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Der Weißstorch

Datei:Weißstorch.jpg
Der Weißstorch Foto von Thorsten Freyer/pixelio.de

Als Frühlingsverkünder und Kinderbringer ist der Klapperstorch ein vor allem bei Kindern beliebter Vogel, aber auch als weiser Rächer aus der Fabel mit dem Fuchs ist er bekannt. Dabei ist der bis zu 1m große, weiß-rot-schwarze Schreitvogel in großen Teilen Deutschlands gar nicht so häufig zu finden. Von den 4500 deutschen Weißstorchenpaaren (Ciconia ciconia) leben beinahe 80% auf dem Gebiet der ehemaligen DDR.

Obwohl Störche flexible Kulturfolger sind, brauchen sie doch in der Nähe ihrer Horste naturbelassene Feuchtwiesen und Flussauen um Lurche, kleine Reptilien, große Insekten oder Kleinsäuger zu erbeuten. Sie gehen dabei ähnlich wie Reiher vor: Entweder schreiten sie suchend über die Wiesen oder sie stehen mit angewinkeltem Bein z.B. vor einem Mauseloch und warten. Bewegt sich etwas vor ihren Füßen, schnappen sie blitzschnell zu. Störche sind dabei nicht wählerisch, sie werden deshalb als Nahrungsopportunisten bezeichnet.

Jedes Jahr finden sie aus Afrika wieder den Weg zu ihrem angestammten Horst auf einem Hausdach, einem Strommasten oder auch in einem alten Baum. Da Störche sehr nistplatztreu sind, finden sich die Paare häufig über Jahre wieder und brüten gemeinsam. Unter Umständen liefern sie sich heftige Kämpfe mit anderen Störchen, die schneller aus dem Süden zurückgekehrt sind. Das Weibchen legt 3 - 5 Eier, aus denen ca. 1 Monat später die Jungen schlüpfen. Diese werden von beiden Eltern ungefähr 2 Monate lang am Nest gefüttert, bevor sie erste Flugversuche starten.

Zug

Bis Ende August haben die Störche Zeit, sich Fett für die bis zu 10000km lange Reise nach Südeuropa und Afrika anzufressen. Sie sind Segelflieger (näheres dazu unter Flugtechnik), sie fliegen entweder über Gibraltar oder den Bosporus nach West- oder Südafrika. Störche werden frühestens mit 2 Jahren geschlechtsreif, deshalb bleiben die jungen Tiere 1 – 2 Jahre im „Überwinterungsgebiet“ im Süden ehe sie ab März nach Mitteleuropa kommen und erstmals Eltern werden. Mehr zum Thema Vogelzug findet ihr im gleichnamigen Artikel.

Bestandsentwicklung

Nachdem eine erste deutschlandweite Vogelzählung 1934 etwa 9000 Storchenpaare ergeben hatte, ging der Bestand bis zur Mitte der 80er Jahre auf unter 3000 Paare zurück. 1984 und 10 Jahre später wurde der Weißstorch vom NABU zum Vogel des Jahres gekürt. Seitdem erholen sich die Zahlen, die aber vor allem durch einwandernde Störche aus dem Osten Europas zustandekommen. Besonders bedrohlich für den Storch ist die fortschreitende Intensivierung der Agrarwirtschaft, die ihm im zunehmenden Maße den Lebensraum nimmt. Der seit 1934 durchgeführte Internationale Weißstorchzensus hat das Ziel, den weltweiten Bestand des Großvogels zu erfassen. Am VI. und letzten Zensus 2004/2005 haben sich Forscher aus 39 Ländern beteiligt und einen Bestandsanstieg von 38% im Vergleich zu 1994/95 festgestellt. Damit gibt es jetzt weltweit circa 230000 Storchenpaare, wovon fast die Hälfte in Osteuropa lebt.

Seit einigen Jahren kann man als interessierter Internetsurfer über Web-Cams einige Storchenfamilien bei der Aufzucht ihrer Jungen betrachten.


Dorit Protze

Links zum Weiterlesen

Aktionsideen

Der Storch darf nicht in Vergessenheit geraten! Im Bereich Mach's öffentlich findet ihr jede Menge Tipps, wie ihr auf ihn aufmerksam machen könnt.

Quellen

Gerhard Creutz (1987): Der Weiss-Storch, A. Ziemsen Verlag, 2. erweiterte Auflage

Holger Schulz (1999): Weißstorch im Aufwind? - >White Storks on the up? – Proceedings, Internat. Symp. on the White Stork, Hamburg 1996 – NABU (Naturschutzbund Deutschland e.V.), Bonn

Christopher Perrins (1987): Pareys Naturführer Plus Vögel, Verlag Paul Parey Lars Jonsson (1993): Die Vögel Europas und des Mittelmeerraumes, Verlag Franckh-Kosmos, 2. Auflage

Mark Beaman und Steve Madge (1998): Handbuch der Vogelbestimmung, Europa und Westpaläarktis, Verlag Eugen Ulmer

http://storch.sichen.de/ http://www.innovations-report.de/html/berichte/umwelt_naturschutz/bericht-69001.html http://www.natur-lexikon.com/Texte/SM/001/00011/SM00011.html http://de.wikipedia.org/wiki/Wei%C3%9Fstorch http://www.fr.ch/mhn/de/Weissstorch/Biologie.htm