald gut geht, wäre allerdings falsch.

Zahlreiche deutsche Waldregionen sind heute krank. Als 1985 der Waldschadensbericht verabschiedet wurde, stellte Forschungsminister Heinz Riesenhuber fest, dass 52 % der deutschen Waldfläche in ihrer Vitalität (Stärke, Lebenskraft) gemindert oder geschädigt ist.

Die Hauptursache für die Waldschäden ist der saure Regen. Dieser entsteht durch hohe Luftverschmutzung, also wenn Autoabgase, Abgase aus Fabrikschloten und Rauch aus den Schornsteinen der Wohnhäuser in die Luft gelangen. Denn diese Abgase enthalten Schwefeldioxid – das ist einer der Hauptschadstoffe in unserer Umwelt. Das Schwefeldioxid verbindet sich in der Luft mit Regenwasser zu Schwefelsäure, und gelangt mit dem nächsten Regen auf die Erde. Dort führt sie zu einer Versauerung der Waldböden und beschädigt Blätter und Wurzeln der Bäume. Die zerstörten Wurzeln können nicht mehr so viel Wasser aufnehmen, die Bäume müssen verdursten.

Ein anderes Problem ist der Stickstoff, der als Gas aus der Gülle austritt, die die Landwirte zum Düngen auf die Felder ausbringen. So gelangt der Stickstoff in die Luft und wird von den Bäumen aufgenommen. Stickstoff ist zwar ein sehr wichtiges Nährelement für das Pflanzenwachstum und durch den enormen Eintrag der letzten Jahrzehnte wachsen die Bäume auch schneller und werden höher. Aber dadurch haben sie auch einen erhöhten Bedarf an anderen Nährstoffen, zum Beispiel Magnesium oder Kalzium. Diese stehen aber auf vielen Standorten nicht in ausreichenden Mengen zur Verfügung. Der Nährstoffmangel führt dazu, dass die Bäume ihre Widerstandsfähigkeit verlieren und so Schädlingen wie z.B. Pilzen oder Käfern viel schneller zum Opfer fallen. Auch auf Frost, Hitze, Schnee und Wind reagieren angeschlagene Bäume anfälliger.

Aktionsideen

Links zum Weiterlesen

Quellen